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AIDS-Medikamente zur Behandlung von Malaria

09.11.2004


Protease-Hemmer gegen den Parasiten

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Protease-Hemmer, die zur Behandlung einer HIV-Infektion verwendet werden, sind auch in der Behandlung oder Vorbeugung von Malaria wirkungsvoll. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im Journal of Infectious Diseases veröffentlicht wurde. Die Studie hat herausgefunden, dass Protease-Inhibitoren das Wachstum des Malaria-Parasiten P. falciparum hemmten. Diese Erkenntnisse könnten auch eine bislang unerforschte Verwundbarkeit des Parasiten aufdecken, die zu einer neuen Klasse von Malaria-Medikamenten führen könnte. Die Auswirkungen derartiger Präparate auf Personen, die sowohl mit HIV als auch mit Malaria infiziert sind, müssen noch genauer untersucht werden. Grundsätzlich gilt Afrika südlich der Sahara mit hohen Raten an HIV und Malaria Co-Infektionen als Haupteinsatzgebiet für derartige Medikamente.

Wissenschaftler des Queensland Institute of Medical Research testeten die Auswirkungen der Protease-Hemmer Saquivanir, Ritonavir, Nelfinavir, Amprenavir und Indinavir, ebenso wie die der non-nukleosiden umgekehrten Transkriptase-Hemmer Nevirapine, an einem medikamenten-resistenten Stamm des P. falciparum. Saquivanir, Ritovanir und Indivanir stoppten alle das Wachstum des Parasiten im Reagenzglas - auf Niveaus, die einer Erkrankung beim Menschen entsprechen. Saquivanir war in der Studie am effektivsten. Diese Forschungsarbeit basiert auf einer früheren Studie, die zeigte, dass antiretrovirale Medikamente die Adhäsion von P. falciparum-infizierten Blutkörperchen auf endotheliale Oberflächen reduzieren.


Die Forscher glauben, dass die antiretroviralen Protease-Hemmer den Malaria-Parasiten auf andere Arten als die gängigen Behandlungen attackieren. Die spezifische Wirkungsweise der neuen Stoffe wurde in der Studie nicht aufgedeckt. Die Wissenschaftler haben aber die Hypothese aufgestellt, dass die antiretroviralen Medikamente eine Aspartyl-Protease verhindern, die dem Parasiten hilft, Hämoglobin zu verdauen und die im Ernährungsvakuum des Parasiten platziert ist. Weitere Untersuchungen sollen nicht nur ein besseres Verständnis dafür schaffen, wie co-infizierte Personen mit Protease-Hemmern behandelt werden können, sondern auch zur Entwicklung neuer Malaria-Medikamente beitragen, die den Parasiten auf neue Wege fokussieren.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.journals.uchicago.edu/JID/home.html
http://www.qimr.edu.au/

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