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Malaria-Parasiten resistent gegen Medikamente

29.05.2009
Artemesinin-Präparate verlieren drastisch an Wirksamkeit

Internationale Wissenschaftler haben laut eigenen Angaben die ersten Beweise dafür gefunden, dass eine Resistenz gegen das weltweit wirksamste Medikament gegen Malaria entsteht.

Dieser Entwicklung im Westen Kambodschas müsse dringend Einhalt geboten werden, da eine voll ausgebildete Resistenz zu einer globalen Gesundheitskatastrophe führen würde, warnen Experten. Die Medikamente brauchen jetzt länger, um das Blut von Malaria-Parasiten zu befreien als früher. Das gilt als frühes Warnzeichen für die Entstehung einer Resistenz. Bis jetzt brauchte das wirksamste Medikament zwei oder drei Tage, um seine Wirkung zu entfalten. Bei neuen Tests dauerte es bis zu vier oder fünf Tagen.

Es sei nicht bekannt, warum es gerade in dieser Region zu einer Resistenz gekommen sei, berichtet die BBC-Journalistin Jill McGivering aus Kambodscha. Das Gesundheitssystem sei jedoch schlecht und der Einsatz von Medikamenten gegen Malaria werde nicht richtig kontrolliert. Die Familie der Artemesinin-Medikamente steht derzeit bei der Bekämpfung der häufigsten und tödlichsten Form von Malaria an vorderster Front.

Zwei Wissenschaftler-Teams, die an verschiedenen klinischen Tests arbeiten, haben berichtet, dass die Medikamente ihre Wirksamkeit deutlich verlieren. Die Besorgnis ist auch deshalb so groß, weil Resistenzen gegen frühere Generationen dieser Medikamente in diesem Teil der Welt laut McGivering genau so begonnen haben. Nick Day von der Mahidol-Oxford Tropical Medicine Research Unit, leitet eines der beiden Wissenschaftler-Teams. Er erklärte, dass Südostasien in der Vergangenheit bereits zwei Mal unabsichtlich resistente Parasiten an den Rest der Welt, vor allem an Afrika, weitergegeben hat. Beide Resistenzen haben vor allem in Afrika viele Todesopfer gefordert.

Kambodscha war lange ein Labor für Malaria-Forscher und ein Ausgangspunkt für Resistenzen. Das öffentliche Gesundheitssystem ist marode und der Einsatz von Medikamenten schlecht kontrolliert. Es gibt eine Vielzahl an gefälschten Medikamenten, die von internationalen Kriminellen hergestellt werden. Diese Fälschungen enthalten vielfach nur eine geringe Menge an Wirkstoffen, um Tests zu täuschen. Auch dadurch kann eine Resistenz begünstigt werden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.tm.mahidol.ac.th/research/dept/moru.htm

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