Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Oberflächenmängeln auf der Spur: Qualitätskontrolle in der Produktion

23.04.2004


Präzision ist oberstes Gebot in der industriellen Fertigung. Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM präsentieren auf der Messe Control (Halle 6, Stand 6306) ein System, das Fehler auf Oberflächen von Werkzeugen, Bauteilen oder Verpackungen sofort entdeckt - ohne den Produktionsprozess zu beeinträchtigen.


Laminierte Metalldichtungen bei der Online-Prüfung: Oberflächenkontrolle während der Produktion gewährleistet gleichbleibende Qualität.
© Fraunhofer ITWM



"Wir haben verschiedene Software-Tools entwickelt, die mithilfe von digitalen Kamerabildern Materialfehler finden und klassifizieren können", berichtet Dr. Ronald Rösch vom Fraunhofer ITWM in Kaiserslautern. "Uns stehen Systemkomponenten zur Verfügung, die wir an das jeweilige Bauteil oder die Oberflächenstruktur anpassen können. Qualitätskontrolle ist ein branchenübergreifendes Problem - vom Automobilbau bis zur Möbel- und Haushaltsgeräteindustrie."

... mehr zu:
»ITWM »Qualitätskontrolle


Bildverarbeitungssysteme werden immer häufiger in der Industrie eingesetzt: Sie steuern Prozesse, überwachen die Produktion und kontrollieren die Qualität der Ware. Die exakte Prüfung von Oberflächen aus Kunststoff, Metall, Holz oder Papier während des Herstellungsprozesses spart viel Zeit und Geld. Bessere Kameratechnik und leistungsfähigere Rechner sind zu geringeren Kosten erhältlich und somit für Unternehmer noch attraktiver geworden.

Auf der Control stellen die Forscher das Software-Tool "MASC-DISQ" für die Online-Detektion von Oberflächenfehlern auf laminierten Metalldichtungen vor, wie sie beispielsweise in Kompressoren im Automobilbau eingesetzt werden. MASC steht für Modular Algorithms for Surface Control, DISQ für Dichtungsinspektionssystem zur Qualitätskontrolle. Bläschen oder Fremdkörper, aber auch durch den Stanzvorgang entstandene Dellen oder Kratzer sind typische Fehler, die bei der Herstellung entstehen können. "Mithilfe von Algorithmen zur Bildauswertung können wir gute von fehlerhaften Teilen unterscheiden. Bisher wurden nur Stichproben durch geschultes Personal geprüft. Nun ist durch die Online-Produktkontrolle die gleichbleibende Qualität aller Dichtungen gewährleistet", erklärt Rösch. Ober- und Unterseiten der häufig sehr komplex geformten Dichtungen werden automatisch inspiziert. Dabei dienen Musterteile mit der idealen Form als Vergleichsobjekt. Die frisch produzierte Dichtung wird aufgenommen. Bildpunkt für Bildpunkt vergleicht das Inspektionssystem das neue Werkstück mit seinem abgespeicherten Vorbild. Die Metallteile können unterschiedliche Geometrien haben, unterschiedliche Fehler, aber auch Farb- oder Klebstoffspuren aufweisen. Die geprüften Dichtungen werden nach Gut- bzw. Schlechtteilen sortiert. Das Prüfgerät analysiert auch die Art und Häufigkeit der aufgetretenen Fehler, um der Produktion von Ausschussteilen vorbeugen zu können.

Das Inspektionssystem besteht aus einem PC und zwei Kameras, die die Dichtung von unten und oben aufnehmen. Zusätzlich sind die Kameras mit einem Framegrabber, einer Videokarte zur Digitalisierung der aufgenommenen Einzelbilder, ausgestattet. Als Beleuchtung setzen die Forscher diffuses LED-Licht ein, um ein kontrastreiches Bild zu erhalten und Reflexionen auszuschließen. Die Prüfung erfolgt mit einer Geschwindigkeit von 0,8 Sekunden pro Prüfteil.
Mit MASC-DISQ wurde das breite Angebotsspektrum des ITWM zur Oberflächenkontrolle auf laminierte Metalldichtungen ausgeweitet.

Ansprechpartner:
Dr. Ronald Rösch
Telefon 06 31 / 3 03- 18 67
ronald.roesch@itwm.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM
Gottlieb-Daimler-Straße, Geb. 49
67663 Kaiserslautern


Beate Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.itwm.de

Weitere Berichte zu: ITWM Qualitätskontrolle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht COMPAMED 2016 vernetzte medizinische Systeme und Menschen
23.11.2016 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht Kompakter und individuell einstellbarer Schutz für alle Anwendungen
18.11.2016 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0

07.12.2016 | Informationstechnologie

Molekulare Schalter im Detail erforscht

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Nanodiscs: kleine Scheiben ganz groß

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie