Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HIV-Therapie überwachen: Versant kPCR Molecular System mit Viruslast-Assay

15.01.2009
Neues System von Siemens für molekulare Nukleinsäuren-Analyse

Mit dem Versant kPCR Molecular System bietet Siemens Healthcare ein neues System für den Nachweis und die Quantifizierung von Nukleinsäuren. Gleichzeitig kommt der erste Test dazu auf den Markt: Versant HIV-1 RNA 1.0 Assay (kPCR) ermittelt die Viruslast bei HIV-Patienten, das heißt die Anzahl der HI-Viren pro Milliliter Blut. Das Versant kPCR System arbeitet mit Polymerase-Kettenreaktion (PCR, Polymerase Chain Reaction).


Im Gegensatz zu den üblichen Immunoassay-Verfahren werden dabei nicht HIV-Antikörper, sondern die HI-Viren selbst nachgewiesen, indem die Menge an viraler Nukleinsäure gemessen wird. PCR ist heute eine der genauesten und empfindlichsten Analysemethoden für den Nachweis von HIV-Infektionen und die Überwachung anti-retroviraler Therapien.

Siemens Healthcare hat das CE-Zertifikat für sein Versant kPCR Molecular System erhalten, ein neues System zur automatisierten Aufreinigung und Detektion von Nukleinsäuren aus klinischen Proben. Als ersten zugehörenden Test liefert Siemens den Versant HIV-1 RNA 1.0 Assay (kPCR), mit dem die Viruslast bei HIV-Patienten gemessen wird. Zusätzlich lassen sich mit dem Versant- Extraktionssystem auch Isolationsprotokolle für DNA und RNA durchführen, die anschließend für laboreigene Teste eingesetzt werden können. Dazu verfügt das Siemens-System über ein Verfahren zur hocheffizienten Isolierung von Nukleinsäure mit neuartigen, patentierten Silikabeschichteten Magnetpartikeln, die DNA und RNA gleichzeitig extrahieren können.

Der Zusatz kPCR (Polymerase Chain Reaction) steht für kinetische Polymerase-Kettenreaktion, eine Technik, die verwendet wird, um DNA-Abschnitte zu amplifizieren (vervielfältigen) und gleichzeitig quantitativ zu bestimmen. Ein vollautomatischer Roboter am Versant kPCR extrahiert die Nukleinsäuren mit Hilfe Silika-beschichteter Magnetpartikel, den so genannten Microbeads. Die Nukleinsäuren binden an die Silikaschicht der Partikel durch Wasserstoffbrückenbindung und werden aus der Probe isoliert, indem ein Magnetfeld angelegt wird.

Gängige Microbead-Methoden liefern ungleich große Teilchen, die Eisenoxid und Silika in mehr oder weniger stark variierenden Verhältnissen enthalten. Doch Siemens ist es gelungen, die Magnetpartikel zu optimieren und sehr kleine, gleich große und gleich stark magnetische Partikel mit konstanten, reproduzierbaren chemischen und physikalischen Eigenschaften herzustellen. Die von Siemens entwickelten Microbeads bestehen aus einem rund 100 Nanometer kleinen Eisenoxid-Kern und einer ultradünnen Silikahülle. Da diese Partikel kleiner sind als sonst üblich, bieten sie in ihrer Gesamtheit eine größere Oberfläche und können mehr DNA binden. Das führt zu einer höheren Ausbeute an Nukleinsäuren und hat den Vorteil, dass der Versant-Assay die HIViren bei einem Probenvolumen von nur 500μl (Mikroliter) sehr sensitiv mit 37 Kopien pro Milliliter (ml) HIV-1 RNA messen kann. Vergleichbare Tests brauchen fast doppelt soviel Probenvolumen. Das Versant kPCR bietet einen großen dynamischen Messbereich zwischen 37 Kopien/ml und 11 000 000 Kopien/ml. Das heißt, auch wenn ein Patient nur wenige Viren im Blut hat, lassen sich diese nachweisen, während sich hohe Virus-Konzentrationen messen lassen, ohne dass dafür die Probe – wie sonst üblich – verdünnt werden muss.

Das neue Molecular System kann 96 Proben in nur 6 1/2 Stunden verarbeiten, während vergleichbare Geräte dafür in der Regel mindestens eine Stunde länger benötigen. Damit kann Versant kPCR zu einer höheren Produktivität im Labor beitragen. Über eine Software-Schnittstelle zu medizinischen Labor-Informationssystemen lassen sich außerdem Patientendaten down- oder uploaden. Das Siemens-System führt bei jedem Durchlauf eine positive Probenidentifikation durch, bei der automatisch das Ergebnis dem jeweiligen Patienten zugeordnet wird. Außerdem erfolgt in der PCR eine Kontaminationsprüfung auf Basis des Enzyms UNG (Uracil-DNA Glycosylase), die dafür sorgt, dass mögliche PCR-Kontaminationen sofort abgebaut werden und damit nicht in die Testauswertung eingehen.

Der Siemens Healthcare Sector ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Das Unternehmen versteht sich als medizinischer Lösungsanbieter mit Kernkompetenzen und Innovationsstärke in diagnostischen und therapeutischen Technologien sowie in der Wissensverarbeitung einschließlich Informationstechnologie und Systemintegration. Mit seinen Akquisitionen in der Labordiagnostik ist Siemens Healthcare das erste integrierte Gesundheitsunternehmen, das Bildgebung und Labordiagnostik, Therapielösungen und medizinische Informationstechnologie miteinander verbindet und um Beratungs- und Serviceleistungen ergänzt. Siemens Healthcare bietet Lösungen für die gesamte Versorgungskette unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Zusätzlich ist Siemens Healthcare der Weltmarktführer bei innovativen Hörgeräten. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 49.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist in über 130 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2008 (bis 30. September) erzielte Siemens Healthcare einen Umsatz von 11,17 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 11,78 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,23 Mrd. €. (Vorläufige Zahlen)

Marion Bludszuweit | Siemens Healthcare
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com
http://www.siemens.com/healthcare

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Smartphones im Kampf gegen die Blindheit
18.10.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Mehr Patientensicherheit: Neue Testmethoden für die Eignung von Implantaten für MRT-Untersuchungen
11.10.2017 | Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise