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Bei "Schwarzem Hautkrebs" Metastasierung sehr früh erkennen

05.02.2009
Von der Ludwig Hiermaier Stiftung für angewandte Krebsforschung ausgezeichnetes und gefördertes patientenorientiertes Forschungsprojekt.

Das Melanom, der "schwarze Hautkrebs", ist ein bösartiger Tumor, der von den pigmentbildenden Zellen der Haut ausgeht. Kennzeichnend für das Melanom ist eine sehr frühe Tumorzellaussaat und Bildung von Tochtergeschwülsten (Metastasen).

Die erste Metastasierung des Melanoms erfolgt fast immer in den sogenannten Wächterlymphknoten, den ersten im Lymphabfluss des Tumors liegenden Lymphknoten. Der Befall des Wächterlymphknotens mit Melanomzellen ist für die Prognose des Patienten und für die weitere Therapieplanung entscheidend.

An der Universitäts-Hautklinik Tübingen wird der Wächterlymphknoten bei circa 180 Melanompatienten pro Jahr operativ entfernt. Der Eingriff wird empfohlen, wenn ein erhöhtes Risiko einer Metastasierung vorliegt. Anschließend wird der Wächterlymphknoten hinsichtlich einer möglichen Melanomzellausbreitung untersucht. Dies geschieht primär durch die feingewebliche Untersuchung von gefärbten Schnitten unter dem Mikroskop.

Die korrekte Unterscheidung zwischen "melanompositivem" und "melanomnegativem" Lymphknoten ist dabei keine einfache Aufgabe, vor allem dann nicht, wenn es sich um kleine Metastasen handelt. Stellt man sich den Lymphknoten als Apfel vor, in dem ein winziger Wurm sitzt, kann man die Schwierigkeit leicht erkennen: Schneidet man den Apfel auf und betrachtet die aufgeschnittenen Flächen, kann der Wurm unter Umständen unentdeckt bleiben.

Die Arbeitsgruppe von Anja Ulmer hat eine neue Technik entwickelt, die es ermöglicht, auch kleinere Ansammlungen von Tumorzellen im Lymphknoten zu finden. Der Lymphknoten wird hierzu - wie beim Apfelmuskochen - durch ein sehr feines Sieb gedrückt. Die Melanomzellen und die gesunden Zellen des Lymphknotens werden damit aus dem Zellverband gelöst. Melanomzellen werden mithilfe einer Färbung markiert und können mit einer Genauigkeit von einer Melanomzelle in einer Million gesunder Zellen unter dem Mikroskop erkannt werden. Im Rahmen von wissenschaftlichen Untersuchungen wurde diese sogenannte immunzytologische Methode an über 1000 Lymphknoten erprobt.

Ziel des geförderten Projektes ist es, die immunzytologische Methode zu optimieren und für die allgemeine Patientenversorgung zu standardisieren. Es soll ein Protokoll für die Aufarbeitung von Wächterlymphknoten entwickelt werden, in dem sich die feingewebliche und die immunzytologische Methode optimal ergänzen. Damit kann auch eine sehr frühe Tumorzellaussaat im Wächterlymphknoten sicher erkannt werden.

Der Gewinn für die Patienten ist offensichtlich: Bei Patienten ohne Tumorzellaussaat kann auf weitere belastende Therapien und aufwendige Nachfolgeuntersuchungen verzichtet werden. Zum anderen werden Patienten mit einem sehr frühen Befall der Lymphknoten zuverlässig erkannt. Diese Patienten können von weiteren Therapien wie der operativen Entfernung aller Lymphknoten des Lymphabflussgebietes und von Chemoimmuntherapien profitieren.

Das Südwestdeutsche Tumorzentrum - Comprehensive Cancer Center Tübingen (CCC) ist eine Einrichtung des Universitätsklinikums Tübingen. Die vom Tübinger CCC getragene Ludwig Hiermaier Stiftung für angewandte Krebsforschung unterstützt dieses Projekt (Optimierung des pathologischen Stagings von Sentinel Lymphknoten bei Patienten mit malignem Melanom) mit 26.000 Euro.

Kontakt:
Prof. Dr. Anja Ulmer
Universitäts-Hautklinik, Tübingen
Tel. 0 70 71 2 98 54 60
anja.ulmer@med.uni-tuebingen.de
Kooperationspartner
Prof. Dr. Breuninger, operative Dermatologie,
Prof. Dr. Fend, Institut für Pathologie

Dr. Ellen Katz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de

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