Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Osteoporose – die schleichende Volkskrankheit: Früherkennung wichtig für Therapieerfolg

10.03.2011
Nur bei jedem fünften Osteoporose-Patienten erfolgt die Diagnose und Therapie rechtzeitig. In Deutschland sind das eine Million von fünf Millionen an Knochenschwund Erkrankten.

Doch nur durch Früherkennung und vorbeugende Maßnahmen lassen sich ein schwerer Krankheitsverlauf und weitere Folgeschäden wie Knochenbrüche vermeiden. Hormon-Experten stellen auf dem 54. Symposion der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) vom 30. März bis 2. April 2011 aktuelle Erkenntnisse und Therapien dieser chronischen Erkrankung vor.

Osteoporose ist über lange Zeit eine „stille“ Volkskrankheit: Da sie zunächst keine Beschwerden verursacht, bemerken Betroffene meist zu spät, dass sie an dieser schleichenden und oft unerkannten Krankheit leiden. „Meist stellt sich erst nach einem Knochenbruch heraus, dass der Patient unter Knochenschwund leidet“, erklärt Dr. med. Catharina Bullmann vom Zentrum für Endokrinologie, Kinderwunsch, Pränatale Medizin im Barkhof, Hamburg. „Doch dann ist der Verlust der Knochenmasse oft schon weit fortgeschritten und die Stabilität der Knochen bereits sehr reduziert“. Diesen Patienten drohen weitere Knochenbrüche und eine stark eingeschränkte Lebensqualität.

80 Prozent der Osteoporose-Patienten sind weiblich. Besonders gefährdet sind Frauen nach den Wechseljahren, denn danach produziert ihr Körper weniger des Geschlechtshormons Östrogen, was zu einem verstärkten Knochenabbau führt. Alter, Bewegungsmangel, Untergewicht, Alkohol, Rauchen und Medikamente, die die Knochensubstanz angreifen, wie Cortison, tragen ebenfalls zu dieser Erkrankung bei. „Diese Patientengruppen sollten sich regelmäßig auf ihr Knochenbruchrisiko testen lassen“, rät Bullmann. „Früherkennung kann einen langen Leidensweg und insbesondere bei älteren Menschen lebensbedrohliche Folgeerkrankungen wie Lungenentzündung und Lungenembolie verhindern“. Nicht zu unterschätzen seien der volkswirtschaftliche Faktor durch krankheitsbedingte Ausfälle sowie die steigenden Krankheitskosten, die in Deutschland mittlerweile etwa drei Milliarden Euro für Osteoporose-Patienten betragen.

Eine Diagnose ist schnell erstellt: Mit einer Knochendichte-Messung stellt der Arzt eine verminderte Knochendichte fest und somit wie hoch das Knochenbruchrisiko ist. Die Messung erfolgt meist mittels Doppelröntgenabsorptionsmessung (DXA-Methode) an der Lendenwirbelsäule, und auch an der Hüfte, da bei Osteoporose die Wirbelkörper als erstes angegriffen werden. Durch Blut- und Urinuntersuchung schließt er aus, dass es sich um eine andere Knochenerkrankung handelt. Therapeutisch unterscheiden die Experten zwischen vorbeugenden Basismaßnahmen und medikamentöser Behandlung. Um das Risiko zu verringern, sollte der Patient alle Risikofaktoren ausschließen und sich insbesondere Vitamin D- und kalziumreich ernähren, Sport treiben und Untergewicht vermeiden. Ist das Knochenbruchrisiko sehr hoch oder liegt bereits der erste Knochenbruch vor, erfolgt eine Behandlung mit speziellen Osteoporose-Medikamenten. Über neueste Entwicklungen in Diagnose und Therapie sowie unter welchen Bedingungen die Therapieformen eingesetzt werden sollten, informiert Dr. Bullmann auf einer Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie am 30. März 2011 in Hamburg

Endokrinologie ist die Lehre von den Hormonen und dem Stoffwechsel sowie den Erkrankungen auf diesem Gebiet. Hormone werden von den endokrinen Drüsen, zum Beispiel Schilddrüse oder Hirnanhangdrüse, aber auch bestimmten Zellen in Hoden und Eierstöcken, „endokrin“ sezerniert, das heißt nach „innen“ in das strömende Blut abgegeben. Im Unterschied dazu geben die „exokrinen“ Drüsen, wie beispielsweise die Speicheldrüsen oder Schweißdrüsen, ihre Sekrete nach „außen“ ab.

Terminhinweise:

54. Symposion der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
Termin: 30. März bis 2. April 2011
Ort: Congress Center Hamburg, Am Dammtor / Marseiller Straße, Hamburg
Pressekonferenz anlässlich des 54. Symposions der DGE
Mittwoch, 30. März 2011, 11.00 bis 12.30 Uhr
Ort: Congress Center Hamburg, Am Dammtor / Marseiller Straße, Hamburg, Raum 18/19

Pressekontakt für Rückfragen:

Anna Voormann, Christina Seddig
Pressestelle Deutsche Gesellschaft
für Endokrinologie (DGE)
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-442
Telefax: 0711 8931-167
seddig@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://www.dge2011.de
http://www.endokrinologie.net

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie