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HIV-Infektion und Diseasemanagement

04.02.2002


Das Bundesministerium für Gesundheit möchte im Rahmen des Risikostrukturausgleiches zwischen den Krankenkassen konkrete Diseasemanagementprogramme für Brustkrebs, Diabetes, KHK und Asthma für dieses Jahr auf den Weg bringen. Einige Kassen planen bereits jetzt innerhalb der anlaufenden Diseasemanagementprogramme nach Behandlungserfolg zu bezahlen (Ärzte Zeitung 22.01.02). Dies bedeutet, dass im Rahmen der angespannten Finanzlage im Gesundheitssektor das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird. "Diseasemanagementprogramme dürfen nicht zu einem reinen Kostenkontrollinstrument mutieren", so Dr. med. Heribert Knechten, geschäftsführender Vorsitzender der Deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e. V. (DAGNÄ).

Einzelne Bausteine eines Diseasemanagementprogrammes hat die DAGNÄ bereits verwirklicht. So wird auf der nächsten HIV-Tagung im Februar ein neues HIV-Dokumentationssystem für das Qualitätsmanagement vorgestellt.

Strukturierte Dokumentation ist ein Kernbereich jedweden Qualitätsmanagements. Auch bei anderen Krankheitsbildern ist die strukturierte Dokumentation Grundlage der Qualitätssicherung. Die DAGNÄ hat eine Dokumentationsmaske entworfen, die in elektronischer Form vorliegt. Hier können Grundparameter, wie Stammdaten, Klinik- und Laborparameter quartalsmäßig erfasst und grafisch dargestellt werden. Die Maske hilft der zunehmend bundesweit geforderten Dokumentationspflicht im Rahmen von HIV-Verträgen nachzukommen. Darüber hinaus ist sie ein effizientes Tool, um Patientenverläufe zu analysieren.

Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e. V. (DAGNÄ) ist ein gemeinnütziger Verein, der alle niedergelassenen HIV-Therapeuten umfassend unterstützt. Seit Jahren offeriert die DAGNÄ ein breites Fortbildungs- und Forschungsprogramm, so dass die Mitglieder nach aktuellsten und besten Maßnahmen die Innovationen der HIV-Medizin umsetzen können. Die DAGNÄ ist zentraler Ansprechpartner für jeden Arzt mit Bezug zur HIV-Infektion. Gefördert wird der kontinuierliche Informationsfluß zwischen den Mitgliedern und dem Erfahrungsaustausch zwischen den Kollegen, so Dr. med. Heribert Knechten.

Als Dachverband der regionalen Arbeitsgemeinschaften in der ganzen Bundesrepublik kooperiert die DAGNÄ mit allen relevanten deutschen Institutionen im HIV-Bereich.

Als Antwort auf die Neuerungen im Gesundheitssystem hat die DAGNÄ ein umfassendes Qualitätsmanagementsystem für die HIV-Medizin konzipiert. Zu den Bausteinen des Qualitätsmanagements als Aufgabe der DAGNÄ gehören: Konzipierung von Leitlinien in Diagnostik und Therapie, Elemente aus Diseasemanagementprogrammen, zertifizierte Fortbildungen, strukturierte HIV-Dokumentation, patientenorientierter Forschungsbereich.

Mit dem Risikostrukturausgleich zwischen Kassen mit Patienten, die geringe Erkrankungshäufigkeiten und Kassen mit Patienten mit hohen Erkrankungshäufigkeiten wurden auch die Diseasemanagementprogramme implementiert. Diejenigen Krankenkassen sollen Finanzmittel aus dem Topf bekommen, die ihren Versicherten solche Programme anbieten.

Armin Goetzenich | ots
Weitere Informationen:
http://www.dagnae.de/

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