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Neue Hoffnung für Herzpatienten

18.04.2002


Im Marien-Hospital Witten, kooperierende Klinik der Universität Witten/Herdecke, wurde einem Herzpatienten erstmals ein neuartiger Stent (Drahtstütze zur Stabilisierung von Herzkrankgefäßen) implantiert.

Seit den 80er Jahren werden bei bedrohlichen Verengungen der Herzkranzgefäße weltweit sog. Ballondilatationen durchgeführt. Diese Methode wurde inzwischen durch die Implantation von feinen Drahtsützen, sog. Stents, wesentlich verbessert werden: Die Stents stabilisieren das Gefäß und führen zu einem besseren Langzeitergebnis.
Vor allem bei Herzinfarkt sind die Ballonaufdehnungen mit nachfolgender Stent-Implantation den konventionellen Therapieverfahren (medikamentöse Therapie mit blutverdünnten Mitteln) weit überlegen: die Überlebenschance der Patienten steigt deutlich.
Doch die herkömmliche Stent-Implantation hat einen Nachteil: Bis zu 20% der eingesetzten Stents verschließen sich bereits im ersten halben Jahr oder verengen ihren Durchmesser durch erneute Ablagerungen. Viele Patienten müssen sich deshalb schon nach 6 Monaten einer erneuten Herzkatheteruntersuchung und einer anschließenden Ballonaufdehnung unterziehen.

Am gestrigen 17.April 2002 wurde nun im Wittener Marien-Hospital erstmals ein neuartiger Stent (Cypher-Stent, Fa. Cordis, Marktzulassung 16. April 2002) implantiert.
Die Besonderheit: Der Stent ist mit einem aktiven zytostatischen Antibiotikum (Rapamycin bzw. Sirolimus) beschichtet, das Gewebebewucherungen durch die Unterbindung von Gewebereaktionen verhindert. Der Effekt ist sensationell: Selbst nach inzwischen zweijährigen klinischen Studien hatte kein einziger Patient die gefürchteten Stentverengungen.
Ein 75-jähriger Mann mit akuten Hinterwandinfarkt durch eine hochgradig verengte Herzkranzarterie war der erste Patient, der in Witten den neuen Stent erhielt. Professor Dr. Martin Bergbauer, Chefarzt der Kardiologischen Klinik des Marien-Hospitals Witten führte den Eingriff durch. "Für die betroffenen Patienten bringt dieses neue Therapieverfahren eine wesentlich höhere Sicherheit", so Professor Bergbauer. "Insbesondere Patienten, die zu erneuten Verschlüssen neigen, wie z.B. Diabetiker werden hiervon profitieren."
Ein großes Problem sieht Bergbauer jedoch in den Kosten der Therapie. Mit über 2300 Euro ist der neue Stent nahezu sechsmal so teuer wie ein üblicher Stent - und die Mehrkosten werden von den Krankenkassen nicht übernommen. Aus diesem Grund, so die Einschätzung von Professor Bergbauer, werden wohl nur wenige Kliniken den neuen Stent einsetzen können.


Kontakt:
Professor Dr. Martin Bergbauer
Oberarzt Privat-Dozent Dr. Luis Maeso
Kardiologische Klinik
Marien-Hospital Witten
58452 Witten
Tel.: 02302-173-1303

Christiane Bensch | idw

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