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Gasstrom kann Injektionen mit der Nadel ersetzen

19.04.2004


Lokales Anästhetikum in Tests erfolgreich verabreicht



Wissenschaftler der Harvard University haben nachgewiesen, dass anstelle der Injektion mit einer Nadel auch das Beschießen der Hautoberfläche mit einem Gasstrom möglich ist. Dieses Gas enthält scharfe Partikel, die die oberste Schicht der Haut entfernen und winzige Löcher entstehen lassen, die das Verabreichen von Medikamenten ermöglichen. Diese Entwicklung könnte vor allem bei regelmäßigen notwendigen Injektionen z. B. für Diabetiker Vorteile bringen. Tests ergaben laut BBC, dass die Anwendung des Verfahrens als deutlich weniger schmerzhaft empfunden wird.



Das Verfahren, die so genannte Microscission, beschießt kleine Bereiche der Haut mit einem Gasstrom, der winzige Kristalle aus inaktivem Aluminiumoxid enthält. Nach dem Entfernen der obersten Hautschicht entstehen winzige Markierungen, so genannte Microconduits, in den unteren Hautschichten. Die Kristalle und die gelösten Hautpartikel werden mit dem Gasstrom entfernt. Der gesamte Vorgang dauert weniger als 20 Sekunden. Die Wissenschaftler der Harvard-MIT Division of Health Sciences and Technology testen das Verfahren durch die Verabreichung eines lokalen Betäubungsmittels an Freiwillige. Nach dem Anbringen von vier Microconduits wurde ein mit dem Anästhetikum getränkter Tupfer aufgelegt. Die Teilnehmer bestätigten den erwarteten Verlust der Empfindlichkeit in diesem Bereich.

Das Team um James Weaver wies nach, dass die Betäubung bei weniger tiefen Microconduits rascher einsetzte. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Austreten von Blut die Wirkung des Anästhetikums behindert. Tiefere Microconduits könnten jedoch bei Diabetikern sinnvoll sein, die regelmäßig ihren Zuckerspiegel im Blut überprüfen müssen. Debbie Hammond von Diabetes UK begrüßte die Entwicklung einer Alternative zur traditionellen Injektion. Sie gehe jedoch davon aus, dass der verbreitete Einsatz des neuen Verfahrens noch eine Weile auf sich warten lassen werde.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.harvard.edu
http://hst.mit.edu
http://www.diabetes.org.uk

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