Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Impfung der Tiere hilft nur begrenzt gegen die Geflügelgrippe

06.02.2004


Hintergrundinformationen zur Geflügelgrippe in Südostasien (2)

Nach den bisherigen Erkenntnissen sind beim Ausbruch der Geflügelgrippe bzw. Geflügelpest in China Impfstoffe eingesetzt worden, ohne dass damit entscheidende Erfolge erzielt werden konnten. Ähnliche Erfahrungen sind Ende der 90er Jahre auch in Italien gemacht worden. Dazu stellt der Geflügelexperte Prof. Dr. Ulrich Neumann von der Tierärztlichen Hochschule Hannover fest: "In dem Moment, in dem eine Epidemie in einer Region bereits Fuß gefasst hat, kann mit einer Impfung der Tiere nicht mehr allzu viel erreicht werden. Dem Erreger und dessen Verbreitung muss der Boden entzogen werden, und das geht nur durch konsequente Keulung und Entsorgung gemäß Vorgaben des Internationalen Tierseuchenamtes und nationaler Bekämpfungsstrategien. Die Impfung kann also, wenn überhaupt, nur Teil eines komplexen Seuchenbekämpfungskonzeptes sein."

Aber auch eine frühzeitige Impfung des Geflügels ist problematisch. "Zunächst geht es darum, den richtigen Impfvirusstamm einzusetzen. Dies wiederum setzt voraus, dass man abzuschätzen weiß, welcher Influenza-Virustyp die Geflügelbestände bedroht. Grundsätzlich gilt: Durch eine Impfung lässt sich die Virusausscheidung infizierter Tiere - z.B. über den Kot - einerseits deutlich vermindern. Daraus ergibt sich für den jeweiligen Geflügelbestand eine verminderte Ausstreuung (Weiterverbreitung) der Erreger, d.h. ein reduziertes Infektionspotenzial. Andererseits lässt sich diese Virusausscheidung nicht auf Null reduzieren. Die geimpften Tiere entwickeln zwar selbst Abwehrstoffe, erkranken nicht und scheiden weniger Erreger aus. Es bleibt aber dabei, dass - trotz verminderter Erregerausscheidung - die Tiere ebenso wie deren Produkte (Fleisch, Eier) weiterhin als infektiös anzusehen sind. Sie bleiben also als Gefahrenquelle für andere, nicht geimpfte Tiere bestehen," so Prof. Neumann.

Wenn dann keine Verschleppung der Erreger zwischen verschiedenen Geflügelbeständen erfolge, könne der Ausbruch einer Epidemie unterbunden werden. "Dazu", so der Experte, "sind allerdings die penible Einhaltung hoher hygienischer Standards, insbesondere die Bestandsabschirmung und die konsequente Vollziehung zusätzlicher staatlicher Seuchenbekämpfungsmaßnahmen entscheidende Voraussetzungen. Dies seien allerdings Forderungen, die derzeit in bestimmten Regionen Südostasiens offenbar schwer umzusetzen sind, die erfahrungsgemäß aber auch in Europa Probleme bereiten können."

| FNL
Weitere Informationen:
http://www.fnl.de/ilu/iluindex.html

Weitere Berichte zu: Epidemie Geflügelgrippe Impfung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Makula-Degeneration – Deutschlands häufigste Augenerkrankung braucht mehr Aufmerksamkeit
30.05.2017 | Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

Wissenschaftler haben eine neue Methode entwickelt, um die Eigenschaften von Graphen ohne das Anlegen störender elektrischer Kontakte zu charakterisieren. Damit lassen sich gleichzeitig der Widerstand und die Quantenkapazität von Graphen sowie von anderen zweidimensionalen Materialien untersuchen. Dies berichten Forscher vom Swiss Nanoscience Institute und Departement Physik der Universität Basel im Wissenschaftsjournal «Physical Review Applied».

Graphen besteht aus einer einzigen Lage von Kohlenstoffatomen. Es ist transparent, härter als Diamant, stärker als Stahl, dabei aber flexibel und ein deutlich...

Im Focus: New Method of Characterizing Graphene

Scientists have developed a new method of characterizing graphene’s properties without applying disruptive electrical contacts, allowing them to investigate both the resistance and quantum capacitance of graphene and other two-dimensional materials. Researchers from the Swiss Nanoscience Institute and the University of Basel’s Department of Physics reported their findings in the journal Physical Review Applied.

Graphene consists of a single layer of carbon atoms. It is transparent, harder than diamond and stronger than steel, yet flexible, and a significantly better...

Im Focus: Detaillierter Blick auf molekularen Gifttransporter

Transportproteine in unseren Körperzellen schützen uns vor gewissen Vergiftungen. Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben nun die hochaufgelöste dreidimensionale Struktur eines bedeutenden menschlichen Transportproteins aufgeklärt. Langfristig könnte dies helfen, neue Medikamente zu entwickeln.

Fast alle Lebewesen haben im Lauf der Evolution Mechanismen entwickelt, um Giftstoffe, die ins Innere ihrer Zellen gelangt sind, wieder loszuwerden: In der...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftsforum Chemie 2017

30.05.2017 | Veranstaltungen

Erfolgsfaktor Digitalisierung

30.05.2017 | Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

30.05.2017 | Physik Astronomie

Riesenfresszellen steuern die Entwicklung von Nerven und Blutgefäßen im Gehirn

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Nano-U-Boot mit Selbstzerstörungs-Mechanismus

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie