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Individualisierte HIV- und Krebstherapien dank neuer Biomarker und Gendiagnostik

17.04.2007
Für Forschungsarbeiten, durch die sich künftig die Behandlung von HIV-Infizierten und Patienten mit Darm- oder Prostatakrebs besser planen lässt und gefährliche Nebenwirkungen vermieden werden, wurden heute Prof. Dr. med. Christian Strassburg, Medizinische Hochschule Hannover, und Prof. Dr. Roland Schüle, Universität Freiburg, mit dem Paul-Martini-Preis geehrt.

Die Verleihung fand im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Wiesbaden statt. Der Paul-Martini-Preis wird jährlich von der Paul-Martini-Stiftung, Berlin, für herausragende Leistungen in der klinisch-therapeutischen Arzneimittelforschung verliehen und ist mit 25.000 Euro dotiert.

Prof. Dr. med. Christian Strassburg ist tätig in der Abteilung Gastroen-terologie und Hepatologie der Medizinischen Hochschule Hannover. Er erhielt den Preis, weil er mit seinem Team aufdeckte, warum bestimmte Krebs- und HIV-Medikamente bei einigen Patienten schwere Nebenwirkungen wie etwa Gelbsucht hervorrufen. Schuld sind demnach ererbte Mutationen in bestimmten Enzymen, die für den Abbau bestimmter Wirkstoffe aus Arzneimitteln, aber auch von altem rotem Blutfarbstoff sorgen. Künftig werden Ärzte vor der Verordnung der betreffenden Medikamente mit Gentests sicherstellen können, dass ihre Patienten nicht die Nebenwirkungs-auslösenden Mutationen haben. Falls doch, können sie direkt eine Alternativtherapie planen, die von diese Patienten besser vertragen wird - ein wichtiger Beitrag zu einer individualisierten Medizin.

Prof. Dr. Roland Schüle ist Direktor des Zentrums für Klinische Forschung der Universität Freiburg. Zusammen mit Kollegen am Bonner Universitätsklinikum entdeckte er, an welchen Molekülen sich die Aggressivität eines Prostatakrebses erkennen lässt. Von dieser hängt ab, wie der Krebspatient am besten behandelt werden sollte. Bislang konnte eine solche Abschätzung nur durch erfahrene Pathologen mit Hilfe mikroskopischer Betrachtungen der Prostatagewebsarchitektur vorgenommen werden - ein aufwendiges und häufig ungenaues Verfahren. Schüles Forschung lieferte zudem Hinweise, an welchen Molekülen der Krebszellen künftig neuartige Medikamente in das Krebsgeschehen eingreifen könnten.

Die Paul-Martini-Stiftung

Die gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Berlin fördert die Arzneimittelforschung sowie die Forschung über Arzneimitteltherapie und intensiviert den wissenschaftlichen Dialog zu Fragen der Arzneimittelforschung und

-entwicklung zwischen medizinischen Wissenschaftlern in Universitäten, Krankenhäusern, der forschenden pharmazeutischen Industrie und anderen Forschungseinrichtungen sowie Behörden. Träger der Stiftung ist der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA), Berlin, mit seinen derzeit 42 Mitgliedsunternehmen.

Die Stiftung ist benannt nach dem herausragenden Bonner Wissenschaftler und Arzt Professor Paul Martini (1889 - 1964), in Würdigung seiner besonderen Verdienste um die Förderung und Weiterentwicklung der klinisch-therapeutischen Forschung, die er mit seiner 1932 veröffentlichten "Methodenlehre der therapeutischen Untersuchung" über Jahrzehnte wesentlich geprägt hat. Nach ihm ist auch der jährlich von der Stiftung verliehene Preis für herausragende klinische Forschung benannt.

Dr. Rolf Hömke | idw
Weitere Informationen:
http://www.paul-martini-stiftung.de/de/paulmartinipreis/2007.html

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