Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kann man Darmkrebs (ver-)erben?

22.11.2001


Das Universitätsklinikum Heidelberg bietet allen interessierten Familien eine umfassende Information, Beratung und gegebenenfalls genetische Untersuchung an

Krebserkrankungen des Dickdarms und Enddarms gehören in Deutschland wie in allen westlichen Ländern zu den häufigsten Tumorkrankheiten. Während in der Mehrzahl der Fälle einzelne Personen in einer Familie betroffen sind, kommt es in einem kleinen Prozentsatz zu einem familiär gehäuften Auftreten. Das ist meist die Folge einer erblichen Veranlagung für Dickdarmkrebs, die von Männern ebenso wie von Frauen vererbt werden kann.

Die häufigste Form einer erblichen Dickdarmkrebserkrankung wird als "hereditäres nicht-polypöses Colorectales Carcinom" (HNPCC) bezeichnet. Bei dieser Erkrankung besteht nicht nur ein erhöhtes Risiko für Dickdarmkrebs, sondern es können auch bestimmte andere Tumoren auftreten, bei Frauen vor allem Gebärmutterkrebs. In betroffenen Familien sind typischerweise mehrere Angehörige über mehrere Generationen erkrankt. Das Erkrankungsalter liegt zudem häufig unter 50 Jahren.

Seit einigen Jahren kennt man einige genetische Veränderungen (Mutationen), die für die erbliche Form von Dickdarmkrebs verantwortlich sind. Träger einer solchen Mutation haben ein hohes Risiko, an Dickdarmkrebs und bestimmten anderen Tumoren zu erkranken, und sie vererben die Veranlagung mit 50%iger Wahrscheinlichkeit an ihre Kinder. Wenn in einer Familie eine Mutation gefunden wird, können sich weitere Familienangehörige untersuchen lassen, ob sie die Veranlagung geerbt haben oder nicht.

Da die Heilungschancen von Dickdarmkrebs umso besser sind, je früher er entdeckt wird, ist es entscheidend, dass betroffene Risikopersonen an einem intensiven Vorsorgeprogramm teilnehmen. Mit diesen regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen können Vorstufen von Tumoren entdeckt, die Häufigkeit von Dickdarmkrebs verringert und vor allem Todesfälle an Dickdarmkrebs wirksam verhindert werden.

Mit diesem Ziel fördert die Deutsche Krebshilfe e.V. an mehreren Universitätskliniken in Deutschland die Beratung, Untersuchung und Behandlung von Personen und Familien mit familiärem Darmkrebs. Das Universitätsklinikum Heidelberg bietet allen interessierten Familien eine umfassende Information, Beratung und gegebenenfalls die genetische Untersuchung auf das Vorliegen einer erblichen Veranlagung für Darmkrebs an. Wenn Sie erfahren wollen, ob in Ihrer Familie eine erbliche Veranlagung für Darmkrebs vorliegen könnte, können Sie unter folgender Telefon-Nummer einen Beratungstermin vereinbaren:

Interdisziplinäre Sprechstunde für familiären Dickdarmkrebs
Sekretariat Frau Y. Ballmann
Chirurgische Klinik der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 110
69120 Heidelberg
Tel. 06221 566209

Dr. Michael Schwarz | idw

Weitere Berichte zu: Darmkrebs Dickdarmkrebs Mutation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften