Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Smartphone unterstützt sichere Dialyse zu Hause

16.04.2012
Siemens untersucht mit Partnern, wie eine Dialyse nierengeschädigter Patienten zu Hause schonend und sicher erfolgen kann.

In einem weltweit bisher einmaligen Feldtest werden demnächst ausgewählte Dialysepatienten in Berlin mit einem telemedizinischen Assistenzsystem ausgestattet.



Damit sollen sie die sogenannte Peritonealdialyse selbstständig unter täglicher ärztlicher Fernkontrolle ausführen. Der mehrmonatige Feldtest erfolgt im Rahmen des vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekts Smart Senior. Es soll die Lebensqualität von Senioren erhöhen und ihnen ein weitgehend eigenständiges Leben zu Hause ermöglichen.

Der Anteil älterer Patienten, die wegen Nierenversagens eine regelmäßige Blutwäsche benötigen, nimmt jährlich zu. Allein in Deutschland benötigen heute etwa 60.000 Menschen eine Blutwäsche. Die Behandlungen kosten mehrere Milliarden Euro im Jahr.

Ein Verfahren ist die Peritonealdialyse (PD), bei der das Bauchfell als körpereigener Filter für das Blut dient. Sie kann kreislaufschonend als tägliche Heimdialyse über Nacht erfolgen. Mögliche Komplikationen sind allerdings eine unerwünschte Gewichtszunahme oder Blutdruckschwankungen. Um diese zu verhindern, kontrollieren die behandelnden Ärzte einmal monatlich die Notizen der PD-Patienten zu Vitaldaten wie Blutdruck, Gewicht sowie die Dialysedaten. Vor allem bei älteren Patienten sind diese Intervalle zu lang. Häufig muss eine PD aufgegeben werden und eine Dialyse im Krankenhaus erfolgen.

Die neue telemedizinisch assistierte Peritonealdialyse (TAPD) könnte helfen, die PD künftig sicherer und patientenfreundlicher bei einem erweiterten Patientenkreis anzuwenden. Die globale Siemens-Forschung Corporate Technology arbeitet mit dem Vivantes-Klinikum, dem Telemedizincentrum Charité (TMCC), Prisma, Tembit sowie weiteren Partnern aus Forschung und Industrie an der neuen Methode. Bei dem TAPD-Feldtest listet eine App auf einem Smartphone die mit dem Arzt abgesprochenen Vitaldaten auf.

Sie führt die Patienten durch die Messung von Blutdruck, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung oder EKG. Die Messgeräte senden ihre Werte über einen Med-I-Box genannten speziellen Netzwerkknoten verschlüsselt und mit einem Pseudonym versehen an das Dialysezentrum. Die App vergewissert sich, ob die Daten dort angekommen sind. Später werden sie auf dem Server vom TMCC in der Patientenakte gespeichert. Der Arzt kontrolliert Vital- und Behandlungsdaten täglich und erhält außerdem bei Auffälligkeiten eine automatische Nachricht.

So kann er gesundheitliche Veränderungen früher als bisher erkennen und sich sofort beim Patienten melden. Damit könnten Komplikationen vermieden werden. (IN 2012.04.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie