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9. „E-world energy & water“ in Essen eröffnet

10.02.2009
Regenerative Energiewirtschaft in Nordrhein-Westfalen boomt

Das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie NRW und das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW teilen mit:

Der Anstieg der Energiepreise und wachsendes Klimaschutzbewusstsein haben zu einer starken Nachfrage nach innovativen Energietechniken geführt. Die regenerative Energiewirtschaft in Nordrhein-Westfalen boomt.

„Die Umsätze der Unternehmen der Branche stiegen im Jahr 2007 um 14,5 Prozent auf rund 5,5 Milliarden Euro. Weiterhin sind die wirtschaftlichen Aussichten im Inland wie auch auf dem Weltmarkt gut", sagte NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben heute (10.02.) zur Eröffnung der neunten Energiemesse "E-world energy & water" in der Messe Essen.

Auch stieg die Zahl der Arbeitplätze stark an. Rund 21.000 Beschäftigte halfen im Jahr 2007 in den rund 3.200 erfassten Firmen bei der Herstellung, Errichtung und dem Service regenerativer Anlagen (2006: 18.500 Beschäftigte in 3.100 Unternehmen). Dies geht aus der aktuellen Studie "Zur Lage der Regenerativen Energiewirtschaft in NRW in 2007" hervor, die das IWR (Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien in Münster) im Auftrag des NRW-Wirtschaftsministeriums erstellt hat.

Die regenerative Energiewirtschaft in Nordrhein-Westfalen ist mittlerweile industriepolitisch sehr bedeutsam: Von den in 2007 weltweit errichteten Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 20.000 Megawatt kam jedes zweite eingebaute Getriebe aus Nordrhein-Westfalen. Das Bundesland weist weltweit die höchste Standortdichte von Getriebe-Herstellern für Windkraftanlagen auf, wobei das Herz der Getriebetechnik für Windkraftanlagen derzeit im Ruhrgebiet schlägt. „In unserem Bundesland waren Ende 2008 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von über 2.600 Megawatt in Betrieb. Damit steht Nordrhein-Westfalen an fünfter Stelle in Deutschland; ein beachtliches Ergebnis, da wir weder ein Küstenland noch ein Land mit großen unbewohnten Freiflächen sind“, so Ministerin Thoben.

„Ebenfalls sehr wichtig ist die Produktion von Strom aus Biomasse“, ergänzte Umweltminister Eckhard Uhlenberg. „Damit wir unsere Klimaschutzziele erreichen, werden wir die Nutzung der Bioenergie in Nordrhein-Westfalen weiter ausbauen, unter Berücksichtigung von Nutzungskonkurrenzen und Umweltschutzaspekten. Insbesondere im Bereich der Wärmeerzeugung wird Bioenergie eine herausragende Rolle spielen.“

Mittlerweile werden in Nordrhein-Westfalen mehr als 3,4 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Biomasse produziert. Damit wird der Strombedarf von 760.000 Haushalten gedeckt. Der Anteil von Strom aus Biomasse beträgt über 40 Prozent am gesamten, in Nordrhein-Westfalen regenerativ erzeugten Strom. Zusätzlich wird aus Biomasse Wärme in Höhe von 6,5 Milliarden Kilowattstunden bereitgestellt. Hier liegt der Anteil der Bioenergie an der regenerativen Wärmeerzeugung in Nordrhein-Westfalen über 80 Prozent. Damit trägt die Bioenergie erheblich zur CO2-Reduktion bei.

Nordrhein-Westfalen will in Sachen Klimaschutz die Führungsrolle in Deutschland übernehmen. Dazu hat die Landesregierung im Frühjahr 2008 eine Energie- und Klimaschutzstrategie vorgestellt. „Mit über 40 umfangreichen Maßnahmen wollen wir dabei bis zum Jahre 2020 eine jährliche Minderung der CO2-Emissionen um 81 Millionen Tonnen gegenüber 2005 erreichen“, erläuterte die Ministerin.

„Einen hohen, auf die Zukunft ausgerichteten Stellenwert nimmt die Arbeit des Kompetenz-Netzwerks Brennstoffzellen- und Wasserstoff aus Nordrhein-Westfalen ein“, ergänzte Ministerin Thoben. Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium hat zusammen mit dem Wissenschaftsministerium bisher über 80 Brennstoffzellen- und Wasserstoff-Projekte mit einem Zuschuss von insgesamt 82 Millionen Euro bei einem Gesamtvolumen von mehr als 133 Millionen Euro gefördert. Das im Jahre 2008 von der Landesregierung verabschiedete „NRW Hydrogen HyWay“-Programm stellt für Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte sowie Infrastrukturmaßnahmen weitere rund 60 Mio. Euro zur Verfügung. Dabei sollen zwischen 2009 und 2011 entlang der vorhandenen Wasserstoffpipeline im Rhein-Ruhr-Gebiet (Gesamtlänge rund 230 km) an mehreren Standorten über 40 Einzelprojekte bis zur 18. Weltwasserstoffkonferenz WHEC, die vom 16.-21. Mai 2010 in Essen stattfindet, gestartet werden. Dann können nicht nur die Gäste der Konferenz, sondern auch die Besucher der Europäischen Kulturhauptstadt Essen diese zukunftsweisende Technik in Nordrhein-Westfalen erleben.

Hintergrund:
Zur neunten "E-world energy & water" vom 10. - 12. Februar 2009 werden über 470 Aussteller aus 20 Ländern und über 15.000 Fachbesucher in der Messe Essen erwartet. Bei knapp 30 Kongressen mit 300 Referenten sind die Zukunftsenergien, der Gasmarkt, Energie und Mobilität sowie aktuelle Marktentwicklungen thematische Schwerpunkte. Die EnergieAgentur.NRW richtet am Eröffnungstag, 10.2., ihren 13. Fachkongress Zukunftsenergien mit rund 1.000 Teilnehmern aus. In den fünf Nachmittagsforen werden die Themen Kraftwerkstechnik, Geothermie, Biomasse, Energiespeicherung und Windkraft behandelt. Das Land ist mit einem großen Gemeinschaftsstand vertreten.

Iris Thiele | EnergieAgentur.NRW
Weitere Informationen:
http://www.e-world-2009.com
http://www.energieagentur.nrw.de

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