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Hoffnung für Entwicklungsländer / Wichtige Meilensteine in der Impfstoffentwicklung erreicht

28.11.2001


Die AIDS-Impfstoffentwicklung hat bereits wichtige Etappenziele erreicht. Das berichtete die Deutsche AIDS-Stiftung am Mittwoch in Bonn. Die erste Komponente einer Mehrfachimpfung, getestet in Oxford und Nairobi, gilt seit Herbst diesen Jahres als verträglich. Die International AIDS Vaccine Initiative (IAVI), Partnerorganisation der Deutschen AIDS-Stiftung, unterstützt die Entwicklung dieses Impfstoffes. Forscher in Nairobi und Oxford bereiten in einer von IAVI geförderten "Impfstoff-Entwicklungs-Partnerschaft" die nächsten Erprobungsphasen vor.

"Die AIDS-Epidemie hat weltweit katastrophale Ausmaße erreicht", sagte Ulrich Heide vom Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung. Für die Ärmsten der Welt sei eine sichere und wirksame Impfung die einzig mittelfristig realistische Chance auf Schutz vor einer HIV-Infektion. "Impfstoffe müssen dann auch erreichbar sein für Menschen in den Entwicklungsländern. Schon jetzt sind dafür Vorbereitungen nötig", betonte Heide.

Mehr als zwanzig deutsche Firmen und Forschungseinrichtungen sind an der AIDS-Impfstoff-Entwicklung beteiligt. So hat die Universität Regensburg in langjähriger Forschungsarbeit einen Impfstoff entwickelt, der in Europa und China erprobt werden soll. Hergestellt wird er von den Impfstoffwerken Dessau-Tornau. "Damit Deutschland eine führende Position erhalten kann, sind allerdings zusätzliche finanzielle Mittel dringend erforderlich", sagte Norbert Brockmeyer, Präsident der Deutschen AIDS-Gesellschaft vor Journalisten in Bonn.

Brockmeyer und Heide betonten ihre Zuversicht, dass mittelfristig Impfstoffe erfolgreich eingesetzt werden können. Gleichzeitig sprachen sie aber auch von der weiterhin notwendigen Aufklärung der Bevölkerung. "Impfstoffe sind unsere größte Chance zur globalen Eindämmung der Epidemie - Vorbeugung ist zur Zeit aber der einzige Schutz vor der Infektion".

Um die Erprobung von Impfstoffen zu beschleunigen und nichtindustriellen Entwicklern zu öffnen, wird derzeit von der Europäischen Union eine "Clinical Trials Platform" (ECTP) aufgebaut.

Nach Angaben von Unaids leben weltweit 36 Millionen Menschen mit dem HI-Virus. 22 Millionen Menschen sind bereits an AIDS gestorben. Im Jahr 2000 haben sich 5 Millionen Menschen neu infiziert.

Aus den Zahlen des AIDS-Zentrums im Berliner Robert-Koch-Institut, RKI, geht hervor, dass bundesweit etwa 30.000 bis 40.000 HIV-Infizierte und etwa 5.000 bis 6.000 Menschen mit AIDS leben. Jährlich infizieren sich in Deutschland ca. 2.000 Menschen neu mit dem HI-Virus.

Andrea Dahmen | ots
Weitere Informationen:
http://www.unaids.org

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