Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikrosystemtechnik eröffnet neue Wege in der Taupunkt- und Strömungsmessung

07.10.2004


Das Institut für Mikro- und Informationstechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft (HSG-IMIT), ein führender F&E-Dienstleister in der Mikrosystemtechnik, stellt auf der electronica 2004 neuartige Sensoren vor, die nach einem thermischen Prinzip arbeiten – sie messen Feuchte bzw. Volumenströme mit Hilfe einer beheizten Membran aus Silizium.


Die Weltleitmesse der Elektronik findet vom 9. bis 12. November in München statt. Das HSG-IMIT präsentiert sich gemeinsam mit dem AMA Fachverband Sensorik (Halle A3 Stand 137).

Mit der Entwicklung des thermischen Taupunktsensors läutet das in Villingen-Schwenningen beheimatete Institut ein neues Kapitel in der Feuchtemessung ein. Die Herstellungskosten liegen ca. 90 Prozent unter denen vergleichbarer Präzisions-Taupunktsensoren. Der langzeitstabile Mikrosensor passt in einen Streichholzkopf und misst auch in Grenzsituationen exakter als viele herkömmliche Sensoren, die nach einem optischen oder kapazitiven Prinzip arbeiten. Die Ansprechzeit liegt derzeit unter 10 Sekunden. Das HSG-IMIT hält eine Reaktionszeit im Bereich von Millisekunden für möglich. Außerdem kann der thermische Taupunktsensor sich selbst testen und kalibrieren. Einschränkungen wie die von anderen Sensoren bekannte Hysterese oder Messwertverfälschungen durch leitfähiges Kondenswasser treten hier gar nicht auf.


Der thermische Strömungssensor des HSG-IMIT kann Massenströme fluidischer Medien in Kanälen mit Querschnitten ab 600x300 Mikrometer überwachen. Seine Messbereiche liegen zwischen 0,1 ml/min und 10 l/min bei Gasen bzw. zwischen 10 µl/h und 10 l/h bei Flüssigkeiten. Der Sensor erkennt bereits, wenn sich eine Flüssigkeit nur einen zehntel Millimeter pro Sekunde bewegt und reagiert in Millisekunden.

Der Kopf des Strömungssensors besteht wie beim thermischen Taupunktsensor aus einer Silizium-Nitrit-Membran, die mit Heizelement und Temperatursensoren bestückt ist. Strömen Flüssigkeiten oder Gase darüber bzw. sammeln sich beim Taupunktsensor Wassermoleküle auf der Membran, ändert sich die Wärmeverteilung auf der Membranoberfläche. Diesen Effekt machen sich die Entwickler des HSG-IMIT zunutze, um Größe und Geschwindigkeit von Volumenströmen bzw. Taupunkttemperatur und Luftfeuchtigkeit zu ermitteln.

Das HSG-IMIT sieht Anwendungsmöglichkeiten vorrangig in der Industrie, Anlagen- und Gebäudetechnik, aber auch in der Fahrzeug-, Medizin-, Verfahrens- und Biotechnik. Um den Sensor serienreif zu machen, sucht das Institut Partner für die weitere Anwendungsentwicklung.

Über das HSG-IMIT

Das Institut für Mikro- und Informationstechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft in Villingen-Schwenningen gilt international als eine der ersten Adressen für industrienahe, anwendungsorientierte Entwicklung und Forschung in der Mikrosystemtechnik. Es beschäftigt rund 60 Wissenschaftler und Ingenieure, die Projekte von der Idee bis zur Produktion betreuen. Das Institut konzentriert sich auf die Märkte Automotive, Life Sciences, Produktions- und Automatisierungstechnik. Kernkompetenzen liegen in den Fachbereichen Sensorik, Mikrofluidik, Informationstechnik und in definierten Herstellungsprozessen. Know how und kurze Entwicklungszeiten resultieren aus der seit 1988 aufgebauten Kompetenz und der engen Kooperation mit Hochschulen und weiteren Partnern. Ein weiterer Faktor für die erfolgreiche Entwicklungsarbeit ist das 600 Quadratmeter große Reinraumlabor. Die Ausstattung ermöglicht es, umfassende Entwicklungsvorhaben im Hause durchzuführen und sogar Kleinserien zu produzieren. Das HSG-IMIT bietet individuelle Engineering- und Foundry-Services sowie die komplette Organisation von Verbundprojekten besonders für kleine und mittlere Unternehmen an.

Peter Josef Jeuk | HSG-IMIT
Weitere Informationen:
http://www.hsg-imit.de

Weitere Berichte zu: Informationstechnik Mikrosystemtechnik Sensor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht COMPAMED 2017 zeigte neue Fertigungsverfahren für individualisierte Produkte
06.12.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht Schlanke Motorsteuergeräte schaffen Platz im Schaltschrank erweitert RiLine Compact - Portfolio
30.11.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Brände die Tundra langfristig verändern

12.12.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz