Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsverbund zur Entscheidungsfindung: BMBF fördert Forschungsvorhaben in Hamburg und Berlin

17.08.2009
Im Rahmen der Initiative "Bernstein Fokus: Neuronale Grundlagen des Lernens" fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) einen neuen Forschungsverbund, der von Prof. Dr. Christian Büchel, Direktor des Instituts für Systemische Neurowissenschaften des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), koordiniert wird.

Das Forschungsvorhaben wird mit einem Volumen von 2,3 Millionen Euro über fünf Jahre gefördert und befasst sich mit komplexen Lern- und Entscheidungsprozessen beim Menschen über die Lebensspanne.

"Ziel unseres Forschungsvorhabens ist, mit den Methoden der Neurophysiologie und am Modell Entscheidungsprozesse besser verstehen zu können" so Büchel. Im Forschungsverbund arbeiten Wissenschaftler des UKE eng mit Forschern der Technischen Universität Berlin, der Charité Universitätsmedizin Berlin, des Max Planck Instituts für Bildungsforschung und des Bernstein Zentrums für Computational Neuroscience Berlin zusammen.

Der neue Bernstein Fokus ist Teil des bundesweiten Bernstein Netzwerks Computational Neuroscience, das mit verschiedenen Förderinitiativen seit 2004 das Forschungsgebiet der Computational Neuroscience unterstützt.

Unser Leben ist eine Kette von Entscheidungen und jede Entscheidung beruht auf dem, was wir gelernt haben. Ziel des neuen Bernstein Fokus ist es, die neuronalen Grundlagen komplexer Entscheidungsprozesse besser zu verstehen. Wie wägen wir alternative Entscheidungsmöglichkeiten ab? Warum entscheiden wir uns eher für eine Handlung, die eine sofortige Belohnung nach sich zieht, als für eine, die erst in ferner Zukunft Positives bringt?

Auch individuelle Unterschiede zwischen den Menschen sollen durch die Forschung am Bernstein Fokus besser verstanden werden. Manche Menschen sind beispielsweise risikofreudiger als andere und verschiedene Personen reagieren unterschiedlich flexibel auf Veränderungen im Belohnungsmuster. Welche genetischen Faktoren beeinflussen das Entscheidungsverhalten? Wie verändert sich die Entscheidungsfindung im Alter? Wie werden Entscheidungsfindungen durch Medikamente beeinflusst?

Um diese Fragen zu beantworten, arbeiten im Bernstein Fokus experimentell und theoretisch arbeitende Neurowissenschaftler eng zusammen. Mit bildgebenden Verfahren werden die Gehirnaktivität und biochemische Prozesse im Gehirn bei Probanden in Entscheidungsversuchen beobachtet. Computermodelle helfen dabei, die zugrunde liegenden Prozesse quantitativ nachzubilden und besser zu verstehen. Auf lange Sicht erhoffen sich die Wissenschaftler neue Therapieansätze bei Suchterkrankungen und altersbedingten kognitiven Störungen. Aber auch für die Wirtschaftswissenschaften ist die Erforschung von Entscheidungsprozessen von Bedeutung. So lassen sich beispielsweise Börsenkurse besser vorhersagen, wenn das Entscheidungsverhalten der Händler in die entsprechenden Modelle mit einfließt.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Christian Büchel, Institut für Systemische Neurowissenschaften UKE, Tel.: 040-7410-54726, buechel@uke.de, http://www.uke.uni-hamburg.de/institute/systemische-neurowissenschaften/

Dr. Simone Cardoso de Oliveira, Bernstein Koordinationsstelle, Nationales Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience, Tel.: 0761-203-9583, cardoso@bcos.uni-freiburg.de, http://www.nncn.de

Kathrin Herbst | idw
Weitere Informationen:
http://www.nncn.de
http://www.uke.uni-hamburg.de/institute/systemische-neurowissenschaften/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Forscher entschlüsseln einen Mechanismus bei schweren Hautinfektionen
24.01.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie