Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Programmierbare multidirektionale Störungen lassen Gleichgewichtspathologien erkennen

07.12.2004


Ein kürzlich entwickeltes Haltungsstörungsgerät zur Beurteilung des Gleichgewichts ermöglicht die gründliche Analyse der menschlichen Bewegungen und die Untersuchung verwandter Pathologien wie beispielsweise Parkinsonsche Krankheit und Ataxie. Unerwartete Störungen durch Bewegungen der Stützplattform führen alle wichtigen Arten der Bewegungskoordination sowie Steuerungsstrategien aus und betonen die pathologischen Eigenschaften des Gleichgewichts.



Die Beurteilung und die Behandlung von vielen Gleichgewichtsstörungen wurden durch die Einführung neuer fortschrittlicherer Geräte bedeutend verbessert. Deshalb haben sich statische Posturographie-Geräte für die Aufzeichnung von Stellreflexen im Ruhezustand zu dynamischen Posturographie-Systemen entwickelt. Solche Systeme ermöglichen die Analyse von Haltungskorrekturen, um durch unerwartete Störungen herbeigeführte Stürze zu vermeiden.



Gemäß diesem Ansatz kann bei modernen dynamischen Posturographie-Testgeräten eine bewegliche Plattform in einem Laufgang zum Einsatz kommen, mit der unerwartete Gangstörungen hervorgerufen werden. Andere Systeme untersuchen den Einfluss von Störungshäufigkeit und Bewegungsamplitude auf Praktiken der Haltungskoordination. Darüber hinaus werden in einigen Geräten Störungen von unterschwelligen Verlagerungsspannungen im Übertragungsbrett durch posturale Reaktionen spezifiziert.

Eine Versuchsperson steht beispielsweise still auf einer Plattform und wird aufgefordert, die Augen kurz zu öffnen oder zu schließen. Während sich die Plattform bzw. die umliegende Kabine bewegen oder nicht bewegen, reagiert der Körper der Versuchsperson automatisch, um das Gleichgewicht zu halten. Das Gerät zeichnet diese Bewegungen auf und liefert nach der Prüfung durch einen Arzt wertvolle Informationen zur Pathologie.

Die neuartige bewegliche Plattform ermöglicht kontrollierte multidirektionale Bewegungen, die in zahlreichen Kombinationen auftreten können, von plötzlich bis allmählich, von impulsiv bis harmonisch. Zusätzlich verfügt das System über eine modulare, nutzerfreundliche Softwareschnittstelle, die die Geschwindigkeits-, Amplituden- und Formparameter der Störungen beschreibt. Durch die breite Vielfalt der verfügbaren Parameter können die Faktoren besser untersucht und charakterisiert werden, die sowohl Gleichgewichtskorrekturen als auch Pathologien der Koordinationsstrategie beeinflussen.

Darüber hinaus kann ein Protokoll über Abfolgen verschiedener Störungen erstellt werden, in dem jede einzelne durch unterschiedliche Bezugsparameter beschrieben ist. Diese umfassen die Zahl der Achsen, die Maschinendynamik (spontan oder harmonisch), die Amplitude, die Häufigkeit oder die Geschwindigkeit sowie die Dauer der Bewegung. Durch die Möglichkeit, eine Liste der genutzten Protokolle abzuspeichern, kann das System zudem zur Standardisierung von Diagnose- oder Rehabilitierungsverfahren in neurologischen und physiatrischen Labors beitragen.

Claudia Magnaguagno | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ge.camcom.it

Weitere Berichte zu: Gleichgewichtspathologie Pathologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Autonomes Fahren – und dann?

22.11.2017 | Verkehr Logistik

Material mit vielversprechenden Eigenschaften

22.11.2017 | Materialwissenschaften

Forscherteam am IST Austria definiert Funktion eines rätselhaften Synapsen-Proteins

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie