Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Botulinum Toxin A in der Urologie

18.01.2010
Ein Segen für Patienten mit Blasenfunktionsstörungen

Noch ist der Einsatz von Botulinum Toxin A in der Urologie keine Routinebehandlung, aber immer mehr Patienten mit Blasenfunktionsstörungen profitieren von der neuartigen Therapie. Der Wirkstoff aus dem Bakterium Clostridium botulinum wird während einer Blasenspiegelung direkt in die Harnblase gespritzt. Symptome wie häufiger und unwillkürlicher Harndrang können etwa neun Monate lang reduziert oder völlig unterbunden werden.

Blasenfunktionsstörungen wie Dranginkontinenz oder überaktive Blase bedeuten für die Betroffenen starke Einschränkungen in der Lebensqualität und hohen Leidensdruck, oft verbunden mit dem Verlust von Selbstwertgefühl und dem Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben.

Wenn herkömmliche Methoden nicht helfen, kann Botulinum Toxin A das Leiden lindern. Auch bei Blasenfunktionsstörungen neurogener Ursache, nach Querschnittlähmungen, bei Parkinson oder Multipler Sklerose sowie bei chronisch schmerzhaften Blasenerkrankungen wie der Interstitiellen Cystitis kommt Botulinum Toxin A zum Einsatz.

"Anders als in der Schönheitschirurgie gibt es in der Urologie eine klare medizinische Indikation. Der Wirkstoff schließt die therapeutische Lücke zwischen Medikamentengabe und Operation. Die Behandlung erfolgt unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung an urologischen Kliniken mit dem Schwerpunkt Inkontinenz oder in spezialisierten urologischen Praxen", sagt der Kieler Urologe Privatdozent Dr. Christoph Seif. Zuvor müssen allerdings alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden.

"Erst wenn herkömmliche Medikamente, Verhaltenstherapien oder physiotherapeutische Therapien wirkungslos bleiben, kann Botulinum Toxin A mangels einer adäquaten Therapiealternative angewendet werden, denn noch wird es in der Urologie ohne amtliche Zulassung im sogenannten Off-Label-Gebrauch verwendet", so Privatdozent Dr. Seif aus dem Arbeitskreis "Urologische Funktionsdiagnostik und Urologie der Frau" der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V..

Was das für die Patienten bedeutet, erklärt Privatdozent Dr. Arndt van Ophoven vom Marienhospital Herne der Ruhr-Universität Bochum: "In den meisten Fällen übernehmen die Krankenkassen heute die rund 1000 Euro teuren Behandlungskosten. Im Off-Label-Gebrauch besteht allerdings keine Pflicht zur Kostenübernahme. Die Zulassung in der Urologie wird in zwei Schritten erfolgen und für Ende 2010 oder in 2011 zunächst für die neurogene Blasenfunktionsstörungen erwartet".

Nach PD Dr. Seif könnte die Botulinum Toxin A-Injektion in der Zukunft auch vermehrt bei der Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) zum Tragen kommen. "Bei dieser Indikation handelt es sich um einen vielversprechenden Therapieansatz, doch hier gilt es vorerst noch, weitere Studienergebnisse abzuwarten", dämpft Privatdozent Dr. Arndt van Ophoven allzu große Erwartungen betroffener Männer.

Weitere Informationen:
DGU/ BDU- Pressestelle
Bettina-C. Wahlers
Sabine M. Glimm
Stremelkamp 17, 21149 Hamburg
Tel.: 040 - 79 14 05 60 Mobil: 0170 - 48 27 28 7
E-Mail: info@wahlers-pr.de

Bettina-Cathrin Wahlers | idw
Weitere Informationen:
http://www.urologenportal.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie