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Österreich-Premiere: Herzoperation unter regionaler Betäubung

19.03.2002


Bypass-Operation "live" ohne künstliche Beatmung und Herz-Lungen-Maschine

Am Landeskrankenhaus Universitätskliniken Innsbruck ist erstmals in Österreich eine Herzoperation ohne Allgemein-Anästhesie bzw. ohne künstliche Beatmung durchgeführt worden. Dem 42-jährigen Patienten wurden in einer mehrere Stunden dauernden "Live"-Operation bei offenem Brustbein zwei Arterien auf die Herzkranzgefäße genäht. Der Patient wurde durch eine Epidural-Anästhesie ("Rückenstich"), eine Anästhesieform, die auch angewendet wird, wenn Frauen die Geburt ohne Schmerzen miterleben wollen, schmerzfrei gehalten.

Für Kardiologen ist es wünschenswert, dass auch während einer Herz-Operation Atmung und Herz ohne Unterstützung der Herz-Lungen-Maschine und der künstlichen Beatmung den Kreislauf versorgen. Die technische Unterstützung ist dann notwendig, wenn die unter Lokalanästhesie durchführbaren Methoden der Kardiologie aufgrund der anatomischen Besonderheiten nicht angewendet werden können, um ein Herzkranzgefäß weiter offen zu halten. Bei dieser Bypass-Operation ist dies nun erstmals gelungen. Treten während der Operation unter Regionalanästhesie Atemprobleme auf, kann sofort künstlich beatmet werden. Auch die Herz-Lungen-Maschine steht bereit, sollte es Schwierigkeiten bei den Gefäßnähten am schlagenden Herzen geben.

Diese Methode ist nur bei besonders kooperativen und mündigen Patienten möglich. Sie stellt laut dem Operationsteam um die Anästhesisten Günther Putz und Doris Balogh von der Uniklinik für Anästhesie und Allgemeine Intensivmedizin sowie die Chirurgen Hannes Bonatti und Günther Laufer von der Uniklinik für Chirurgie, Klinische Abteilung für Herzchirurgie zweifellos eine psychische Herausforderung, sowohl für den Patienten als auch für das OP-Team dar. Ein unkomplizierter Verlauf nach der Operation, eine frühe Mobilisierung des Patienten und dadurch ein vereinfachter Krankenhausaufenthalt sind jedoch die Gründe, warum man sich dennoch dazu entschließt.

Die Kombination von Epidural-Anästhesie mit Allgemein-Anästhesie ist in der Herzchirurgie bereits eine etablierte Methode, da auf diese Weise besondere Stressfreiheit des Herzens gesichert ist. Auch Gefäßnähte am schlagenden Herzen ohne die Hilfe der Herz-Lungen-Maschine werden an der Klinik Innsbruck regelmäßig durchgeführt. Neu ist jedoch, dass bei diesem Eingriff weder Vollnarkose noch künstliche Beatmung angewendet wurden.

Sandra Standhartinger | pte.online

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