Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Orientierungshilfe für Operationen im Gehirn: Berechnungsverfahren für schonendere Eingriffe

13.03.2003


Wissenschaftler des Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie( FMP) haben eine Orientierungshilfe für Operationen im menschlichen Gehirn geschaffen.

... mehr zu:
»Gewebe »Hirntumor

Mit dem entwickelten Algorithmus können Deformationen und Verschiebungen, die ein Hirntumor im umliegenden Gewebe hervorrufen kann, berechnet werden.

Bei vielen Gehirnoperationen gehört es bereits zum Standard, vor dem Eingriff wichtige Zentren des Gehirns wie etwa das Sprach- oder das Bewegungszentrum zu lokalisieren. Dadurch wird eine Schädigung dieser Strukturen während der Operationen verhindert. Zur Lokalisierung werden Verfahren wie die Magnetresonanztomographie und die Computertomographie ebenso wie so genannte stereotaktische Atlanten, die eine Kartierung des Gehirnes und seiner Zentren enthalten, verwendet. Die Atlanten basieren aber auf Daten, die von gesunden Patienten gewonnen werden. Das Problem dabei ist, dass Hirntumore Gewebe verdrängen und sich somit die Landschaft innerhalb des Schädels mitunter erheblich ändert. Es könnte daher sein, dass der aus dem Atlas hervorgehende kürzeste oder gewebeschonendste Behandlungsweg durch den Tumor verändert wurde.


Der Wissenschaftlergruppe um Dirk Labudde vom FMP ist es gelungen, hierfür ein Modellierungsverfahren zu entwickeln. Krankhafte Verschiebungen und Deformationen im Gehirn können nicht nur berechnet, sondern auch visualisiert werden. Das Verfahren wurde bereits zum Patent angemeldet. Laut Entwicklern eignet sich die Methode insbesondere für eine Gruppe hirneigener Tumore, den Meningiomen. Diese weisen aufgrund ihres besonderen Zelltyps ein annähernd kugelförmiges Wachstum auf. Sie sind also vergleichsweise einfach zu modellieren. Zudem bietet es Hilfestellung bei der Operationsplanung. Es ermöglicht, Daten aus bildgebenden Diagnoseverfahren mit einem anatomischen Atlas zu verknüpfen. So kann individuell der beste Weg gefunden werden, um den Tumor zu entfernen. Die Methode wurde in der Zeitschrift für Medizinische Physik veröffentlicht.

Sandra Standhartinger | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.fmp-berlin.de
http://www.urbanfischer.de/journals/zmedphys/zmedphys.htm

Weitere Berichte zu: Gewebe Hirntumor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik