Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Männer verlieren mit den Jahren mehr "braunes" Fett als Frauen

14.04.2010
Jüngste Erkenntnisse der Wissenschaft deuten darauf hin, dass braunes Fettgewebe nicht nur beim Neugeborenen sondern auch bei Erwachsenen vorkommt.

Dieses sogenannte "braune" Fettgewebe ist in der Lage, überschüssige Pfunde, die als "weißes" Fett gespeichert sind, als Energielieferant zu verbrennen.

Weltweit konnten Forscher, u.a. auch vom Universitätsklinikum Tübingen (1), belegen, dass die Masse des braunen Fetts mit zunehmendem Alter abnimmt und damit auch zur Gewichtszunahme älterer Menschen beiträgt.

Jetzt konnte am Universitätsklinikum Tübingen gezeigt werden (2), dass dieser Prozess bei Frauen und Männern unterschiedlich verläuft. doi:10.2337/db10-0004

Endokrinologen und Radiologen des Tübinger Uniklinikums untersuchten in einem aktuellen Forschungsprojekt, ob es beim altersbedingten Abbau des braunen Fettes Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Sie fanden heraus (2), dass das Altern diesen Prozess bei Männern und Frauen unterschiedlich beeinflusst.

Bei Männern verringerte sich die braune Fettmasse mit zunehmendem Alter viel schneller als bei Frauen. Die Tübinger Experten konnten weiterhin erstmalig zeigen, dass mit zunehmendem Alter die braune Fettmasse bei Männern weniger stark mit dem BMI korreliert als bei Frauen. Norbert Stefan, Wissenschaftler und Heisenberg Stipendiat an der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen: "Diese neuen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Strategien zur Aufrechterhaltung der Masse des braunen Fetts bei Männer viel früher als bei Frauen angewendet werden müssen, um der Entstehung des Übergewichts entgegenzuwirken.

Wie kann man überhaupt feststellen, ob und wie viel braunes Fett jemand besitzt? "Das ist", so PD Dr. Norbert Stefan, "derzeit leider nur über eine aufwendige PET-CT Untersuchung möglich. Wir arbeiten aber schon fieberhaft an einfacheren Nachweismethoden."

Die Ergebnisse der Untersuchung wurden am 31. März 2010 in der Fachzeitschrift Diabetes (2) vorab in elektronischer Version publiziert.

Ansprechpartner für die Presse

Universitätsklinikum Tübingen
Medizinische Klinik, Abteilung IV
PD Dr. Norbert Stefan
Otfried-Müller-Straße 10, 72076 Tübingen
Tel. 0 70 71 / 29-8 03 90 , Fax 0 70 71 / 29-59 74
norbert.stefan@med.uni-tuebingen.de
Originalpublikationen
(1) The importance of brown adipose tissue. Stefan N, Pfannenberg C, Häring HU. N Engl J Med. Jul 23;361(4):416-7.

(2) Impact of Age on the Relationships of Brown Adipose Tissue with Sex and Adiposity in Humans. Pfannenberg C, Werner MK, Ripkens S, Stef I, Deckert A, Schmadl M, Reimold M, Häring HU, Claussen CD, Stefan N. Diabetes published ahead of print March 31, 2010, doi:10.2337/db10-0004

Dr. Ellen Katz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Die bestmögliche Behandlung bei Hirntumor-Erkrankungen
28.03.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Demenz: Forscher testen Wirkstoffe im Hochdurchsatz
28.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Warum der Brennstoffzelle die Luft wegbleibt

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chlamydien: Wie Bakterien das Ruder übernehmen

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Sterngeburt in den Winden supermassereicher Schwarzer Löcher

28.03.2017 | Physik Astronomie