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Östrogene aus Rhabarber

22.10.2003


Arzneimittel aus heimischer Produktion

Die Nachfrage nach pflanzlichen Wirkstoffen in Arzneimitteln nimmt zu. Das gilt auch für Östrogene, die in der Frauenheilkunde eine Rolle spielen. Die Wurzeln einiger Rhabarber-Arten enthalten Wirkstoffe mit östrogener Wirkung. Die Medizinalpflanze Rhapontik-Rhabarber soll deshalb künftig auch in Sachsen-Anhalt angebaut werden. Auf etwa 1.200 bis 2.400 Hektar könnte die vielseitig einsetzbare Pflanze wachsen. Im Rahmen eines Forschungsprojektes des Netzwerkes der Region Nordharz/Börde "InnoPlanta" wird die Rohstoffproduktion dieses speziellen Rhabarbers angestrebt. Ziel ist es, eine rationelle Produktionskette vom Anbau bis zur Vermarktung aufzubauen. Seit 2001 arbeiten Wissenschaftler bereits an der Selektion geeigneter Pflanzen mit gleich bleibend hohem Wirkstoffgehalt. Die Entwicklung von Methoden zur Vermehrung des Pflanzenmaterials steht nun im Vordergrund. Außerdem müssen die landwirtschaftlichen Voraussetzungen, wie Anbau- und Erntetechniken, Pflanzabstände, Düngung usw. erarbeitet werden.

Bisher wurde der Raponticin-Bedarf durch Importe von Rhabarber-Wurzeln aus China gedeckt. Diese Importe entsprechen allerdings nicht mehr den Anforderungen der pharmazeutischen Industrie. Der Wirkstoffgehalt ist zu gering und Herbizidrückstände überschreiten die europäischen Grenzwerte. Ziel des Forschungsprojektes in Sachsen-Anhalt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, ist die Ansiedlung und Gründung innovativer Unternehmen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze, heißt es in einer Pressemittelung des Netzwerkes.

Renate Kessen | aid

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