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Diabetes in der Schwangerschaft - Screening als Vorsorge sinnvoll

10.12.2008
Schätzungsweise bis zu fünf Prozent der Schwangeren leiden an einem Gestationsdiabetes. Das ist eine Kohlenhydratstoffwechselstörung, die erstmalig während der Schwangerschaft auftritt bzw. erkannt wird und landläufig als Schwangerschaftsdiabetes bezeichnet wird.

Stoffwechselaktive Schwangerschaftshormone führen zu einer verminderten Insulinempfindlichkeit. Kann das die Bauchspeicheldrüse nicht durch die Ausschüttung von mehr Insulin kompensieren, schädigen erhöhte Blutzuckerwerte nicht nur die Mutter, sondern auch das Kind. Erschwerte Entbindungen aufgrund des übermäßigen Wachstums des Fetus, eine neonatale Hypoglykämie (zu niedriger Blutzuckerspiegel) bis hin zum Absterben bereits im Mutterleib sind möglich.

Außerdem ist lebenslang das Risiko für Übergewicht und Diabetes erhöht. Wenngleich von immer mehr Gynäkologen akzeptiert, so ist der Orale Glukosetoleranztest kein routinemäßiger Bestandteil der Schwangerschaftsvorsorge, beklagt Privatdozentin Dr. Ute Margaretha Schäfer-Graf, Oberärztin im St. Joseph-Krankenhaus in Berlin, anlässlich der Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft im November 2008 in Berlin. Der in der Regel in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche empfohlene Test wird also bei einem Großteil der Schwangeren gar nicht durchgeführt.

Hingegen hat die vorgesehene Untersuchung des Urins auf Glukose eine sehr geringe Sensitivität von weniger als zehn Prozent. Dabei bestätigen neue Studien, unter anderem die weltweite HAPO-Studie (= hyperglycemia adverse pregnancy outcome) mit 25.000 Schwangeren, dass unabhängig von anderen Risikofaktoren, wie z. B. Adipositas der Mutter, die Risiken für das Kind aufgrund des des steigenden Blutzuckers linear ansteigen. Schon geringe Blutzuckererhöhungen wirken sich ungünstig aus.

Zur Zeit werden deshalb Nutzen und medizinische Notwendigkeit des Screening auf Gestationsdiabetes neu bewertet. Die Therapie des Schwangerschaftsdiabetes besteht in der Kontrolle und Absenkung der mütterlichen Blutzuckerwerte durch Blutzuckerselbstmessungen, Diät, körperliche Aktivität und gegebenenfalls Insulin.

Dr. Lioba Hofmann | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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