Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

4K-Technologie hält Einzug in die HNO-Endoskopie

16.02.2016

Mediziner der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde Magdeburg arbeiten erstmals mit Endoskopiesystem in 4K

Als eine der ersten HNO-Kliniken nutzen Ärzte der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ein Endoskopiesystem mit sogenanntem 4K-Standard. Es ermöglicht hochauflösende Bilder mikroskopisch kleiner anatomischer Strukturen im Hals-Nasen-Ohrenbereich und wird der besseren Diagnostik und Therapie verschiedenster Erkrankungen dienen.


Das 4K-Endoskopiesystem ermöglicht eine deutlich bessere Tiefenwahrnehmung und eine präzisere Farbwiedergabe.

Foto: Uniklinik Magdeburg


Endoskopische Minikameras liefern eine viermal bessere Bildqualität als ein normaler Full-HD-Fernseher, so Prof. Christoph Arens.

Foto: Uniklinik Magdeburg

Die Nase, die Ohren und der Kehlkopf zählen zu jenen Organen, in denen kleinste Knochen und Knorpel, Muskelbänder und Membranen zusammenwirken. Schon geringe mechanische Überanstrengungen, Krankheitserreger und Zellgifte, die beispielsweise im Tabakrauch enthalten sind, können die genannten anatomischen Strukturen und die Funktion beeinflussen.

„Um diese Veränderungen insbesondere bei Verdacht auf Krebs in frühzeitigen Entwicklungsstadien aufzuspüren, bedarf es möglichst hochauflösender endoskopischer Techniken“, informiert Professor Dr. Christoph Arens, Direktor der HNO-Universitätsklinik Magdeburg.

Vom Kino- zum neuen Medizin-Standard

4K lautet der derzeit modernste digitale Standard nicht nur für Kino-Filme, sondern nun auch in der Medizin. Die Bilder bestehen aus etwa viermal so vielen Bildpunkten wie bei einem Full-HD-Fernseher (4096 x 2180 Pixel) und ein um den Faktor 64 vergrößertes Farbspektrum. Auf großen Monitoren ermöglicht die neue Technik Bilder mit sehr hohem Detailreichtum.

Für die medizinischen Anwendungen wurde das 4K-Kamerasystem etwa auf die Größe eines Kugelschreibers geschrumpft, so dass endoskopische Bilder aus dem Körperinneren, z. B. von den Stimmlippen im Kehlkopf, möglich sind.

Die auf einem Monitor live dargestellten Bilder lassen beispielsweise kleinste Blutgefäße mitsamt der darin wandernden Blutzellen problemlos erkennen. Das neue 4K-Endoskopiesystem soll dabei helfen, Diagnosen und Therapien mit höchster Präzision durchzuführen und operative Eingriffe für Patienten noch sicherer zu machen.

„Insbesondere ältere Menschen mit komplexen Krankheitsbildern und Patienten mit bösartigen Veränderungen im HNO-Bereich werden wir dank der 4K-Endoskopie frühzeitiger und besser behandeln können. Die 4K-Technologie wird zukunftweisend der neue Standard in der Endoskopie sein“, prognostiziert Professor Arens.

Text: Uwe Seidenfaden

Ansprechpartner für Redaktionen:
Prof. Dr. Christoph Arens, Direktor der HNO-Universitätsklinik Magdeburg,
Tel. 0391/67-13800
E-Mail: christoph.arens@med.ovgu.de

Kornelia Suske | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-magdeburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Smartphones im Kampf gegen die Blindheit
18.10.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Mehr Patientensicherheit: Neue Testmethoden für die Eignung von Implantaten für MRT-Untersuchungen
11.10.2017 | Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise