Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

electronica 2002 als Technologie-Trendsetter / Achtung - die MEMS kommen!

11.11.2002


Micro Electro Mechanical Systems - MEMS - im Aufwind

- Alles wird möglich: Von der Miniatur-Lowcost-Hörhilfe über den mitdenkenden Autoscheinwerfer bis hin zum Laptop mit integriertem Beamer

- electronica-Anwenderforum "World of MEMS" in Halle A3 gibt Einblicke

"Achtung - die MEMS kommen" ist weder die Ankündigung einer neuen Vorabendserie im Fernsehen noch die Warnung vor einer zu befürchtenden Landung außerirdischer Wesen. Nein, unter MEMS sind winzige, mikroelektromechanische Systeme auf Siliziumsbasis zu verstehen, die sich anschicken, viele Bereiche unseres täglichen Lebens zu erobern. Natürlich, wie meistens in der Mikroelektronik, gut versteckt oder, wie die Ingenieure es ausdrücken, "embedded". Obwohl diese Technologie im Prinzip nun schon fast seit 20 Jahren bekannt ist und bereits von zehn Jahren die ersten MEMS, beispielsweise in Form von Halbleiter-Drucksensoren, in unser Auto Einzug gehalten haben, eröffnen sich nun in den angestammten MEMS-Anwendungsbereichen Automobilelektronik, Kommunikations- und Datentechnik sowie Medizinelektronik eine Reihe weiterer, sehr attraktiver Einsatzmöglichkeiten mit hervorragenden Wachstumschancen. Dr. Henning Wicht, Geschäftsführer der Münchener Unternehmensberatung WTC und Mitorganisator des Anwenderforums "World of MEMS" (electronica, 12. bis 15. November 2002 auf dem Gelände der Neuen Messe München in Halle 3) ist absoluter Insider und kann auf einige wesentliche Trends aufmerksam machen: "MEMS in der Medizintechnik finden heute sowohl als winzige Sensoren zur Blutdruckmessung in Kathedern oder Manschetten als auch in Form von Mini-Beschleunigungssensoren in Herzschrittmachern Anwendung. Bei sogenannten Cochlea-Implantaten, das sind elektrisch betriebene Innenohr-Prothesen, übernehmen sie die Mikrofon-Funktion. In Zukunft werden MEMS-Mikrofone auch in extrem miniaturisierten und mit geringstem Strom auskommenden Hörhilfen, die direkt in das Ohr integriert werden und somit für den Mitmenschen nicht mehr sichtbar sind, eingesetzt. Derartige Lösungen sind innerhalb der nächsten drei Jahre zu erwarten und werden dann zu absolut günstigen Preisen im Bereich von 300 bis 400 Euro zu haben sein."

Opto-MEMS für Beamer-Laptops und mitdenkende Autoscheinwerfer

Auch bei optischen Anwendungen zeichnen sich weitere wichtige MEMS-Trends ab. Bei Beamern der nächsten Generation beispielsweise kommen MEMS-Mikrospiegel-Arrays für die Projektion zum Einsatz. Die MEMS sorgen hier sowohl für deutlich reduzierte Geräte-Abmessungen - und das zu geringeren Kosten - als auch für signifikant weniger Energiebedarf. Die daraus resultierende geringere Wärmeentwicklung wiederum hat einen reduzierten Aufwand für die Kühlung zur Folge und die Geräte werden leiser. Zusammengenommen wird es somit möglich sein, erstmals die Beamer-Funktion in einen Laptop zu integrieren. Der Traum eines jeden Geschäftsmannes, der sich bisher mit zwei Geräten abmühen musste, könnte bald in Erfüllung gehen.

Während die mögliche "Beamer-in-Laptop-Integration" noch Zukunftsmusik ist kann der "intelligente" Autoscheinwerfer schon bei einem deutschen Autohersteller in der Testphase bewundert werden. Ein optischer-MEMS-Würfel mit 400.000 Einzelpixeln sorgt einerseits für ein sehr helles Licht und erkennt andererseits ein entgegenkommendes Fahrzeug. In diesem Fall wir automatisch ein definiertes Pixel-Array nicht angesteuert und so die Ausleuchtung im Bereich der Frontscheibe des entgegenkommenden Fahrzeuges unterbunden. Schöne, blendfreie Zukunft.

Hochfrequenz (RF)-MEMS machen 3G-Handys erst "tragbar"

Die ersten UMTS-Handys auf dem japanischen Markt haben es deutlich zu Tage gebracht: Mit den herkömmlichen Gerätearchitekturen ist hier kein Staat zu machen. Die Mehrband (UMTS/GSM)-Mobiltelefone sind zu groß, zu schwer und erweisen sich als Stromfresser mit Stand-by-Zeiten, die an die Anfänge der mobilen Telefonie erinnern. RF (RF steht für Radio Frequency, also Hochfrequenz) -MEMS helfen hier die technischen Eigenschaften zu optimieren. Dazu der RF-MEMS-Spezialist Jérémie Bouchaud von WTC: "Da mit Hilfe der RF-MEMS-Technologie Schalter, Induktivitäten, Resonatoren und Filter direkt in den Funk-Chip integriert werden können lassen sich sehr viele externe Komponenten einsparen. Überdies nimmt ein MEMS-Schalter - ganz im Gegensatz zur herkömmlichen Technologie mit sogenannten PIN-Dioden - nur während eines Umschaltvorganges Strom auf und nicht während des statischen Ein- oder Aus-Zustandes. Dadurch und auch aufgrund der geringeren Einfügungsdämpfung von RF-MEMS entstehen weniger Verluste. Das erhöht die Stand-by-Zeit ganz wesentlich. RF-MEMS zeigen außerdem eine bessere Linearität und sorgen nicht zuletzt für geringere Abmessungen und geringeres Gewicht des Mobiltelefones."

RF-MEMS gelten darum bei vielen Experten als die künftige Anwendung der Mikrosystemtechnik schlechthin. Eine von WTC erarbeitete Studie mit dem Titel "The RF MEMS Market: 2002-2007: Analysis, Forecasts & Technology Review" beleuchtet den Markt für RF-MEMS näher und kommt zu dem Schluss, dass bis 2007 die Stückzahlen auf jährlich über 2,8 Milliarden RF-MEMS und der Umsatz mit den Mikrosystemen auf mehr als 1 Milliarde Dollar pro Jahr steigen wird. Großserien für UMTS, GPS oder Wireless-LAN werden den größten Teil zu Umsatz beitragen.

Futuristisches - Das Vitamin-Trikot

Zum Abschluss noch eine MEMS-Applikation der eher exotischen Art. Anziehbare Elektronik bzw. Intelligente Textilien - auch mit "Wearable Electronics" und "Smart Textiles" bezeichnet - gehören zu den noch jungen aber durchaus seriösen und aussichtsreichen Anwendungsfeldern von MEMS. Auf der electronica 2002 gibt es eine Reihe von Ausstellern mit interessanten Lösungsansätzen.

Eine aus Japan stammende Meldung über eine "Smart Textiles"-Lösung indes lässt uns ein wenig schmunzeln. Vorgestellt wurde ein Trikot, dessen Stoff in der Lage ist, an den Träger Vitamine abzugeben. Dazu wurden in die Textilie bestimmte elektrische Funktionen und MEMS-Membranen integriert, die durch Temperatur - bzw. Feuchtigkeitsimpulse des Trägers dosiert Vitamine an diesen abgeben. Das Vitamin-Trikot soll mehrmals verwendbar sein und sogar bis zu 18 Waschgänge überstehen. Über die genauen technischen Zusammenhänge und die Art der Vitamin-"Injektionen" schweigt sich der Hersteller leider noch aus.

MEMS-Anwenderforum in Halle 3

Das Anwenderforum "The World of MEMS at electronica" trägt der zunehmenden Bedeutung dieser Technologie Rechnung. Vom 12. bis 15. November 2002 werden auf dem Gelände der Neuen Messe München richtungsweisende MEMS - Komponenten und Subsysteme für den Einsatz in Mobilfunk, Sensorik, Optik und Datenübertragung, Automobil und Medizintechnik gezeigt. Schwerpunkte des Forums sind Segmente, die sich besonders stark entwickeln: RF-MEMS, MEMS-Sensorik, optische MEMS und MEMS - Packaging. Im Industrieforum können die Aussteller ihre Produkte in 30minütigen, nach den Themenschwerpunkten gegliederten Vorträgen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stellen.



Ansprechpartner für die Presse:

... mehr zu:
»MEMS »WTC

Messe München GmbH
Pressereferat electronica
Angela Präg

Tel. +49 (0) 89 949-20670
Fax +49 (0) 89 949-20679
E-Mail: praeg@messe-muenchen.de

| ots
Weitere Informationen:
http://www.electronica.de

Weitere Berichte zu: MEMS WTC

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Digitalisierung von HR-Prozessen – tisoware auf der Personal Nord und Süd
21.03.2017 | tisoware Gesellschaft für Zeitwirtschaft mbH

nachricht Hochauflösende Laserstrukturierung dünner Schichten auf der LOPEC 2017
21.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Impfstoffe zuverlässig inaktivieren mit Elektronenstrahlen

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Darmkrebs: Wenn die Wachstumsbremse fehlt

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Riesensalamander, Geckos und Olme – Verschwundene Artenvielfalt in Sibirien

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie