Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Sonne gefahrlos genießen

17.06.2010
Das BVL rät, auf den richtigen Schutz zu achten

Lang hat es gedauert – nun ist der Sommer endlich in Deutschland angekommen. Die damit verbundenen Sonnenfreuden haben allerdings auch ihre Schattenseiten. Zuviel Sonne schadet der Haut, lässt sie schneller altern und erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Gerade junge Menschen sind in Sachen Sonnenschutz häufig nachlässig. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gibt anlässlich des bevorstehenden Informationstages Sonnenschutz am 21. Juni Tipps für den richtigen Umgang mit Sonnenstrahlen.

Seit einigen Jahren ist wissenschaftlich erwiesen, dass nicht nur ultraviolette Strahlung vom Typ UV-B, sondern auch vom Typ UV-A die Haut nachhaltig schädigt. Während UV-B-Strahlen für den Sonnenbrand verantwortlich sind, machen sich die UV-A-Strahlen erst über längere Zeiträume bemerkbar: Die Haut altert schneller, Pigmentflecken entstehen und im schlimmsten Fall droht Hautkrebs. Der allgemein bekannte Lichtschutzfaktor (LSF) auf Sonnenschutzmitteln hat daher im Jahr 2007 eine Kennzeichnung der UV-A-Schutzleistung zur Seite bekommen: Das Logo „UVA“ in einem Kreis zeigt an, dass das damit gekennzeichnete Produkt in einem ausgewogenen Verhältnis gegen UV-A- und UV-B-Strahlung schützt.

Die richtige Wahl des Lichtschutzfaktors hängt von verschiedenen Faktoren ab: dem Hauttyp, der Intensität der Sonneneinstrahlung und der Aktivität. Vier Kategorien erleichtern Verbrauchern die Wahl: niedriger Schutz oder Basis (bis LSF 10), mittlerer Schutz (LSF 15 bis 25), hoher Schutz (LSF 30 bis 50), sehr hoher Schutz (ab LSF 50). Auch Sonnenschutzmittel mit sehr hohen Lichtschutzfaktoren können die UV-Strahlen nicht völlig abwehren. Einen vollständigen Schutz, wie ihn manche Produkte suggerieren, gibt es nicht. Angaben wie „100%iger Schutz“ oder „Sunblocker“ sind unseriös und vermitteln eine trügerische Sicherheit.

Nanopartikelhaltige Sonnenschutzmittel
Um einen hohen Lichtschutzfaktor im UV-A und UV-B-Bereich erreichen zu können, ist eine Kombination verschiedener UV-Filtertypen erforderlich. Seit Jahrzehnten wird hier auch der mineralische UV-Filter Titandioxid verwendet. Dies ist ein weißer Farbstoff, der z.B. auch in Wandfarben verwendet wird. Um keinen weißen Film auf der Haut zu hinterlassen, wird er als Nanopartikel (Partikel, die in mindestens einer Dimension kleiner als 100 Nanometer sind) zugesetzt. Dadurch ist der Farbstoff auf der Haut nahezu unsichtbar, wirkt aber effektiv gegen die UV-Strahlung. Untersuchungen zeigen, dass es auch als Nanopartikel nicht durch die gesunde Haut dringt.
Mehr als Cremes und Sprays
Sonnenschutzmittel sind aber nur ein wichtiger Baustein, um sich vor starker UV-Strahlung zu schützen. Grundsätzlich sollte ein übermäßiges Verweilen in der Sonne, vor allem zur Mittagszeit, vermieden werden. Säuglinge und Kleinkinder sollten der Sonne nicht direkt ausgesetzt werden. Wirksamer als Sonnencremes, -sprays und dergleichen ist textiler Sonnenschutz. Der Grad des UV-Schutzes hängt bei der Kleidung von der Materialdicke, Maschendichte und –art, Farbe und Stoffart ab. Zum Teil haben Textilien auch noch zusätzliche Ausrüstungen. UV-Schutzkleidung muss mindestens einen Lichtschutzfaktor von 40 besitzen. Derartige Kleidung ist mit einem gelben Sonnenlogo gekennzeichnet, auf dem der Schutzfaktor „40+“ angegeben ist.

Außerdem sollten die Augen mit einer Brille geschützt werden, die UV-A und UV-B-Strahlen wirksam absorbiert. Dies ist besonders bei getönten Gläsern wichtig, da die Pupillen trotz starker Sonnenstrahlung offen sind und die UV-Strahlen vermehrt eindringen können. Dies gilt auch für seitlich einfallendes Licht bei zu kleinen Gläsern.

Weitere nützliche Informationen zum Thema Sonnenschutz finden Sie auf der Homepage des BVL unter:

http://www.bvl.bund.de/sonnenschutzmittel

Auf der Internetseite http://www.sonnenschutz-sonnenklar.info/ sind auch tagesaktuell und standortbezogen Informationen zum erforderlichen Lichtschutzfaktor zu finden.

Hintergrundinformation
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ist eine selbstständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) mit Dienststellen in Braunschweig und Berlin. Das BVL verfolgt das Ziel, in den Bereichen des gesundheitlichen und des wirtschaftlichen Verbraucherschutzes die Koordination zwischen Bund und Bundesländern zu verbessern, die Kommunikation von Risiken transparenter zu gestalten und Risiken zu managen, bevor aus ihnen Krisen entstehen. Für alle Bedarfsgegenstände, die mit Lebensmitteln oder dem Körper in Kontakt kommen sowie Spielwaren, kosmetische Mittel und Tabakwaren übernimmt das BVL die Koordination bestimmter Überwachungsaufgaben.

Der Informationstag Sonnenschutz soll das Bewusstsein der Verbraucher für die Bedeutung eines wirksamen Sonnenschutzes schärfen. Im Mittelpunkt steht dabei die Anwendung von Sonnenschutzmitteln. An dem Aktionstag, der seit 2008 jährlich zum Sommeranfang am 21. Juni stattfindet, beteiligen sich eine Vielzahl von Organisationen und Akteuren aus den Bereichen Gesundheits- und Verbraucherschutz, Medizin, Sport und des Fachhandels.

Nina Banspach | idw
Weitere Informationen:
http://www.bvl.bund.de/sonnenschutzmittel
http://www.sonnenschutz-sonnenklar.info/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Stammzell-Transplantation: Aktivierung von Signalwegen schützt vor gefährlicher Immunreaktion
20.04.2017 | Technische Universität München

nachricht Was Bauchspeicheldrüsenkrebs so aggressiv macht
18.04.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten