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Herzschrittmacher für synchronen Rhythmus

16.07.2003


Funk-Monitoring sorgt für permanente Funktionsüberwachung



Im Universitätsklinikum Heidelberg ist der weltweit erste Herzschrittmacher implantiert worden, der beide Herzkammern synchronisiert. Das Gerät verfügt darüber hinaus aber auch noch über eine funkübermittelte Informationsweitergabe an den Arzt bzw. die Klinik, berichtet die Universität von Heidelberg. Nach amerikanischen Studien ist die Überlebenschance nach der Implantierung von solchen Schrittmachern wesentlich größer.



Der neuartige Herzschrittmachertyp sorgt dafür, dass beide Kammern des geschwächten Herzens wieder im richtigen, aufeinander abgestimmten Rhythmus schlagen und verbessert dadurch die Pumpfunktion des Herzens. Ein 72-jähriger Patient, der den neuen Schrittmacher erhalten hat, litt seit vielen Jahren unter einer Störung des Herzrhythmus und an einer Herzschwäche, die seine Leistungsfähigkeit stark einschränkte. Die bestehende Herzmuskelschwäche hatte eine weitere Verminderung der Pumpleistung des Herzens zur Folge. "Der Dreikammerschrittmacher sorgt nun für den Gleichklang im Herzen", so Wolfgang Schöls, Oberarzt der Abteilung für Kardiologie, Pulmologie und Angiologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. Der Schrittmacher, der nur knapp 30 Gramm schwer ist, wird unter lokaler Betäubung in eine Hauttasche unter dem linken Schlüsselbein vernäht. Drei Elektroden werden über die Venen ins Herz gelegt. Eine Elektrode im Vorhof stellt sicher, dass die Herzfrequenz nicht unter einen programmierbaren, möglichst günstigen Wert abfallen kann. Die beiden anderen Elektroden in den Herzkammern sorgen für einen abgestimmten Erregungs- und Pumpablauf.

Die Funktionstüchtigkeit des Schrittmachers wird mittels Mobilfunktechnik vom Aufenthaltsort des Patienten überwacht. Die Daten werden über ein mit einem Sender ausgestattetes Patientengerät an die Servicezentrale des Herstellers Biotronik http://www.biotronik.de übermittelt und bei Bedarf dem Arzt per Fax übermittelt. "Wir werden rechtzeitig informiert, wenn sich die Herzfunktion des Patienten ändert. Wenn etwa die Herzfrequenz im Trend zunimmt und sich möglicherweise eine Dekompensation abzeichnet, können wir den Patienten rechtzeitig in die Klinik rufen", so Schöls.

Eine Studie in den USA hat jüngst vielversprechende erste Ergebnisse geliefert: Die Zahl der Todesfälle sowie die Krankenhauseinweisungen konnten durch die spezifische Schrittmachertherapie gesenkt werden. Die Heidelberger Experten untersuchen derzeit, welche Auswirkungen das Home Monitoring auf den individuellen Krankheitsverlauf hat. Das Home Monitoring soll noch weiter verbessert werden: Dann soll der Arzt jederzeit an jedem Ort über einen geschützten Internetzugang auf die Patientendaten zugreifen, diese auswerten und notfalls Therapiemaßnahmen einleiten. Bei besonderen Ereignissen wird er per E-Mail oder SMS informiert.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-heidelberg.de

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