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Natürliche Wirkstoffe, die den Knochenaufbau stimulieren

20.01.2004


Nach natürlichen Wirkstoffen, die den Knochenaufbau stimulieren und so Osteoporose heilen können, sucht ein Wissenschaftler-Team aus Hannover. Das BioProfil Funktionelle Genomanalyse unterstützt das Projekt mit 761.000 Euro.



Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt die Osteoporose zu den zehn bedeutendsten Krankheiten der Gegenwart. Weltweit leiden rund 150 Millionen Menschen an der Erkrankung, bei der die Knochensubstanz porös und dadurch schwächer und brüchiger wird. Ein Drittel der Betroffenen sind Frauen jenseits der Wechseljahre. Allein in den USA führt die Osteoporose jährlich zu rund 1,5 Millionen Knochenbrüchen, die direkten Kosten werden mit 17 Milliarden Dollar beziffert. Ursache des Knochenschwunds: "Der ständige Auf- und Abbau der Knochensubstanz, der in unserem Körper ein Leben lang stattfindet, kommt spätestens ab dem sechsten Lebensjahrzehnt zu einer Verlangsamung mit negativer Bilanz, also zu einem Verlust von Knochensubstanz", erklärt Dr. med. Dr. med. dent. Franz-Josef Kramer, Oberarzt in der Abteilung Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Das Gleichgewicht des Knochenaufbaus, das bei Osteoporose-Patienten gestört ist, entsteht im Wechselspiel zwischen zwei Zelltypen: Den Osteoblasten, die Knochenmasse bilden, und ihren Gegenspielern, den Osteoklasten, die sie wieder abbauen. Die Osteoblasten entstehen aus Vorläufer-Zellen, die man MSC nennt (Mesenchym-abgeleitete Stammzellen). Aus den vielseitigen MSC entstehen nicht nur die knochenbildenden, sondern auch Muskel-, Knorpel- und Fettzellen.



In den kommenden Jahren wollen Forscher der MHH und der hannoverschen Firma IPF Pharmaceuticals, eines An-Instituts der MHH, nach Wirkstoffen suchen, die die Reifung von Stammzellen zu knochenbildenen Osteoblasten auslösen. Dazu werden die Wissenschaftler verschiedene Substanzen, die sie in Kulturlösungen menschlicher Zellen gefunden haben, auf ihre knochenheilende Wirkung testen - mit dem Ziel, dabei auf die natürlichen Botenstoffe der Osteoblasten-Reifung zu stoßen. Am IPF wird unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Wolf-Georg Forssmann seit einigen Jahren erfolgreich nach Peptiden gesucht, die das Knochenwachstum beeinflussen.

"Herkömmliche Medikamente beschränken sich in erster Linie darauf, den Knochenabbau zu hemmen", erläutert Dr. Erik Maronde, MHH-Dozent und Projektleiter bei IFP Pharmaceuticals. "Wenn es gelingt, neuartige stimulierende Faktoren für die Osteoblasten-Reifung zu finden, dann hat man etwas noch Besseres: Wirkstoffe, die auch zum Aufbau von neuem Knochen führen."

Ansprechpartner:

Dipl.-Biol. Dipl.-Journ.
Hannes Schlender
BioRegioN GmbH
Leiter Kommunikation und Marketing
BioProfil-Projektmanagement
Inhoffenstraße 7
38124 Braunschweig
Tel.: 0531-2850-415, Fax: -428

Hannes Schlender | idw
Weitere Informationen:
http://www.bioregion.de
http://www.forum-genomanalyse.de

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