Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Welt-Aids-Tag: Regierungen müssen handeln

29.11.2001


ÄRZTE OHNE GRENZEN übergibt 12.000 Unterschriften an BMZ-Ministerin

Anlässlich des Welt-Aids-Tages ruft ÄRZTE OHNE GRENZEN die Regierungen weltweit auf, den Bekenntnissen zur Bekämpfung von Aids in ärmeren Ländern endlich Taten folgen zu lassen. Mit Pilotprojekten in acht Ländern hat die Organisation gezeigt, dass eine Therapie mit dem Aids-Cocktail auch in ärmeren Ländern möglich ist. Gleichzeitig hat ÄRZTE OHNE GRENZEN 12.000 Unterschriften an BMZ-Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul übergeben. Die Bundesregierung wird damit aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass Menschen weltweit Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten erhalten. Jährlich sterben etwa 17 Millionen Menschen an behandelbaren Krankheiten, wie HIV/Aids oder Tuberkulose, weil Arzneimittel fehlen oder unbezahlbar sind.

Weltweit sind rund 40 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. 95 Prozent von ihnen leben in ärmeren Ländern. "Diesen Menschen muss jetzt mit der Dreifach-Therapie geholfen werden", sagt Ludmilla Schlageter, Referentin der Medikamentenkampagne von ÄRZTE OHNE GRENZEN.

Die ersten Erfahrungen, die die Organisation bei der Behandlung von HIV/Aids-Patienten mit der Dreifachtherapie gemacht hat, sind äußerst ermutigend. "Es ist revolutionär, dass wir in unseren Projekten in Guatemala mit antiretroviralen Medikamenten behandeln können, da diese für die Patienten in den meisten zentralamerikanischen Ländern unerschwinglich sind," berichtet Belen Pedrique, medizinische Koordinatorin in Guatemala. "Die Lebensqualität unserer Patienten hat sich drastisch verbessert. Es kommt viel seltener zu Begleitinfektionen, und die Patienten sind in der Lage, an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren und sich um ihre Familien zu kümmern."

Da die Medikamentenpreise aufgrund des öffentlichen Drucks und des wirtschaftlichen Wettbewerbs in Folge der Generika-Produktion gefallen sind, können sich die Regierungen nach Ansicht von Ärzte ohne Grenzen nicht mehr aus der Verantwortung ziehen. "Es muss jetzt mit der Behandlung begonnen werden", fordert Schlageter. "Die Entwicklungsländer müssen dabei eine Vorreiterrolle übernehmen, und die Geberländer müssen die notwendigen Finanzmittel bereitstellen." Schlageter zufolge kann ÄRZTE OHNE GRENZEN nur in Pilotprojekten aufzeigen, dass eine Behandlung möglich ist. Für landesweite Programme seien jedoch die Regierungen verantwortlich.

ÄRZTE OHNE GRENZEN führt in etwa 30 Ländern HIV/Aids-Projekte mit den Schwerpunkten Prävention, Behandlung und psycho-soziale Betreuung durch. Mit der Dreifach-Therapie werden rund 700 Menschen in acht Ländern behandelt: in El Salvador Guatemala, Kambodscha, Kamerun, Kenia, Malawi, Südafrika, Thailand .

Kattrin Lempp | ots
Weitere Informationen:
http://www-aerzte-ohne-grenzen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise