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Magnetstimulation – neue Schlüsseltechnologie im Kampf gegen Hirnleistungsstörungen

24.08.2010
Schlüsseltechnologien im Bereich der Neurowissenschaften können helfen, zukünftige gesellschaftliche und medizinische Herausforderungen beim Umgang mit Hirnleistungsstörungen nachhaltig zu meistern.

In der alternden Bevölkerung nehmen neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall oder Parkinson deutlich zu und verändern den Alltag der Betroffenen und ihrer Angehörigen gewaltig.

Eine innovative Therapiemöglichkeit ist die neuronavigierte Magnetstimulation des Gehirns. Mit ihrer Hilfe können zielgenau einzelne Bereiche im Gehirn behandelt und damit Leistungen im Bereich der Bewegung, Sprache und Wahrnehmung gefördert werden.

Während eines Pressegesprächs wollen wir am 1. September 2010 um 10.00 Uhr in der BDH-Klinik Greifswald über diese Technologie informieren, die im Mittelpunkt des internationalen "Brain stimulation and brain repair: Mechanisms, behavioural and clinical effects" vom 02. bis 04.09.2010 in Greifswald stehen.

Lähmungen, Bewegungsverlangsamung, Wahrnehmungsstörungen oder Sprachstörungen beeinflussen die Lebensqualität neurologisch Erkrankter nachhaltig negativ. Medikamentöse und übungstherapeutische Ansätze sind wirksam, können oftmals aber nur begrenzt helfen. Da regionale Funktionsstörungen des Gehirns Ursachen der Behinderungen sind, liegt es nahe, zu versuchen, diese gezielt funktionell zu behandeln. Innovative Technologie eröffnet hier ein neuartiges therapeutisches Fenster: Die repetitive neuronavigierte Magnetstimulation kann die Hirnaktivität in einzelnen Bereichen des Gehirns spezifisch und ganz gezielt behandeln und eröffnet damit eine therapeutische Option für eine Vielzahl von Hirnleistungsstörungen.

Erste Forschungsergebnisse klinischer Arbeitsgruppen sind ermutigend und zeigen positive Effekte der neuen Behandlungsmethode zum Beispiel bei Lähmungen, Bewegungsverlangsamung, Schluckstörungen, Wahrnehmungsstörungen, Sprachstörungen, Depressionen und Tinnitus.

Während des Pressegesprächs informieren wir über den aktuellen Erkenntnisstand und stellen die neue Behandlungsmethode vor. Anschließend können die Geräte auch besichtigt werden.

Pressegespräch
Magnetstimulation – neue Schlüsseltechnologie im Kampf gegen Hirnleistungsstörungen
1. September 2010, 10:00 Uhr
BDH-Klinik Greifswald, Karl-Liebknecht-Ring 26a
Raum D120
Gesprächspartner beim Pressegespräch
Prof. Dr. Aurel Popa-Wagner – Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Greifswald
Prof. Dr. Christof Kessler – Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Greifswald
Prof. Dr. med. Thomas Platz – Ärztlicher Direktor BDH-Klinik Greifswald
Herr Sönke Thiesen – Geschäftsführer BDH-Klinik Greifswald
Parkplätze stehen auf dem Geländer der BDH-Klinik in begrenzter Anzahl zur Verfügung.

Trotz der Erfolge bei der noch jungen Behandlungsmethode gilt es, noch viele wissenschaftliche und klinische Fragen zu klären:

• Welche Wirkungen hat die therapeutische Magnetstimulation auf biochemischer und neurophysio-logischer Ebene?

• Welche Effekte gibt es auf die stimulierte Hirnregion selbst und welche Effekte auf entfernte vernetzte Hirnregionen?

• Wie präzise muss die Stimulation lokalisiert werden?

• Welche unterschiedlichen Effekte gibt es bei verschiedenen Stimulationsarten, Kombinationen von Stimulationen bzw. Behandlungsserien?

• Wie lange hält die Wirkung an? Können Lernprozesse im Gehirn unterstützt werden, die Langzeiteffekte generieren?

• Bei welchen Patientengruppen (Lähmungen, Sprachstörungen, oder Wahrnehmungsstörungen nach Schlaganfall, Bewegungsarmut bei Parkinson Erkrankungen, Depression, Tinnitus) wirkt die Behandlungsmethode?

Diese und weitere spannende Fragen werden auf dem Symposium "Brain stimulation and brain repair: Mechanisms, behavioural and clinical effects" anhand von Projektbeispielen thematisiert und mit der interessierten Öffentlichkeit diskutiert. Namenhafte Wissenschaftler aus sechs Europäischen Ländern, Ägypten, Australien, Japan, Tapei und den USA stellen ihre aktuellen Forschungsergebnisse vor.

Die Arbeitsgruppe Neurorehabilitation (BDH-Klinik Greifswald) und des Instituts für Neurologie am Universitätsklinikum Greifswald gestaltet und moderiert unter Leitung von Prof. Dr. med. Thomas Platz das Symposium im Rahmen des EU-Projektes "ImpactG – Improvement of the research competitiveness in neuroscience at the Ernst-Moritz-Arndt-University of Greifswald" mit Unterstützung der EU (FP7-REGPOT-2008-1, Grant agreement no.: 229750) sowie der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen.

Im Projekt "Impact G" (Sprecher: Prof. Dr. A. Popa-Wagner, Neurologische Universitätsklinik Greifswald) arbeiten fünf Institute und Kliniken der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald mit sechs europäischen Partnerinstituten gemeinsam an aktuellen neurowissenschaftlichen Fragestellungen.

Durch die Vernetzung Europäischer Exzellenzzentren mit Greifswalder Instituten und Kliniken wird ein hoher wissenschaftlicher Standard gefördert. Bezüglich der neuronavigierten Magnetstimulation sind Prof. John Rothwell (Neurophysiologe, Institute of Neurology, London) und Dr. Alexander Sack (Psychologe, Entwickler Neuronavigation, Universität Maastricht) strategische Partner der Greifswalder Arbeitsgruppe.

Die Teilnahmegebühr für das Symposium beträgt 120 Euro (inklusive Verpflegung, Rahmenprogramm und Tagungsband).

Symposium
Brain stimulation and brain repair: Mechanisms, behavioural and clinical effects
02.09.2010 – 04.09.2010
Beginn: Donnerstag 17:00 Uhr
Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald
Ansprechpartner
Prof. Dr. med. Thomas Platz
BDH-Klinik Greifswald GmbH
Karl-Liebknecht-Ring 26a, 17491 Greifswald
Telefon 03834 871-201
Telefax 03834 871-302
t.platz@bdh-klinik-greifswald.de
Jan Meßerschmidt
Pressesprecher der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Domstraße 11, 17487 Greifswald
Telefon 03834 86-1150
Telefax 03834 86-1151
pressestelle@uni-greifswald.de

Jan Meßerschmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.bdh-klinik-greifswald.de/
http://www.wiko-greifswald.de/events/cal/browse/4/article/6/brain-stimul.html
http://www.medizin.uni-greifswald.de/neurolog/index.php?id=431

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