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Mit dem Goldkatheter auf der Spur von Herzrhythmusstoerungen

20.04.2010
Mit einer weltweit neuen Methode unter Einsatz eines mit purem Gold beschichteten Herzkatheters werden Patienten, die unter Vorhofflimmern leiden, in der Kardiologischen Klinik des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Horstkotte erfolgreich behandelt. Das HDZ NRW ist Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum.

Das Vorhofflimmern ist die häufigste bedeutsame Herzrhythmusstörung, allein in Deutschland leiden darunter etwa eine Million Menschen. Bei einem Großteil der Betroffenen äußert sich die Erkrankung durch Herzrasen, verursacht durch zu schnelle und ungeordnete Bewegungen der Herzkammerwände, die durch ungerichtete elektrische Erregungen des Herzens entstehen.

Unspezifische Beschwerden wie unzureichende Belastbarkeit, Müdigkeit oder Schlafstörungen kommen hinzu. Vorhofflimmern ist zwar grundsätzlich nicht lebensbedrohlich, aber mit einem erhöhten Risiko verbunden, einen Schlaganfall zu erleiden

Wenn eine medikamentöse Therapie nicht erfolgreich ist, kann die Ursache der Rhythmusstörungen im HDZ NRW durch eine magnetisch gesteuerte Katheterbehandlung der Herzinnenhaut behoben werden. Dieses Verödungsverfahren nennt man Ablation. Der dabei eingesetzte, an der Spitze mit Gold beschichtete Katheter gewährleistet eine hohe, punktgenaue Energieübertragung und vermindert das Risiko der Gerinnselbildung erheblich.

Insgesamt 90 Patienten mit zumeist anhaltendem Vorhofflimmern wurden bisher am HDZ NRW mit der neuen Methode behandelt. Während bisher nur von Hand gesteuerte Ablationen möglich waren, bietet die durch große Magneten gesteuerte Ablation viele Vorteile. So ist durch die Kraft der Magneten ein ständiger zuverlässiger Kontakt zwischen dem Behandlungskatheter und dem zu verödenden Gewebe im linken Herz-Vorhof zu erreichen. Dadurch werden nicht nur deutlich verbesserte Ergebnisse bei komplizierten Behandlungen erzielt. Auch treten weniger Komplikationen durch zu starkes Andrücken der Katheter an die Herzwand auf, da der Magnet den Kontakt auf das genau nötige Maß begrenzt. Der mit der Goldspitze ausgestatte Herzkatheter gewährleistet dabei eine hohe Energieübertragung, ohne gefährliche Blutgerinnsel zu erzeugen. So konnten die Behandlungen der Patienten ohne Auftreten von Schlaganfällen durchgeführt werden.

Die Kardiologische Klinik bildet Rhythmusspezialisten aus ganz Deutschland in diesem magnetisch ferngesteuerten Katheterverfahren zur Behandlung von Vorhofflimmern aus. Ein erstes Arbeitstreffen zu der neuen Technik fand bereits in Bad Oeynhausen statt. Über die außergewöhnlich guten Ergebnisse der neuen Methode werden die Spezialisten des HDZ NRW weltweit auf Kongressen berichten.

Anna Reiss | idw
Weitere Informationen:
http://www.hdz-nrw.de

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