Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Henne oder Ei?

23.08.2010
Botenstoffe in unserem Körper spielen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Übergewicht und Depression. Es sind dieselben, die durch Übergewicht und Schlafmangel produziert werden.

Wissenschaftler am IFB AdipositasErkrankungen sind dem Zusammenhang zwischen Adipositas, Depression und Schlaf ein Stück näher gekommen und haben zugleich wieder neue Fragen aufgeworfen. In einer Studie konnten sie nachweisen, dass ein erhöhter Spiegel an sogenannten Zytokinen, Eiweißmoleküle des Immunsystems, die für die Abwehr zuständig sind, zu Depressionen führen kann und eine antidepressive Therapie die Produktion dieser Zytokine drosselt.

„Dieses Ergebnis ist für uns sehr spannend“, so der leitende Wissenschaftler Prof. Hubertus Himmerich, „wir wissen aus anderen Studien, dass eben diese Zytokine vermehrt bei stark Übergewichtigen vorkommen, sie werden wahrscheinlich als Antwort auf die großen Fettmassen gebildet. Es ist also relativ wahrscheinlich, dass bei der Entstehung von Depressionen bei stark adipösen diese Zytokine eine große Rolle spielen.“

Die Freude über die Erkenntnis ist von kurzer Dauer. Bedenkt man, dass auch zu wenig Schlaf die Bildung von Zytokinen hervorruft und zugleich die Ausschüttung von Ghrelin bewirkt, ein Hormon das den Appetit fördert, dann könnte genausogut zu wenig Schlaf die eigentliche Ursache für Übergewicht und in dessen Folge für Depression sein.

Unübersichtlich wird das Untersuchungsfeld, wenn man die Ergebnisse von Studien hinzunimmt, die zeigen, dass atypische Depressionen Heißhunger fördern und zugleich das Schlafbedürfnis erhöhen.

„Es ist unser Ziel“, so Himmerich „ in dieses Wirrwarr ein bisschen mehr Licht zu bringen. Am IFB werden wir jetzt genau diese Zusammenhänge zwischen der Regulation von Wachheit, Schlaf, Adipositas und Depression erforschen. In diesem Zusammenhang suchen wir auch noch gesunde, normalgewichtige Probanden zwischen 30 und 60 Jahren.“ Diese Untersuchungen sind für die Wissenschaftler wichtig, um herauszufinden, was Henne und was Ei ist. Denn bisher ist unklar, ob Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus Ursache oder Folge der Depression sind, und Übergewicht zur Depression führt oder beispielsweise eine atypische Depression die Ursache für die Gewichtszunahme darstellt. Die Untersuchungen werden voraussichtlich etwa 3 Stunden dauern und beinhalten Fragen, Konzentrationsaufgaben und eine Elektroenzephalografie-(Gehirnstrom)-Messung.“

Interessierte können sich unter eeg-studie@medizin.uni-leipzig.de oder Mo-Fr von 9-10 Uhr unter Telefon: 0341 – 97 24535 melden.

Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB)
AdipositasErkrankungen
Prof. Dr. Michael Stumvoll,
Prof. Dr. Hubertus Himmrich
über
Janna Buchele
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Liebigstraße 21
04103 Leipzig
Tel: + 49 341 97 13361
Fax: + 49 341 97 15949

Dr. Manuela Rutsatz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de

Weitere Berichte zu: Adipositas Depression IfB Schlaf Zytokin Übergewicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Mikrobiologen entwickeln Methode zur beschleunigten Bestimmung von Antibiotikaresistenzen
13.02.2018 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Überschreiben oder Speichern? Die Gewissensfrage zur Vergesslichkeit
13.02.2018 | PhytoDoc Ltd.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics