Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krankengymnastik wirksam gegen Spannungskopfschmerz

26.08.2004


Patienten mit chronischen oder häufigen Spannungskopfschmerzen sollten regelmäßig krankengymnastische Bewegungsübungen für Schulter, Nacken und Rücken durchführen", empfehlen Experten der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG). Dass betroffene Patienten von einer Bewegungstherapie profitieren, belegt nun erstmals eine Studie an der Universität Parma, die in den "Kopfschmerz-News" der DMKG kommentiert wird.



Was Kopfschmerzspezialisten bislang nur aufgrund vereinzelter Untersuchungungen vermuteten, wird nun erstmals durch die wissenschaftliche Studie eines italienisch-dänischen Forscherteams bestätigt: Krankengymnastik bessert chronischen Spannungskopfschmerz.



Die Neurologen teilten 26 Patienten mit häufigen und 24 Patienten mit chronischen Spannungskopfschmerzen in zwei Gruppen ein. Nach einer vierwöchigen Beobachtungsphase erhielt die erste Gruppe über acht Wochen 16 krankengymnastische Behandlungen, während die andere Hälfte weiter beobachtet wurde und erst nach dieser Beobachtungszeit die Krankengymnastik erhielt.

Das Ergebnis: In der Behandlungsgruppe sanken die Kopfschmerztage pro Monat von 16 auf 12 Tage. Allerdings blieben Intensität und Dauer der Schmerzen gleich.

Vor allem Frauen profitieren.

Eine genauere Analyse der Ergebnisse zeigte, dass Patienten mit der chronischen Form dieses Kopfschmerztyps besser auf die Krankengymnastik ansprachen als jene, die unter der episodischen Form leiden. Darüber hinaus war auffallend, dass Frauen deutlicher als Männer von der Krankengymnastik profitierten.

Praktisch gut umsetzbar.

Die Patienten wurden zunächst in Gruppen behandelt, sollten die Übungen aber im Verlauf der Untersuchung zu Hause ausführen. Dies erwies sich als praktikabel. "Wir empfehlen daher Patienten mit chronischen Spannungskopfschmerzen auch aktive krankengymnastische Übungen ", lautet der Rat der Kopfschmerz-Experten. Die Bewegungsübungen ergänzen die Behandlung mit bestimmten Medikamenten, die in die Schmerzverarbeitung eingreifen aber keine Schmerzmittel sind (siehe "Hintergrund"), sowie Verfahren zur Muskelentspannung.

Hintergrund Spannungskopfschmerz

Symptomatik
- Der Schmerz ist dumpf-drückend bis ziehend und nicht pulsierend
- Der Schmerz tritt zumeist auf beiden Seiten des Kopfes auf (Er breitet sich häufig vom Nacken zur Stirn oder von der Stirn zum Nacken aus und zieht auch die Augen oder Wangen in Mitleidenschaft.)
- Der Schmerz ist von leichter bis mäßiger Intensität
- Der Schmerz wird bei körperlicher Bewegung nicht stärker
- Migräne-typische Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- Lärm- und Geruchsempfindlichkeit fehlen zumeist
- Allgemeinbefinden und Leistungsfähigkeit sind deutlich weniger eingeschränkt als bei einer Migräne.

Gelegentlicher (episodischer) Spannungskopfschmerz: Bei diesem Typ treten die Kopfschmerzen an höchstens 14 Tagen im Monat auf. Zumeist sind sie jedoch deutlich seltener.

Chronischer Spannungskopfschmerz: Vom chronischen Spannungskopfschmerz sprechen Mediziner, wenn die Kopfschmerzen an mehr als 14 Tagen im Monat oder an mehr als 180 Tagen im Jahr auftreten.

WICHTIG: Chronischer Spannungskopfschmerz sollte nicht mit Schmerzmitteln behandelt werden. Wenn mehr als acht bis zehn Mal im Monat Analgetika eingenommen werden, besteht die Gefahr, dass sich ein Schmerzmittelkopfschmerz entwickelt.

Patienten, die länger als drei Monate, jeden zweiten Tag oder sogar täglich Spannungskopfschmerzen haben, brauchen deshalb eine vorbeugende Therapie. Empfohlen werden Medikamente, die normalerweise zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden, zum Beispiel Amitriptylin. Diese verschreibungspflichtigen Medikamente beeinflussen die Schmerzverarbeitung im Gehirn. Hinzukommen sollten Entspannungsverfahren wie beispielsweise die Progrssive Muskelentspannung nach Jacobson.

Ausführliche Informationen für Patientinnen und Patienten stehen auf der Homepage der DMKG zum Herunterladen zur Verfügung.

Dipl. Biol. Barbara Ritzert | idw
Weitere Informationen:
http://www.dmkg.de

Weitere Berichte zu: Krankengymnastik Spannungskopfschmerz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften