Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Anabolika bergen hohes Gesundheitsrisiko

11.08.2004


Persönlichkeitsveränderungen als Nebenwirkung



Anabolika, die von Athleten zur Leistungssteigerung missbraucht werden, schwächen das Immunsystem des Körpers gegen Infektionen und Krebs. Australische Forscher haben herausgefunden, dass sogar 50 Mal geringere Dosen als jene, die von den Sportlern verwendet werden, das Immunsystem angriffen. Das berichtet die BBC heute, Mittwoch. Freiwillige, die die Präparate im Auftrag der Southern Cross Universität testeten, berichteten außerdem von Veränderungen in ihrer Persönlichkeit Richtung Aggressivität.

... mehr zu:
»Anabolika »Immunsystem »Steroide


24 Athleten erklärten sich einverstanden für die Dauer von sechs Wochen zum Zweck der Untersuchung Steroide zu nehmen. Zu Beginn der Studie nahmen die Freiwilligen an einer Reihe athletischer Wettkämpfe teil, um persönliche und Wettkampf-Leistungen, Kraft, Geschwindigkeit und Ausdauer zu messen. Dann wurden sie in zwei Gruppen unterteilt, von denen die eine Injektionen des anabolischen Stereoids Testosteron Enathat (3,5 Milligramm pro Kilo des Körpergewichts pro Woche) bekamen, während die andere Gruppe ein Placebo erhielt. Weder die Sportler noch die Wissenschaftler wussten, wer zu welcher Gruppe gehörte. Alle Freiwilligen nahmen an einem Trainingsprogramm teil, das von einem olympischen Trainer beaufsichtigt wurde. Wie erwartet steigerten die Anabolika die Leistung der Athleten, aber sie entwickelten auch Nebenwirkungen.

Die Effektivität eines Typs der weißen Blutzellen, die fürs Immunsystem entscheidend sind, Natural Killer (NK) Zellen, wurde bei der Anabolika-Gruppe um 20 Prozent reduziert. Außerdem berichteten die betroffenen Athleten von Veränderungen in ihrer Persönlichkeit. Die Steroide reduzierten ihre Empathie für andere Menschen und machten sie weniger empfindsam für die Auswirkungen ihrer Handlungen auf andere.

Diese Erkenntnisse sind signifikant, weil nur wenige Präparate extremere Stimmungsschwankungen verursachen. Die verminderte Empathie in Kombination mit weniger Verantwortung für die eigenen Handlungen könnte rechtliche Auswirkungen haben, wenn Menschen, die Steroide benutzen gerichtlich belangt werden, auf eine verminderte Schuldfähigkeit argumentieren. Für John Brewer, den Leiter der Sportwissenschaft am Lilleshall Sports Injury and Human Performance Centre in Shropshire sind die Erkenntnisse nicht überraschend. Er weiß im Zusammenhang mit Anabolika-Missbrauch von Problemen mit Herz, Leber und Nieren. "Man kann kurzfristig Steigerungen in der Leistungsfähigkeit erzielen, aber die langfristigen Gesundheitsschäden sind immens und können potenziell sogar zum Tod führen", so Brewer.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.scu.edu.au
http://news.bbc.co.uk
http://www.lilleshall.com

Weitere Berichte zu: Anabolika Immunsystem Steroide

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Spezialisten-Zellen helfen Gedächtnis auf die Sprünge
17.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie