Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medikamentöse Behandlung hilft bei offenem Bein

13.09.2000


... mehr zu:
»Unterschenkelgeschwür
Für Venen-Patienten, deren Unterschenkelgeschwür mit keiner herkömmlichen Therapie beizukommen ist, gibt es jetzt neue Hoffnung: Eine neuartige medikamentöse Behandlung kann die Einheilung von
Hauttransplantaten verbessern und beschleunigen. Studien an der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum im St. Josef-Hospital (Direktor: Prof. Dr. Peter Altmeyer) weisen auf den Erfolg von Prostaglandin E1 hin, das seit langem zur Durchblutungsförderung bei arteriellen Erkrankungen eingesetzt wird.


Medikamentöse Behandlung hilft bei offenem Bein
Hauttransplantate heilen besser ein
Mehr Lebensqualität, geringere Kosten

Volkskrankheit Venenleiden - nicht nur unangenehm ...

Venenerkrankungen sind in vielen Industrienationen zur Volkskrankheit geworden: Allein in Deutschland leiden 12 Millionen Menschen an Krampfadern, eine Million an einem Unterschenkelgeschwür (offenes Bein, Ulcus cruris) als Folge eines Venenleidens. Die Ursache hierfür ist eine Störung des venösen Blutflusses. Durch Krampfadern oder infolge einer Beinvenenthrombose kommt es zu einem Defekt der Venenklappen, die einen Rückfluss des venösen Blutes vom Bein zum Herzen unterstützen. Folgen eines solchen Defekts sind z. B. Wasseransammlungen in den Unterschenkeln und dunkle oder weißlich-harte Hautveränderungen an den Innenknöcheln. Die Heilungsbereitschaft der Haut ist wegen der gestörten Durchblutung sehr gering - schon bei leichten Verletzungen wie Stoßen oder Kratzen kann ein schlecht heilendes Unterschenkelgeschwür entstehen.

... sondern auch kostenintensiv

Ein solches Leiden mindert nicht nur die Lebensqualität des Betroffenen, es verursacht auch erhebliche Kosten: Internationalen Schätzungen zufolge kostet die Behandlung eines Geschwürs bis zur Heilung etwa 25.000 DM. Therapiemöglichkeiten sind zuerst die Verbesserung des gestörten Blutflusses durch Verbände oder Kompressionsstrümpfe oder durch Verödung oder Operation der Krampfadern. Die örtliche Wundbehandlung des Geschwürs kann nur unterstützend wirken, da sie nicht die Ursachen beseitigt. Hier kommen desinfizierende Bäder, Wundauflagen und Salben in Frage.

Medikament verbessert Durchblutung und Heilung

Wenn gar nichts anderes mehr hilft, können die Ärzte die offenen Stellen des Bein mithilfe einer Hauttransplantation verschließen. Hierbei verbessert und beschleunigt sich die Einheilung durch Prostaglandin E1, einem durchblutungsfördernden Medikament, das seit über 15 Jahren erfolgreich und mit guter Verträglichkeit bei der arteriellen Verschlusskrankheit eingesetzt wird. Durch die Gabe des Medikaments heilen die Geschwüre schneller ab, der Krankenhausaufenthalt verkürzt sich. Die verkürzte Krankheitsdauer steigert nicht nur die Lebensqualität der Patienten, sie senkt auch die Kosten für die Krankenkassen.

Weitere Informationen

Dr. Markus Stücker, Oberarzt der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum im St. Josef Hospital, Gudrunstr. 56, 44791 Bochum, Tel. 0234/509-1, Fax: 0234/509-3409, Email: m.stuecker@derma.de, markus.stuecker@ruhr-uni-bochum.de

13.09.2000 |

Weitere Berichte zu: Unterschenkelgeschwür

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise