Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neurodermitis: Veränderungen im Erbgut gefunden

15.03.2006


Etwa 5 bis 6 Millionen Menschen leiden derzeit in Deutschland unter Neurodermitis, einer chronisch-entzündlichen Hauterkrankung. Neben Umwelteinflüssen können genetische Faktoren zum Ausbruch der Krankheit beitragen. Mit ersten Erfolgen fahnden Dermatologen vom Universitätsklinikum Bonn in einer breit angelegten Familienstudie nach Erbanlagen, die eine Neurodermitis mit auslösen. Um weitere Forschungsergebnisse zu erzielen, sucht die Bonner Universitäts-Hautklinik jetzt erneut nach Betroffenen, die mindestens zwölf Jahre alt sind und mit Eltern und Geschwistern zu einer Blutabnahme bereit sind. Den Teilnehmern winkt eine Aufwandentschädigung von 20 Euro.



In Deutschland leiden zunehmend mehr Menschen an Neurodermitis, einer in Schüben verlaufenden Hautkrankheit. Sie ist durch Ekzeme, Juckreiz und trockene Haut gekennzeichnet und tritt oft in den ersten Lebensjahren auf. Derzeit ist etwa jeder fünfte bis zehnte Schulanfänger betroffen - Tendenz steigend! Das Quälendste an der Neurodermitis ist der Juckreiz. Das Kratzen lässt sich willentlich kaum unterdrücken, häufig juckt es abends oder nachts, was zu Schlafstörungen, Übermüdung und Gereiztheit führen kann. Nicht selten kommt es so zu Problemen in der Familie und im Beruf.

... mehr zu:
»Erbgut »Neurodermitis


Eine erbliche Komponente der Erkrankung wird seit längerer Zeit vermutet. Seit dem Jahr 2000 führt die Klinik für Dermatologie des Universitätsklinikums Bonn eine Familienstudie zur Vererbung der Neurodermitis durch. Erste Ergebnisse konnten nun zeigen, dass es verschiedene Strickfehler im Erbgut von Neurodermitikern gibt. "Diese Fehler scheinen sich in diejenigen Genregionen eingeschlichen zu haben, die Entzündungsbotenstoffe verschlüsseln und im weitesteten Sinne die Hautschutzfunktion gewährleisten", sagt Privatdozentin Dr. Natalija Novak, Oberärztin der Bonner Universitäts-Hautklinik. Gerade diese ist bei Neurodermitis-Patienten oft erheblich gestört. Dadurch kommt es dann zu einer wiederholten Entzündung der Haut oder zur Auslösung eines neuen Krankheitsschubs.

Bei der Erforschung der Neurodermitis sind die Bonner Wissenschaftler auf die Teilnahme weiterer Neurodermitis-Patienten mit Eltern und eventuell Geschwistern angewiesen. Lediglich eine Blutentnahme und eine Untersuchung der Haut sind nötig. Die Teilnehmer erhalten eine Aufwandentschädigung von 20 Euro. Außerdem erhalten alle Probanden ein aktuelles Allergietestergebnis.

Interessenten können sich telefonisch unter 0228/287-5370 oder per E-Mail an Neurodermitis.Sprechstunde@ukb.uni-bonn.de melden. Ansprechpartner sind die Assistenzärztinnen Dr. Claudia Jenneck und Laura Maintz.

Ansprechpartner für die Medien:
Privatdozentin Dr. Natalija Novak
Oberärztin an der Klinik für Dermatologie des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287 - 5370
E-Mail: natalija.novak@ukb.uni-bonn.de

Dr. Andreas Archut | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/

Weitere Berichte zu: Erbgut Neurodermitis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kostformen im Vergleich: Für Menschen mit Diabetes ist die Mittelmeer-Diät besonders gut geeignet
19.01.2018 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Vielversprechender Malaria-Wirkstoff erprobt
19.01.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie