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Rückenschmerzen minimal-invasiv behandeln

15.12.2010
Rückenschmerzen gehören zu den Volksleiden. Oftmals lassen sie sich durch die gezielte Injektion von Medikamenten lindern. Die Möglichkeit, den Eingriff mittels Computertomografie zu überwachen, hat zu deutlich besseren Therapieergebnissen geführt. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) anlässlich einer Studie hin, die kürzlich im American Journal of Neuroradiology erschienen ist.

Bei zwei Drittel der Patienten kam es nach der Behandlung zu einer Linderung der Schmerzen um mehr als 50 Prozent. Rückenschmerzen können von vielen Strukturen der Wirbelsäule ausgehen. Häufiger als die Bandscheiben sind die Zwischenwirbelgelenke (Facetten), die Verbindung von Becken und Wirbelsäule oder die Nervenwurzeln betroffen.

In diesen Fällen kann die Injektion eines Betäubungsmittels zusammen mit dem entzündungshemmenden Medikament Kortison helfen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Arzt die oft nur wenige Millimeter großen Schmerzauslöser auch trifft. Diese Eingriffe werden deshalb unter Röntgenkontrolle durchgeführt. „Die Computertomografie (CT) hat dabei unsere Möglichkeiten deutlich verbessert: Die Darstellung ist wesentlich genauer. Wir können die Nadel jetzt punktgenau platzieren, bevor wir das Medikament injizieren“, sagt Professor Dr. med. Olav Jansen, DGNR-Präsident und Direktor des Instituts für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel.

„Die CT-Überwachung verbessert nicht nur die Erfolgsrate, sondern erhöht auch die Sicherheit. Das Risiko, bei dem Eingriff das Rückmark oder rückenmarkversorgende Gefäße zu schädigen, ist äußerst gering“, berichtet Privatdozent Dr. med. Ansgar Berlis, Chefarzt der Neuroradiologie am Klinikum Augsburg und Mitautor einer im American Journal of Neuroradiology veröffentlichten Studie. Bei dem Eingriff führen die Ärzte nach einer ersten CT-Aufnahme die Nadel in Richtung der Nervenwurzel vor. Dann machen sie eine Kontrollaufnahme, auf denen die genaue Position der Nadel zu erkennen ist. So kann – falls nötig – nachjustiert werden. Die Injektion erfolgt erst, wenn die Spitze der Nadel ihre Zielposition erreicht hat.

Wichtig ist, dass diese minimal-invasive Schmerztherapie durch eine medikamentöse und physikalische Therapie, wie zum Beispiel eine Sport- und Bewegungstherapie, ergänzt wird. „Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die minimal-invasive Schmerztherapie sicher ist und einen guten Effekt erzielt. Eine individuell abgestimmte Begleitbehandlung unterstützt diesen maßgeblich und ist für den Gesamterfolg der Therapie unerlässlich“, sagt Berlis. Eine erneute minimal-invasive Therapie ist selbstverständlich möglich, da die Schmerzen zurückkehren können. Der Experte warnt jedoch davor, diese regelmäßig auf Dauer durchzuführen. Denn auch bei einem minimal-invasiven Eingriff können Nebenwirkungen wie zum Beispiel Infektionen auftreten.

„Unser Ziel ist es, die Patienten dauerhaft von ihren Schmerzen zu befreien“, betont DGNR-Präsident Jansen. Dies gelinge nur durch eine richtige Patientenauswahl und eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Spezialisten. Grundlegend für den Erfolg der Therapie sei vor allem eine eindeutige Zuordnung der Schmerzen. Um dies zu gewährleisten, sollten die Patienten in speziellen Schmerzzentren untersucht werden.

Literatur:
Wolter T, Knoeller S, Berlis A, Hader C.: CT-Guided Cervical Selective Nerve Root Block with a Dorsal Approach. In: American Journal of Neuroradiology 2010 Nov;31(10):1831-6

Pressekontakt für Rückfragen:

Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR)
Pressestelle
Silke Stark
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-572
Telefax: 0711 8931-167
stark@medizinkommunikation.org

Silke Stark | idw
Weitere Informationen:
http://www.neuroradiologie.de

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