Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weiße Biotechnologie in der industriellen Produktion

02.09.2008
Konferenzen "Deutsche Plattform Weiße Biotechnologie" am 8. Oktober im Rahmen des Wissenschaftskongresses European BioPerspectives

Eigentlich ist sie nicht neu, aber dennoch revolutioniert sie in den letzten Jahren mit Hochdruck industrielle Prozesse: die Weiße Biotechnologie.

Wie ein Stückchen Natur in der industriellen Produktion Rohstoff- und Energiekosten senkt und wie es in vielen Fällen die Entsorgung sowohl von Produkten als auch von Produktionsabfällen vereinfacht, beleuchten Experten am 8. Oktober auf der europäischen Biotechnologie-Leitmesse BIOTECHNICA. Die Veranstaltung "Deutsche Plattform Weiße Biotechnologie" im Rahmen des Wissenschaftskongresses European BioPerspectives wird von Dr. Alfred Oberholz, Mitglied des Vorstandes Evonik Industries AG und Vorsitzender der DECHEMA (Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e. V.), eröffnet.

Während in den Bereichen Pharma- und Lebensmittelindustrie die Biotechnologie bereits eine lange Tradition hat, entdeckt in den letzten Jahren auch die chemische Industrie diese mildere Form der Produktion für sich - etwa für wertvolle Feinchemikalien, Medikamente oder Kunststoffe. Mikrobiologisch erzeugte Biokunststoffe etwa wecken die Hoffnung auf eine - wenigstens teilweise - Unabhängigkeit der Kunststoffproduktion vom Erdöl. Biotechnologisch erzeugte chemische Produkte sind häufig umweltfreundlicher, kostengünstiger und nachhaltiger als solche aus traditionellen Syntheseverfahren.

Das für die sanften, aber effektiven Prozesse benötigte Stückchen Natur können ganze Mikroorganismen oder auch nur Bestandteile aus ihnen sein - je nachdem was der Prozess erfordert. Der Schlüssel zum Erfolg der Weißen Biotechnologie ist nach Expertenmeinung das in den letzten Jahren stetig wachsende Verständnis für die biologischen Katalysatoren. Damit einher geht die Fähigkeit, Naturstoffe und Organismen so weit zu verändern, dass sie sich an die extremen Bedingungen der industriellen Produktion adaptieren lassen. Die neueren Entwicklungen ermöglichen zudem, sie auch in ausreichender Menge herstellen zu können.

Ein Beispiel aus dem Konferenzprogramm: Organismen und Enzymsysteme, die speziell für die industrielle Umsetzung von Kohlenstoff- und Stickstoffver-bindungen aus pflanzlichen Quellen angepasst sind - vor allem die als schwierig umsetzbar geltende Lignocellulose.

Nach verschiedenen Schätzungen wird weltweit ein Umsatz von 55 bis 60 Milliarden Euro mit Produkten der Weißen Biotechnologie erzielt, jedoch ist bei den technischen Möglichkeiten das Ende des Spektrums längst nicht erreicht: So erschließen sich beispielsweise gänzlich neue Anwendungsgebiete durch neue Enzymsysteme. In Hannover werden Systeme vorgestellt, die erst noch Bedürfnisse in der Industrie wecken werden. Etwa Enzyme, mit denen sich Flaschenkorken imprägnieren, Textilien veredeln oder Papierrohstoffe bleichen lassen.

Die "Deutsche Plattform Weiße Biotechnologie" ist ein Zusammenschluss verschiedener Organisationen und Vereinigungen. Diese arbeiten eng zusammen, um das Potenzial der industriellen Biotechnologie voll auszuschöpfen. Die Konferenz "Deutsche Plattform Weiße Biotechnologie" im Rahmen der BIOTECHNICA findet am 8. Oktober, 10 bis 17.30 Uhr, im Convention Center (CC), Messegelände Hannover, statt. Um vorherige Anmeldung wird gebeten. Weitere Informationen zum Konferenzprogramm sowie zu den Teilnahmebedingungen finden Sie unter www.biotechnica.de/kon .

Über die EUROPEAN BIOPERSPECTIVES

Die EUROPEAN BIOPERSPECTIVES ist ein Biotechnologie-Fachkongress, der 18 Fachgesellschaften und Organisationen aus Biowissenschaften und Biotechnologie in dem Ziel vereint, ein aktuelles und anspruchsvolles wissenschaftliches Vortragsprogramm anzubieten. Die Partner repräsentieren zusammen rund 30 000 individuelle wissenschaftliche Mitglieder. Das wissenschaftliche Komitee setzt sich aus renommierten Fachvertretern zusammen, die die thematische Breite der verschiedenen Biotechnologie-Teildisziplinen im mehrsträngigen Programm gewährleisten. Die BIOPERSPECTIVES hat sich seit ihrem Start 2004 als Weiterentwicklung der traditionsreichen DECHEMA-Jahrestagung der Biotechnologen zur wichtigsten wissenschaftlichen Biotechnologie-Kongressveranstaltung in Deutschland entwickelt, die zuletzt 2 000 Teilnehmer zusammenführte.

Über die BIOTECHNICA

Die BIOTECHNICA in Hannover ist die Leitveranstaltung der europäischen Biotech-Branche. Sie bildet alle Sparten der Biotechnologie ab - von Biotechnik-Grundlagen über Equipment, Bioinformatik und Dienstleistungen bis zu den fünf Anwendungsbereichen Pharma/Medizin, Industrie, Ernährung, Landwirtschaft, Chemie und Umwelt. Seit 1985 wird die BIOTECHNICA von der Deutschen Messe AG am Messeplatz Hannover veranstaltet. Zudem ist die BIOTECHNICA auch global aufgestellt mit der BIOTECH CHINA in Asien und der BIOTECHNICA AMERICA in den USA.

Katharina Siebert | Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.messe.de
http://www.biotechnica.de/kon

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht COMPAMED 2016 vernetzte medizinische Systeme und Menschen
23.11.2016 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht Kompakter und individuell einstellbarer Schutz für alle Anwendungen
18.11.2016 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie