Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entwicklung einer Kombinationstherapie: Das körpereigene Immunsystem im Kampf gegen Krebs stärken

27.11.2013
Die Bekämpfung von Tumoren mit sogenannten T-Killerzellen der körpereigenen Immunabwehr zeichnet sich als vielversprechende Methode in der Krebstherapie ab.

Ein großer Vorteil sind die geringen Nebenwirkungen im Vergleich zur Chemotherapie. Mit dieser immunologischen Tumortherapie konnten Mediziner bereits erste Erfolge in der klinischen Erprobung vorweisen. Professor Günter J. Hämmerling und Professor Bernd Arnold vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg wollen in einem langfristigen Forschungsprojekt klären, wie sich die Einwanderung von T-Killerzellen in Tumoren und damit ihre Wirksamkeit fördern lässt.


Die obere Abbildung zeigt einen blau eingefärbten Tumor vor der Bestrahlung. Die untere Abbildung zeigt, dass Bestrahlung eine starke Einwanderung von T-Killerzellen und Zerstörung des Tumors bewirkt.

Aus klinischen Studien ist bekannt, dass Patienten mit einer starken Einwanderung von T-Killerzellen in das Tumorgewebe eine bessere Überlebens- und Heilungschance haben als Patienten mit einem niedrigeren Aufkommen von T-Killerzellen.

In der ersten Phase des von der Wilhelm-Sander-Stiftung geförderten Projekts wiesen die Wissenschaftler nach, dass eine punktgenaue und niedrig dosierte Bestrahlung der Tumoren völlig ausreichte, um eine starke Einwanderung von T-Killerzellen zu bewirken, die dann den Tumor zerstörten.

Die Strahlungsdosis war so niedrig, dass gesundes Gewebe nicht geschädigt wurde. Dabei ergab sich der unerwartete Befund, dass sogenannte Makrophagen durch Bestrahlung von „Verteidigung“ auf „Angriff“ umgepolt wurden und so die Killerzellen unterstützten.

Neben Bestrahlung entdeckte das Forscherteam einen zweiten Ansatz, die den Killerzellen die Einwanderung in Tumoren ermöglichen: und zwar durch Entfernung einer weiteren Klasse von Wächterzellen im Tumor, den sogenannten regulatorischen T-Zellen. Nach experimenteller Entfernung der regulatorischen T-Zellen konnten T-Killerzellen in den Tumor einwandern und diesen zerstören. Wahrscheinlich findet auch hier eine Umpolung der Makrophagen statt.

In der zweiten Projektphase wollen die Forscher nun die Umpolung der Tumormakrophagen untersuchen und insbesondere die Frage klären, wie die umgepolten Makrophagen die Arbeit der T-Killerzellen unterstützen. Die genaue Kenntnis dieser Mechanismen wird von Bedeutung für die Entwicklung neuer Ansätze zur immunologischen Krebstherapie sein.

Die Untersuchungen erfolgen zum Teil in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Philipp Beckhove von der Abteilung Translationale Immunologie des DKFZ und dem Nationalen Zentrum für Tumorerkrankungen (NCT).

Kontakt (Projektleitung):
Prof. Dr. Günter J. Hämmerling,
Deutsches Krebsforschungszentrum – DKFZ Heidelberg
Tel.: +49 (0)6221 423709; E-Mail: hammerling@dkfz.de
Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 100.000 Euro. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

nachricht MRT-Kontrastmittel: Neue Studie spricht für Sicherheit
17.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie