Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Demenz mit bildgebenden Verfahren früh erkennen und behandeln

02.10.2012
Heute leiden bundesweit mehr als 1,3 Millionen Menschen an Alzheimer-Demenz, bis 2050 werden es vermutlich doppelt so viele sein. Noch ist die mit Gedächtnisverlust einhergehende Nervenerkrankung unheilbar.
Um mögliche Therapien überhaupt untersuchen zu können, muss die Erkrankung im Anfangsstadium erkannt werden. Dabei spielen bildgebende Verfahren, etwa die Magnetresonanztomographie (MRT), eine Schlüsselrolle. Über Möglichkeiten und Grenzen der bildgebenden Verfahren in der Alzheimerdiagnostik diskutieren Experten im Rahmen von neuroRAD, der 47. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie vom 11. bis 13. Oktober 2012 in Köln.

In der alternden Bevölkerung Deutschlands nehmen die Erkrankungszahlen von Alzheimer-Demenz stetig zu. Das Risiko für eine Demenzerkrankung steigt mit zunehmendem Alter: Betroffen sind in Deutschland etwa fünf Prozent der 65-Jährigen, aber schon 20 Prozent aller Menschen über 80 Jahren. Die häufigste Demenzform ist Morbus Alzheimer, an der rund 60 Prozent aller Dementen leiden. Je früher eine Demenzerkrankung erkannt wird, desto wirkungsvoller können Betroffene gegensteuern: Medikamente, aber auch Gedächtnistraining und körperliche Aktivität können den Krankheitsprozess verzögern.

„Die Rolle der Bildgebung bestand lange Zeit ausschließlich darin, bei dementen Patienten andere Erkrankungen im Gehirn, etwa Tumoren oder Abszesse, auszuschließen“, sagt Professor Dr. med. Horst Urbach, Leiter der Abteilung für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Bonn. Dieser Ausschluss anderer Erkrankungen ist in der Alzheimerdiagnostik nach wie vor wichtig. „Moderne bildgebende Verfahren machen es heute aber außerdem möglich, frühzeitig Veränderungen im Gehirn festzustellen, die auf eine drohende Alzheimer-Demenz hinweisen“, so Urbach. Hierzu zählt unter anderem die temporomesiale Atrophie, ein Gewebeschwund im Gehirn im Bereich des mittleren Schläfenlappens. Sie gilt als ein wichtiger Indikator für Demenz. Neben strukturellen Veränderungen sind Eiweißablagerungen im Gehirn, sogenannte Amyloid-Plaques, ein weiterer Biomarker für die Erkrankung. Die Ablagerungen lassen sich heute mit Hilfe der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) nachweisen. „Diese Veränderungen im Gehirn gehen dem Ausbruch der Erkrankung um viele Jahre voraus“, erläutert Professor Urbach.

Doch nicht immer sind derartige Veränderungen Vorboten einer Alzheimer-Demenz. Der Abbau von Gewebe im Gehirn etwa, kann auch lediglich altersbedingt sein. Deshalb arbeiten Neuroradiologen an neuen Untersuchungsmethoden zur Diagnostik von Demenz. „Diese sollen zukünftig helfen, Patienten, denen tatsächlich eine Alzheimer-Demenz droht, von jenen mit altersbedingt koginitivem Abbau zu unterscheiden.“ Auch Verfahren, die den Gewebeabbau noch früher erkennbar machen, seien derzeit in der Entwicklung. Welche aktuellen und zukünftigen Verfahren die Frühdiagnose der Alzheimer-Demenz verbessern können, erläutert Professor Dr. med. Horst Urbach auf der Kongress-Pressekonferenz anlässlich von neuroRAD 2012, die am 11. Oktober 2012 von 10.30 bis 11.30 Uhr stattfindet. Weitere Informationen zum Kongress finden Sie unter http://www.neurorad.de.

Terminhinweise:

Auf dem Kongress
Die alternde Gesellschaft in der Neuroradiologie
Termin: Freitag, 12.10.2012, 16.15 bis 18.15 Uhr
Ort: Großer Saal, Gürzenich Köln
Anschrift: Martinstraße 29-37, 50667 Köln

Kongress-Pressekonferenz
Termin: Donnerstag, 11. Oktober 2012, 10.30 bis 11.30 Uhr
Ort: Konferenzraum 3, Gürzenich Köln
Anschrift: Martinstraße 29-37, 50667 Köln

Vorläufige Themen und Referenten:
neuroRAD 2012:
Neues und Zukünftiges aus der diagnostischen und therapeutischen Neuroradiologie
Professor Dr. med. Michael Knauth
Kongresspräsident neuroRAD 2012, Direktor der Abteilung für Neuroradiologie,
Universitätsmedizin Göttingen

Können wir Morbus Alzheimer und andere Demenzen bald vorhersagen?
Möglichkeiten, Ziele und Grenzen der bildgebenden Diagnostik
Professor Dr. med. Horst Urbach
Leiter der Abteilung für Neuroradiologie der Radiologischen Klinik,
Universitätsklinikum Bonn

Innovative Schlaganfallbehandlung für alle? – Wann das neue Katheterverfahren
zum Einsatz kommt und wie es in die breite Versorgung gelangt
Professor Dr. med. Olav Jansen
Präsident der DGNR, Direktor des Instituts für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Patienten sicher und schonend neuroradiologisch versorgen –
Qualitätssicherung der DGNR
Professor Dr. med. Ansgar Berlis
Chefarzt der Klinik für Neuroradiologie, Klinikum Augsburg
Gefährliche Gehirnblutungen erkennen und verhindern:
Daten, Fakten und Neues zur Diagnostik und Therapie von Aneurysmen
Professor Dr. med. Jens Fiehler
Direktor der Klinik und Poliklinik für Neuroradiologische Diagnostik und Intervention, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Kontakt für Journalisten:
Pressestelle neuroRAD
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR)
Juliane Pfeiffer/Corinna Spirgat
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-693
Telefax: 0711 8931-167
pfeiffer@medizinkommunikation.org

Juliane Pfeiffer/Corinna Spirgat | idw
Weitere Informationen:
http://www.neurorad.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger

27.02.2017 | Medizintechnik

Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung

27.02.2017 | Medizintechnik