Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nicht nur schöne Blumen - BUGA in München zeigt Energie- und Industriepflanzen

25.08.2005


Einen ersten Eindruck von den Ölfeldern der Zukunft gibt der Garten der nachwachsenden Rohstoffe des Deutschen Pavillons



Viele Menschen können heute den Großteil unserer Nutzpflanzen nicht mehr zweifelsfrei erkennen. Der Deutsche Pavillon "Biovision" auf der Bundesgartenschau (BUGA) in München bietet jetzt nicht nur die Möglichkeit, das botanische Grundwissen aufzufrischen, er zeigt auch anschaulich die neuen Verwendungsarten unserer Nahrungs- und Futtermittelpflanzen: Die Nutzung als Energie- und Rohstofflieferant.



Wer weiß schon so genau, dass aus Winter-Weizen und Winter-Roggen neben Brot auch der Kraftstoff Bioethanol oder der Energieträger Biogas gewonnen werden kann? Oder dass die Industrie aus Öllein Farben, Linoleum und Kosmetika produziert und aus Mais Stärke für die Papierherstellung, Klebstoffe und biologisch abbaubare Kunststoffe gewinnt? Im Garten der nachwachsenden Rohstoffe des Biovision-Pavillons können die Besucher diese und viele weitere Energie- und Industriepflanzen wachsen sehen. Im Inneren des Pavillons zeigen Exponate die Verarbeitung der Pflanzen. So demonstriert zum Beispiel eine Destille die Herstellung von Ethanol, und ein Behälter mit Holzhackschnitzeln verdeutlicht, aus welcher Menge ein Liter der neuen synthetischen Biomass-to-liquid-Kraftstoffe (BTL-Kraftstoffe) gewonnen wird.

"Biovision" ist der BUGA-Beitrag des Bundesverbraucherschutzministeriums (BMVEL). Die fachliche Unterstützung für den "Garten der nachwachsenden Rohstoffe", einen der insgesamt vier Themengärten, kam von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, dem Projektträger des BMVEL.

Tatsächlich spielen die nachwachsenden Rohstoffe eine immer wichtigere Rolle in der Landwirtschaft. Zur Ernte 2005 wurden sie in Deutschland bereits auf 12 Prozent der gesamten Ackerfläche angebaut, was einer Verfünffachung gegenüber dem Beginn der 90er Jahre entspricht. In Zukunft kann der Flächenumfang für ihren Anbau sogar noch deutlich zunehmen, ohne die Nahrungsmittelproduktion zu gefährden. Während heute gut 1,4 Millionen Hektar in Deutschland dafür genutzt werden, könnten es im Jahr 2030 rund 4,4 Millionen Hektar oder mehr als ein Drittel der Gesamt-Ackerfläche sein.

Dieses Wachstum sichert und schafft nicht nur Arbeitsplätze im Agrarsektor, es macht Holz, Raps und Co. auch zur ernstzunehmenden Alternative zu den knapper werdenden fossilen Rohstoffen. Aus Biomasse können dank innovativer Verfahren ebenso effizient Wärme, Strom und Kraftstoffe oder qualitativ hochwertige Rohstoffe für die chemische Industrie erzeugt werden, wie aus fossilen Quellen. Hinzu kommen zwei weitere große Vorteile: Nachwachsende Rohstoffe wachsen - wie der Name schon sagt - immer wieder nach und sind bei der Verbrennung weniger klimaschädlich. Denn dabei wird immer nur soviel CO2 frei, wie die Pflanzen zuvor im Wachstum gespeichert haben (CO2-Neutralität).

Im Nahrungsmittelbereich dominieren heute einige wenige Kulturarten. Der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen könnte dieses Spektrum wieder deutlich erweitern. Die FNR unterstützt zur Zeit ein bundesweites Forschungsprojekt, das die Eignung neuer Energiepflanzen untersucht, darunter Sudangras, Lupinen, Leindotter und verschiedene Kleearten. So könnten nicht zuletzt der Naturschutz und die Vielfalt unserer Kulturlandschaften von "bunten" Energie- und Rohstoff-Feldern profitieren. Einen ersten Eindruck von der Schönheit der "Ölfelder der Zukunft" können Sie sich in den Biovision-Gärten der BUGA verschaffen.

Die Bundesgartenschau ist noch bis zum 9. Oktober 2005 geöffnet.
Weitere Informationen zu nachwachsenden Rohstoffen unter www.fnr.de, www.bio-energie.de oder www.nachwachsende-rohstoffe.de

Das Öl der Sonnenblume wird u.a. zur Herstellung von Schmierstoffen, Farben und Lacken genutzt - im Hintergrund der Deutsche Pavillon auf der BUGA
Nicole Paul

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Hofplatz 1
18276 Gülzow
Tel.: 03843/69 30-0
Telefax: 03843/69 30-102
e-Mail: info@fnr.de
Internet: http://www.fnr.de
V.i.S.d.P.: Dr.-Ing. Andreas Schütte
Nr. 425 vom 16. August 2005

Dr. Torsten Gabriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fnr.de
http://www.biovision2005.de
http://www.buga2005.de

Weitere Berichte zu: BUGA Blumen Bundesgartenschau Pavillon Rohstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht ZMP 2017 – Latenzzeitmesseinrichtung für moderne elektronische Zähler
27.04.2017 | Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)

nachricht Fraunhofer HHI mit neuesten VR-Technologien auf der NAB in Las Vegas
24.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie