Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue gezielte Therapie für spezielle Form der Leukämie

01.06.2010
Patienten mit akuter myeloischer Leukämie haben Grund zur Hoffnung / Teilnehmer für multinationale, individualisierte Studie gesucht

Ein neuer Wirkstoff (AC220) verspricht eine deutlich verbesserte Therapie für Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML). Erste klinische Studien wurden an Patienten mit einem AML-Rückfall und einer speziellen Genveränderung, der FLT3-ITD-Mutation, durchgeführt. Die bisherigen Ergebnisse bei kleineren Patientenzahlen sind für Patienten mit FLT3-Mutationen ermutigend. Nun soll das neue Medikament in einer weltweiten Studie an einem größeren Patientenkollektiv überprüft werden. Studienleiter in Deutschland ist Professor Dr. Anthony Ho, Ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik V am Universitätsklinikum Heidelberg. Seit dem 31. Mai 2010 können die ersten Patienten rekrutiert werden.

An einer akuten Leukämie erkranken im Durchschnitt etwa sechs Personen pro 100.000 Einwohner im Jahr. Die AML betrifft vor allem ältere Menschen, das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 67 Jahren. Unreife Vorstufen bestimmter weißer Blutzellen vermehren sich unkontrolliert und breiten sich in Knochenmark und Blut aus. Die Leukämiezellen verdrängen im weiteren Verlauf alle anderen Blutbestandteile. Deshalb leiden die Patienten unter häufigen Infektionen und Blutungen. Standardmäßig wird die AML mit einer Chemotherapie behandelt.

AML-Patienten mit FLT3-ITD-Mutation gesucht

Bei etwa 30 Prozent der AML-Patienten weisen die Leukämiezellen eine bestimmte Genveränderung auf, eine Mutation der FLT3-Kinase, die Wachstum und Vermehrung der Krebszellen fördert. Patienten mit einer solchen Mutation haben eine schlechte Prognose und sprechen nur mangelhaft auf herkömmliche Behandlungsformen an. In jüngster Zeit wurde aber ein neuer Wirkstoff entwickelt (AC220), der die FLT3-Kinasen hoch selektiv hemmt. Klinische Studien der Phase I haben bereits äußerst ermutigende Ergebnisse geliefert. Es wurden Patienten mit einem AML-Rückfall und der häufigsten Form dieser Genveränderung, der internen Tandemduplikationsmutation (FLT3-ITD-Mutation), behandelt. Die Anzahl der Krebszellen ging daraufhin über einen längeren Zeitraum zurück.

Heidelberg leitet die weltweite Studie in Deutschland

Die Medizinische Klinik V des Universitätsklinikums Heidelberg mit den Schwerpunkten Hämatologie/Onkologie und Rheumatologie leitet in Deutschland die aktuelle Studie, an der 98 Zentren in Nordamerika und Europa teilnehmen. Etwa 180 Patienten mit rezidivierter AML und nachgewiesener FLT3-Mutation werden eingeschlossen und erhalten täglich eine orale Gabe des neuen Wirkstoffs AC220. Das Ziel der klinischen Phase II Studie ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit an einem größeren Patientenkollektiv zu belegen. Der Wirkstoff wurde von der Biotechnologie-Firma Ambit Biosciences (San Diego, U.S.A.) entwickelt. Das Studienvorhaben folgt dem Trend zur individualisierten Therapie, bei der die verabreichten Medikamente spezifisch an die individuell unterschiedlichen Tumoreigenschaften angepasst werden.

Interessierte Patienten können sich im Sekretariat von Professor Dr. Anthony Ho (06221 / 56 80 01) oder bei Professor Dr. Alwin Krämer (06221 / 56 37 750) eingehend informieren.

Weitere Informationen im Internet:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Innere-Medizin-V-Haematologie-Onkologie-und-Rheumatologie-.106656.0.html
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Anthony D. Ho
Medizinische Universitätsklinik, Innere Medizin V
Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 80 01
Fax: 06221 / 56 58 13
E-Mail: sekretariat.ho@med.uni-heidelberg.de
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 7.600 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 40 Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.400 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

nachricht Neue Risikofaktoren für Angsterkrankungen
22.02.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Prozesstechnik für effizientes Bohren und Schneiden auf der LASER CHINA

22.02.2017 | Messenachrichten

IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren

22.02.2017 | Automotive