Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bessere Wirksamkeit genetischer Impfstoffe

20.11.2009
Großer Erfolg für eine Forschungsgruppe der Sektion Gentherapie der Universität Ulm: Die Wissenschaftler unter Leitung von Dr. Florian Kreppel sind unter den sechs Preisträgern des Wettbewerbs "Gründungsoffensive Biotechnologie" (GO-Bio), die in der dritten Runde aus einer Vielzahl von Antragsskizzen für eine Anschubfinanzierung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ausgewählt worden sind. Dabei sollen zukunftsträchtige Ideen in den Biowissenschaften in erfolgreiche Unternehmen münden.

Die Ulmer Forschungsgruppe erhält 1,7 Millionen Euro für die Entwicklung einer neuen Plattformtechnologie, die eine bessere Wirksamkeit genetischer Impfstoffe gegen schwerwiegende Krankheiten ermöglichen soll. "Innerhalb der nächsten drei Jahre rechnen wir mit der Marktreife", sagt Dr. Kreppel. In zwei Jahren will der 37jährige Biochemiker mit seinem Team ein Unternehmen zur Vermarktung der Technologie gründen.

Ob AIDS, Malaria oder Hepatitis C - folgenschwere Krankheiten wie diese sollen künftig möglichst schon präventiv durch genetische Impfungen eingedämmt werden. Dabei soll das Immunsystem den Kampf gegen den Erreger dadurch lernen, dass lediglich Teile der Erreger-Erbsubstanz statt eines abgeschwächten Erregers verabreicht werden. "Dazu kommen spezielle sogenannte Gen-Fähren zum Einsatz, die das Erbgut in den Körper transportieren", erläutert Florian Kreppel.

Bislang befinde sich dieser Impfansatz allerdings noch in der Erforschung. Ein Problem dabei: "Diese Impfstoffe sind nicht in der Lage, Immunzellen gezielt anzusteuern, um dann die Abwehrzellen des Körpers zu stimulieren", so der seit 2003 in Ulm tätige Wissenschaftler, "hier wollen wir mit unserer Technologie ansetzen". Daran arbeite seine Gruppe seit 2004.

Mittels dieser Plattformtechnologie sollen die bei genetischen Impfungen benötigten Transportvehikel für das Erreger-Erbgut gezielt verbessert werden. "Dazu wollen wir die Mikro-Shuttles mit einer speziellen chemischen Oberflächenstruktur versehen, so dass sie von speziellen Abwehrzellen, Fresszellen etwa, aufgenommen werden und so Immunantworten ankurbeln." Dr. Kreppel zufolge arbeiten die Forscher derzeit auf Basis von Adenovirus und mit Hilfe synthetischer Polymere-, aber die Technologie wird für verschiedene Modelle von Gen-Fähren einzusetzen sein. Wesentliche Bestandteile ihrer Entwicklung seien jedenfalls bereits patentiert und ihre Machbarkeit im Tiermodell belegt.

"Wenn wir unser Ziel erreichen, wäre dies ein Riesendurchbruch in der Forschung", ist der Wissenschaftler überzeugt, der schon heute an die nächsten Schritte denkt: "Unser Geschäftsmodell ist neben Lizenzvergaben für die Technologie-Plattform langfristig auch die präklinische Entwicklung von eigenen Produktkandidaten."

Schließlich sei das Ziel des für seine restriktive Auslese bekannten Wettbewerbs "Spitzenforschung mit Gründungsinteresse". Und zentrale Auswahlkriterien sei neben einem überzeugenden Konzept ein herausragender wissenschaftlicher Werdegang der Bewerber gewesen. "Schon deshalb", freut sich Dr. Florian Kreppel, "sind wir sehr stolz auf diesen Erfolg".

Weitere Informationen: Dr. Florian Kreppel, Tel. 0731/500-46118

Willi Baur | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-ulm.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verbesserte Heilungschancen durch individualisierte Therapie bei Hodgkin Lymphom
23.10.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Aktuelle Therapiepfade und Studienübersicht zur CLL
20.10.2017 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie