Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Optimierung eines textilen EKG-Tragesystems

23.03.2012
Mehr Lebensqualität für Herzkranke

Die Senkung der Todesrate auf Grund von plötzlichem Herzversagen ist das angestrebte Ziel des gemeinsamen Forschungsprojektes der Hohenstein Forscher und deren Kollegen der Metrax GmbH aus Rottweil. Die Wissenschaftler arbeiten derzeit an der Entwicklung eines neuen, alltagstauglichen Tragesystems zur Überwachung und Therapie kardiologischer Risikopatienten. Das portable System soll die Qualität der Diagnose und Therapie von Herzerkrankungen ebenso wie die Lebensqualität der Träger verbessern und helfen die Behandlungskosten zu senken.

Die Entwicklung adressiert schwerpunktmäßig folgende zwei Krankheitsbilder: die Herzinsuffizienz, eine Herzschwäche von der allein in Deutschland rund 1,3 Millionen Menschen, mit jährlichen hohen Zuwachsraten, betroffen sind, und der plötzliche Herztod, Todesursache Nummer eins in der westlichen Welt.

Das schnelle, möglichst rechtzeitige Erkennung von Funktionsstörungen des Herzens und eine unmittelbare, effektive Therapie könnten viele Leben retten und durch einen Verzicht einer aufwändigen stationären Behandlung einen der größten Kostenfaktoren im Gesundheitswesen reduzieren.

Die Qualität der Diagnose und Therapie von kardialen Erkrankungen kann durch eine lückenlose, über einen Zeitraum von Monaten aufrechterhaltene Überwachung mittels eines textilen Tragesystems für das Langzeitmonitoring wesentlich verbessert werden.

Die dabei vorgesehene lange Tragedauer des Systems am Körper (24 Stunden, 7 Tage die Woche) stellt hohe Anforderungen an Passform, Haltbarkeit und Hygiene. Besonders bei warmen Temperaturen ist ein guter Tragekomfort für den erfolgreichen Einsatz wichtig.

Die bereits existierenden Systeme im Bereich des textilen Elektrokardiogramm (EKG) -Monitorings können bisher diesen Anforderungen nicht gerecht werden und sind für die beabsichtigten Anwendungsgebiete noch nicht alltagstauglich. Neben der eingeschränkten Leistungsfähigkeit ist v.a. der Tragekomfort nicht gegeben. Diese Eigenschaft ist aber für den Einsatz rund um die Uhr besonders wichtig. Ältere Patienten, die auf Grund ihrer bestehenden Erkrankung einem größeren Leidensdruck ausgesetzt sind, haben daher erhebliche Umgangsprobleme im Alltag und sind aus diesem Grund nicht bereit, die vorhandenen Systeme anzuwenden.

Ziel des gemeinsamen Forschungsprojektes ist die Entwicklung eines optimierten textilen Tragesystems für das EKG-/Aktivitäts-Langzeitmonitoring und tragbarer Defibrillatorensysteme zur Überwachung und Therapie kardiologischer Risikopatienten.

Auf Basis zweier einfacher Grundformen eines textilen Tragesystems mit integrierten trockenen EKG-Elektroden und im Notfall aktivierbaren Defibrillationselektroden, das von der Metrax GmbH bereits erarbeitet wurde, soll eine innovative, alltagstaugliche Lösung erreicht werden.

Mittels aktueller 3D-Scandaten zielgruppenspezifischer Körperproportionen wird in Hohenstein eine optimierte Schnittkonstruktion entwickelt, die bei einer maschinellen Fertigung eine bestmögliche EKG-Signalqualität unterstützt. Dabei wird besonders auf maximalen Tragekomfort d.h. optimale Atmungsaktivität und Hautverträglichkeit geachtet. Das neue Tragesystem soll eine hohe Gebrauchstauglichkeit in Bezug auf das An- und Ausziehen sowie die Verstell- und Einstellmöglichkeiten und häufige Waschbarkeit in einer konventionellen Haushaltswaschmaschine gewährleisten, ohne die Funktion des gesamten Systems zu beeinträchtigen.

Die optimale Platzierung der Sensoren und Aktoren am menschlichen Körper und die Integration der Elemente in das Tragesystem, welches den ganzen Tag lang von dem herzkranken Patienten getragen werden soll, stellen völlig neue Herausforderungen für die Schnittkonstruktion dar.

Die Hohenstein Forscher sind sich sicher, den hohen und zum Teil gegensätzlichen Anforderungen an ein solches System gerecht zu werden und eine alltagstaugliche Lösung zu entwickeln, welche die Wünsche der betroffenen Patienten ausreichend berücksichtigt und somit eine breite Anwendung ermöglicht.

Herzinsuffizienz und plötzlicher Herztod

Bei der Herzinsuffizienz ist das Herz nicht mehr in der Lage, genügend Blut in den Kreislauf zu pumpen und lebenswichtige Organe ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Das relativ späte Auftreten klinisch relevanter Zeichen führt zu einer hohen Liegedauer in Krankenhäusern und aufwendigen Rehabilitationsmaßnahmen und damit zu sehr hohen Behandlungskosten.

Ein plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand, an dem ca. 300.000 Menschen jährlich in Europa sterben, wird meist durch Kammerflimmern verursacht. Die einzige wirksame Therapie in diesem Fall ist die sog. Defibrillation, das Verabreichen eines hochenergetischen Schocks über an den Brustkorb angebrachten Elektroden. Um wirksam zu sein, muss diese allerdings innerhalb weniger Minuten nach Eintreten des Akutereignisses durchgeführt werden.

Rose-Marie Riedl | idw
Weitere Informationen:
http://www.hohenstein.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Neueste Methode zur Behandlung undichter Herzklappen am Universitätsklinikum Gießen
26.04.2018 | Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH

nachricht Bestrahlungserfolg bei Hirntumoren lässt sich mit kombinierter PET/MRT vorhersagen
24.04.2018 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der lange Irrweg der ADP Ribosylierung

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Belle II misst die ersten Teilchenkollisionen

26.04.2018 | Physik Astronomie

Anzeichen einer Psychose zeigen sich in den Hirnwindungen

26.04.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics