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Augenimplantat gegen Blindheit

04.12.2003


US-Forscherteam arbeitet an künstlichem Auge



Das US-Forscherteam um Stacey Bent hat eine neue Sehhilfe entwickelt, die Blinden das Augenlicht wieder zurückgeben soll, berichtet BBC-Online heute, Donnerstag. Das Implantat nimmt sozusagen die Rolle von lichtsensiblen Zellen in der Retina (Netzhaut) ein. Der Prototyp soll demnächst vorgestellt werden, berichten die Wissenschaftler.



Bisherige Implantate haben Chips verwendet, die Licht in elektrische Impulse umwandeln, die dann die Informationen über den Sehnerv ins Gehirn übermitteln. Der Prototyp des Sehimplantats, das Stacey Bent als "heiligen Gral der Prothesen" bezeichnet, wird an der Stanford Universität entwickelt. "Die Reparatur beziehungsweise der Austausch der Retina steht im Vordergrund der Forschung", erklärt Bent. Daher sei es von größter Wichtigkeit neue Möglichkeiten zu erforschen, um die Funktion der Retina zu ersetzen. Das größte Problem der neuen Technologie besteht darin, die elektronischen Implantate biokompatibel zu machen, erklärt Bent. "Anstatt der elektrischen Stimulation von einem Chip, der Licht in elektronische Impulse umwandelt, verwenden wir Implantate, die Neurotransmitter entlassen, genauso wie es bei einer gesunden Retina normalerweise funktioniert", meint Bent. Wenn Licht auf den Chip fällt, wird eine kleine Menge an Neurotransmitter-Flüssigkeit entlassen, die dann zur Stimulation der retinalen Nervenzellen führt.

Das Implantat ist aus einem weichen Polymer gefertigt, das sich optimal an die Gegebenheiten im Auge anpasst. Eine Schlüsselkomponente werden die Retinalzellen sein, die sozusagen hinter dem Chip wachsen sollen. Dadurch sollen die Zellen effektiv durch einfallendes Licht stimuliert werden. Der wissenschaftliche Hintergrund, ein solches Augenimplantat zu entwickeln, ist erst in den vergangenen zehn Jahren geschaffen worden. Demnächst soll der erste Prototyp getestet werden. Zunächst wollen die Forscher die Sehhilfe bei Tieren untersuchen. Bis ein solches Implantat auch am Menschen getestet werden kann, wird es noch einige Jahre dauern.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://bentgroup.stanford.edu

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