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Makuladegeneration ist häufigste Erblindungsursache im Alter

13.09.2004


In den entwickelten Ländern ist die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) die Hauptursache für Erblindung und schwere Sehbehinderung im Alter. Weltweit leiden mindestens 25 bis 30 Millionen Menschen an dieser Augenkrankheit, davon allein in Deutschland rund 4,5 Millionen. Nur etwa jedem fünften Deutschen ist diese Erkrankung der Netzhaut bekannt. Jedoch ist eine frühzeitige Erkennung sehr wichtig, um die schnelle Verschlechterung der Sehstärke zu stoppen und gezielt Maßnahmen zu ergreifen. In einer Telefonaktion klärt die Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn am 20. September von 15 bis 17 Uhr über AMD auf.



Die Ursachen von AMD sind bisher noch unbekannt. Als Risikofaktoren gelten neben dem Alter unter anderem Rauchen, genetische Einflüsse, Bluthochdruck und Bewegungs- sowie Vitaminmangel. Bei jedem vierten Deutschen über 50 Jahre zeigen sich Veränderungen an der Netzhaut. Die Makula, auch gelber Fleck genannt, liegt im Zentrum der Netzhaut und bildet mit ihren Millionen zapfenförmigen Sehzellen die Stelle des schärfsten Sehens. Sie ermöglicht uns Objekte scharf zu sehen und Farben zu erkennen. Bei AMD wird das Gewebe im Netzhautzentrum allmählich zerstört, was zum vollständigen Verlust der Sehkraft im Zentrum des Gesichtsfeldes führen kann.

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Es gibt zwei Verlaufsformen von AMD: Die häufiger auftretende trockene AMD schreitet sehr langsam voran. "Ausgelöst durch stoffwechselbedingte Ablagerungen sterben Sehzellen schrittweise ab und sorgen damit für einen langsamen Verlust der Sehschärfe", erläutert Professor Dr. Frank Holz, Direktor der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn. Die Verschlechterung der Sehfähigkeit geht für den Betroffenen symptomfrei einher, jedoch können gelbe Fettablagerungen im Auge ein erster Anhaltspunkt für AMD sein. In fortgeschrittenen Stadien nimmt der Patient nur noch einen dunklen Fleck in der Mitte des Gesichtsfeldes wahr. Aus der trockenen kann sich die feuchte Form entwickeln. Bei dieser verliert der Betroffene die zentrale Sehkraft wesentlich schneller. Abnormale, undichte Blutgefäße wachsen in die Makula und geben Flüssigkeit ab, wodurch die Netzhaut anschwillt. Dem Menschen erscheinen dann gerade Linien wellenförmig, und er sieht nur noch verzerrt und unscharf. "Im Alltag sind die Patienten erheblich eingeschränkt und haben zunehmend Probleme, ihr Leben selbständig zu führen", sagt Professor Holz. Für trockene AMD gibt es bisher noch keine Therapie. Bei feuchter AMD ist eine frühzeitige Behandlung wichtig, um die rasche Verschlechterung der Sehfähigkeit zu stoppen. Die neu gebildeten abnormalen Gefäße werden beispielsweise mit einem "heißen" Laser verödet. Hierbei besteht allerdings das Risiko, auch gesundes Gewebe zu beschädigen. Eine Lösung bietet die Photodynamische Therapie: Ein lichtempfindlicher Farbstoff wird in eine Armvene eingespritzt, reichert sich in den abnormen Gefäßen an und verödet nur diese. Die geschilderten Methoden stoppen zwar nicht den Krankheitsverlauf, jedoch können sie das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen.

Neu sind chirurgische Verfahren sowie Medikamente, die die Gefäßneubildung hemmen. Abhängig vom Krankheits-Stadium kann die Einnahme bestimmter Vitamine erfolgreich sein. "In fortgeschrittenen Stadien ist die Anpassung von geeigneten Sehhilfen wie Lupen, Lupenbrillen oder elektronischen Hilfsmitteln durch den behandelnden Augenarzt hilfreich", sagt Professor Holz. Je früher AMD erkannt wird, desto erfolgreicher kann der Augenarzt handeln. Deshalb rät Professor Holz zu regelmäßigen Augenuntersuchungen und direkter Reaktion auf erste Anzeichen. Sinnvoll ist auch der Besuch von beratenden Patientenorganisationen, die den Betroffenen helfen, mit AMD zu leben.

Für Betroffene und Interessierte bieten Ärzte der Universitäts-Augenklinik Bonn im Rahmen einer europaweiten Aufklärungskampagne von AMD Alliance International ein Expertentelefon zum Thema AMD an. Sie stehen am 20. September von 15 bis 17 Uhr unter der Telefonnummer 0228/287-5647 für Fragen rund um diese Netzhaut-Erkrankung zur Verfügung.

Dr. Andreas Archut | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de

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