Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kleinste Bauteile unter die Lupe nehmen

29.04.2003



Mikrosysteme werden bereits heute in Tintenstrahldruckern, Airbags oder Endoskopen eingesetzt. Mit der zunehmenden Serienfertigung dieser intelligenten, miniaturisierten Bauteile wird auch eine automatische Qualitätskontrolle immer wichtiger. Fraunhofer-Forscher arbeiten an Systemen zur Inspektion von Kleinstteilen und Mikrosystemkomponenten. Auf der (6.-9.Mai) stellen sie erste Ergebnisse vor.

... mehr zu:
»Prüfsystem »Uhrenindustrie

In der Medizintechnik und Automobilindustrie sind sie längst bekannt: Mikrosysteme - kleinste Bauteile, die elektronische, mechanische oder optische Funktionen zusammenfassen. Sie helfen Chirurgen Endoskope zu bedienen oder lösen beim Autounfall den Airbag aus. Derzeit stehen immer mehr mikrotechnische Produkte vor dem Sprung in die Serienfertigung. NEXUS (The Network of Excellence in Multifunctional Microsystems) erwartet, dass der Weltmarkt für mikrotechnische Systeme jährlich um 20 Prozent wachsen wird. Das Marktvolumen soll von 30 Mrd US Dollar im Jahr 2000 auf 68 Mrd US Dollar im Jahr 2005 steigen. »Je mehr Kleinstteile und Mikrosysteme in Serie gefertigt werden, desto wichtiger wird auch eine automatisierte Qualitätskontrolle«, betont Thorsten Sy vom Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK in Berlin. IPK-Forscher arbeiten daher zusammen mit ihren Kollegen vom Zentrum für Mikrosystemtechnik an der Entwicklung von Werkzeugen für die Inspektion von Kleinstteilen. »Wir wollen unser Know-how auf dem Gebiet der industriellen Bildverarbeitung auf die besonderen Gegebenheiten der Mikrosystemtechnik übertragen. Dort müssen nur wenige Mikrometer große Bauteile und Komponenten auf Fehler untersucht werden«, nennt der Wissenschftler ein Ziel des Forschungsprojekts.


Wie das aussehen kann, zeigen Fraunhofer-Wissenschaftler beispielhaft an einem Prüfsystem für die Uhrenindustrie. Es untersucht die winzigen Zahnräder auf Fehler. Damit das Uhrwerk genau läuft, müssen die feinen Zacken exakt geformt sein. Schon Abweichungen von wenigen Mikrometern reichen aus und die Zähne greifen nicht mehr richtig ineinander. Das Uhrwerk läuft nicht mehr so gleichmäßig. »Um das zu vermeiden, nehmen wir mit dem Mikroskop die Zahnräder vergrößert auf«, erläutert der IPK-Wissenschaftler das Prüfsystem im Mikrometerbereich. Eine Software wertet die Aufnahmen aus. Sie kontrolliert Zahn für Zahn, ob die Zacken auch exakt geformt sind und nicht von der vorgegebenen Geometrie abweichen. Interessant ist das System vor allem für die Herstellung hochwertiger, mechanischer Uhren. Sie werden zum Teil nach wie vor noch von Hand gefertigt und nachbearbeitet. Vor dem Zusammenbau müssen die nur ein bis fünf Millimeter großen Zahnräder genau auf Fehler untersucht werden. Diese aufwändige Arbeit kann das neue Prüfsystem sicher und zuverlässig übernehmen.


»Das Bildverarbeitungssystem für die Uhrenindustrie ist nur ein Zwischenschritt. In diesem Projekt wollen wir erste Erfahrungen in der Qualitätssicherung bei Kleinstteilen sammeln«, erläutert Sy den Ansatz der Forscher. Das gewonnene Know-how wollen die Forscher dann für die Entwicklung von automatischen Bildverarbeitungsverfahren nutzen, die in der Mikrosystem-Produktion eingesetzt werden können.


Der Demonstrator für die Uhrenindustrie ist in Halle 6 auf dem Stand der Fraunhofer-Allianz Vision (Nr. 6305) zu sehen. Dort werden auch weitere neue automatisierte Bildsysteme ausgestellt. In der Fraunhofer-Allianz Vision haben sich 14 Fraunhofer-Institute zusammengeschlossen. Sie bündeln ihr Know-how im Bereich Bildverarbeitungssysteme für die Qualitätssicherung.

Thorsten Sy | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.vision.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Prüfsystem Uhrenindustrie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben
18.10.2017 | Hochschule Hannover

nachricht IVAM-Produktmarkt „High-tech for Medical Devices“ auf der COMPAMED 2017
18.10.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik