Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schmerz messen unverzichtbar für Schmerztherapie

14.03.2003


"Rund 150.000 Broschüren "Schmerz messen" und Schmerzskalen wurden bisher in Umlauf gebracht," freut sich Dr. Marianne Koch, Präsidentin der Deutschen Schmerzliga, auf dem diesjährigen Deutschen Schmerztag in Frankfurt über die positive Resonanz der Initiative "Schmerz messen".

Ebenso nutzten viele Interessierte die Website www.schmerzmessen.de mit den ausführlichen Informationen rund um das Thema Schmerz. Die Deutsche Schmerzliga - Mitbegründerin der Initiative - ist eine Patientenorganisation mit dem Ziel, "den Patienten mit chronischen Schmerzen in ihrer oft ausweglosen Situation mit Rat und Tat zur Seite zu stehen", führt Koch aus. Die Aktion wurde ins Leben gerufen, um die Schmerzmessung mittels Schmerzskala in Praxen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zu etablieren. "Eine effektive Schmerztherapie ist nur durchführbar, wenn Schmerzintensität und Wirksamkeit der veranlassten Therapie gemessen werden", erklärt dazu Dr. Gerhard Müller-Schwefe.

Der Präsident der Ärzteorganisation Schmerztherapeutisches Kolloquium - Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie betont in einer Veranstaltung für Ärzte die Bedeutung der Schmerzskala bei der Behandlung von Schmerzpatienten. Die Schmerzskala ist ein zehn Zentimeter langer Schieber, auf dem der Patient seine Schmerzstärke zwischen "kein Schmerz (0)" und "stärkster vorstellbarer Schmerz (10)" einstellt. Allerdings: Nur sechs Prozent der chronischen Schmerzpatienten haben bisher eine Schmerzskala verwendet. Das ist das Ergebnis einer EMNID- Studie, die im Auftrag der Initiative durchgeführt wurde. Es besteht also nicht nur bei Ärzten ein erheblicher Informationsbedarf. Auch die Betroffenen sollten wissen, wie hilfreich die Schmerzskala ist: Erst wenn der Arzt die Schmerzstärke seines Patienten genau kennt, kann er die richtige Therapie durchführen.

Basis für Bewegung: Schmerz-Controlling Eine gute Therapie für Patienten mit Erkrankungen des Bewegungsapparates setzt sich aus verschiedenen Bausteinen wie etwa Bewegungs- und Psychotherapie zusammen. Eine zentrale Rolle spielt die medikamentöse Schmerz-Therapie. Sie schafft häufig die Voraussetzung für weitere Maßnahmen. Denn wer sich nur unter Schmerzen bewegen kann, ist schwer zu motivieren, krankengymnastische Übungen durchzuführen. Das ist aber gerade beim Rückenschmerz wichtig, um schädigende Schonhaltungen und den Abbau der Rückenmuskulatur zu vermeiden. Durch das Schmerz-Controlling lassen sich die Schmerzen so weit senken, dass der Patient wieder in die Lage versetzt wird, seine Gelenke und Muskeln normal zu bewegen. Jetzt kann der Patient selbst durch aktives Mitarbeiten seine Therapie positiv beeinflussen.

Inwieweit Opioide hierbei eine wichtige Rolle spielen, belegt eine Anwendungsbeobachtung, die der Limburger Orthopäde Dr. Ralph Klein auf dem Schmerztag vorstellt. Es wurden 899 Patienten mit Schmerzen des Bewegungsapparates beispielsweise aufgrund von Bandscheiben- oder Wirbelsäulenerkrankungen, Knochenschwund (Osteoporose), schwerer Gelenkabnutzung (Arthrose) oder rheumatischen Erkrankungen erfasst. Nach der Gabe von Oxycodon reduzierte sich die Schmerzintensität um über die Hälfte von 6,9 auf 3 auf der Schmerzskala. Auch die Patienten wurden zur Therapie befragt: 78 Prozent beurteilten die Wirksamkeit als gut bis sehr gut. So äußerten sich ebenfalls 87 Prozent zur Verträglichkeit. "Das starke Opioid Oxycodon ist bei starken Schmerzen des Bewegungsapparates nicht nur gut wirksam, sondern zudem gut verträglich und verbessert so deutlich die Lebensqualität", beschreibt Klein das Ergebnis der Studie. "Bei diesem Wirkstoff handelt es sich um ein orales retardiertes Opioid", so Klein. Es gibt seinen Wirkstoff über einen längeren Zeitraum in die Blutbahn ab. Zur Behandlung chronischer Schmerzen empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation die Gabe von Opioiden -in Form von retardierten Tabletten oder Kapseln. Das Infopaket "Schmerz messen" kann übers Internet oder per Post angefordert werden: Deutsche Schmerzliga e.V. Adenauer Allee 18, 61440 Oberursel

Pressestelle | Deutsche Schmerzliga
Weitere Informationen:
http://www.schmerzmessen.de

Weitere Berichte zu: Opioid Schmerzskala Schmerztherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften

'Fix Me Another Marguerite!'

23.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Der Form eine Funktion verleihen

23.06.2017 | Informationstechnologie