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Frauen und Mädchen können sich künftig durch Impfung vor HPV-bedingtem Gebärmutterhalskrebs schützen

17.10.2006
Neue Wege der Prävention

Tausende von Frauen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Gebärmutterhalskrebs. Hierzulande ist das so genannte Zervixkarzinom die dritthäufigste Krebserkrankung bei Frauen unter 60 Jahren. Mittlerweile ist wissenschaftlich eindeutig gesichert, dass eine andauernde Infektion mit bestimmten Virenarten, den Humanen Papillomviren (HPV) für das Entstehen von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich ist. Ein neuer, im Zulassungsverfahren befindlicher Impfstoff von GlaxoSmithKline (GSK) kann Mädchen und Frauen künftig vor einer Infektion mit den häufigsten krebserregenden Viren, den HPV-Typen 16 und 18, schützen.

Nach aktuellen Schätzungen erkranken in Deutschland etwa 6.500 Frauen jährlich an Gebärmutterhalskrebs, etwa 2.000 Frauen versterben daran.(1) Trotz aller Fortschritte durch Programme der Krebsfrüherkennung ist die Sterberate nach wie vor sehr hoch. Umso bedeutender ist der Stellenwert einer vorbeugenden Impfung, die bald auch in Deutschland zur Verfügung stehen wird. "Die HPV-Impfung ist ein Meilenstein in der Geschichte der Medizin und in etwa vergleichbar mit der ersten Landung auf dem Mond", so Professor Tino F. Schwarz, Stiftung Juliushospital Würzburg, auf dem DGGG-Kongress am 19. September in Berlin. Denn sie ist die erste Impfung, die nachweisbar vor durch HP-Viren ausgelösten Krebs schützen kann, indem sie die andauernde Infektion mit HPV verhindert. Aktuelle klinische Studien belegen, dass der Kandiatimpfstoff von GSK einen 100-prozentigen Schutz vor einer dauerhaften HPV-Infektion mit den krebsauslösenden HPV-Typen 16 und 18 bietet.(2) Ihnen werden 71,5 Prozent aller Gebärmutterhalskrebs-Fälle zugeschrieben. Daneben haben Studien gezeigt, dass der Impfstoff auch vor Infektionen mit den dritt- und vierthäufigsten krebsauslösenden HP-Virentypen 45 und 31 schützt.(3) Gemeinsam sind diese vier Virentypen für 80 Prozent aller Fälle von Gebärmutter-halskrebs verantwortlich.(4)

Innovativer Trägerstoff sorgt für höhere Antikörperspiegel

Das Besondere an dem neuen Impfstoff ist der innovative Zusatzstoff namens AS04. "Dieser neuartige Zusatzstoff induziert eine extrem hohe Immunantwort", so Prof. Torsten Strohmeyer, Leiter Forschung und Medizin bei GlaxoSmithKline. Der Zusatzstoff, medizinisch auch "Adjuvans" genannt, führt dazu, dass die Geimpften schneller und besser Antikörper bilden als bei einem Impfstoff mit dem herkömmlich verwendeten Zusatzstoff Aluminiumsalz.(5) Den Ergebnissen klinischer Studien zufolge ist der neue Impfstoff sowohl bei Mädchen als auch bei Frauen bis zu 55 Jahren wirksam.(6) "Das bedeutet, dass neben jungen Mädchen ab 10 Jahren auch Frauen bis zu 55 Jahren von der Impfung in gleicher Weise profitieren", betont Strohmeyer. Die vorbeugende Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs kann ohne Zweifel als einer der bedeutendsten Fortschritte in der Medizin in den letzten Jahren bezeichnet werden.

Hohe Infektionsrate - starke seelische Belastung

Humane Papillomviren (HPV) werden sexuell übertragen. Im Laufe ihres Lebens infizieren sich schätzungsweise 50-80 Prozent aller Frauen mindestens einmal mit HPV. Diese können an der Schleimhaut des Gebärmutterhalses zu Gewebeveränderungen und schließlich zu Gebärmutterhalskrebs führen. Auch wenn die meisten Zellveränderungen spontan wieder abheilen, rufen die auffälligen Befunde große Unsicherheit bei den Patientinnen hervor. Das Heimtückische ist, dass es im Frühstadium dieser Krebserkrankung keine typischen Beschwerden und damit auch keine Warnsignale gibt. Diese frühen Zellveränderungen werden nur bei den Krebsvorsorgeuntersuchungen erkannt. Übrigens erkranken nicht alle, die sich mit diesen Hochrisiko-Typen infizieren, an Krebs. Normalerweise bekämpft das Immunsystem diese Viren innerhalb kurzer Zeit. Bei etwa zehn Prozent der infizierten Frauen überleben die Viren den Angriff des Immunsystems, verursachen eine andauernde Infektion und bewirken, dass sich Zellen des Gebärmutterhalses langsam zu Krebszellen verändern.

Quellen:

(1) Klug S et al. Zervixkarzinom, HPV-Infektion und Screening. Dtsch. Ärztebl. 2003.100:A132-137 (Heft 3).

(2) Harper DM , Franco EL, Wheeler C, Ferris DG, et al. Efficacy of a bivalent L1 virus-like particle vaccine in prevention of infection with human papillomavirus types 16 and 18 in young women: a randomised controlled trial. Lancet 2004;364:1757-65

(3) Harper, D. et al.: Sustained efficacy up to 4,5 years of a bivalent L1 virus-like particle vaccine against human papillomavirus type 16 and 18: follow-up from a randomized control trial. Lancet: April 2006.

(4) Muñoz N, Bosch FX, Castellsagué X, Diaz M, de Sanjose S, Hammouda D, Shah KV, Meijer CJLM. Against which human papillomavirus types shall we vaccinate and screen? The international perspective. Int J Cancer 2004; 111: 278-285.

(5) Giannini SL et al. Enhanced humoral and memory B cellular immunity using HPV16/18 L1 VLP vaccine formulated with the MPL/aluminium salt combination (AS04) compared to aluminium salt only. Vaccine 2006.

(6) Schwarz TF et al., J Clin Oncol 24 (Suppl): 1008.

Unternehmensinformation

GlaxoSmithKline - eines der weltweit führenden forschungsorientierten Arz-neimittel- und Healthcare-Unternehmen - engagiert sich für die Verbesserung der Lebensqualität, um Menschen ein aktiveres, längeres und gesünderes Leben zu ermöglichen.

Florian Martius | GlaxoSmithKline
Weitere Informationen:
http://www.gsk.com

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